ADAC-Parkhaus-Test: Mannheim floppt, Testsieger in Potsdam

Der ADAC hat in 10 deutschen Städten insgesamt 40 Parkhäuser getestet. Das Urteil der Tester: Viele Parkhäuser in Deutschland sind zu dunkel, zu teuer und vor allem zu eng. Denn während die meisten Bundesländer an überalteten Standardmaßen für Parkplätze festhalten, werden die Autos immer breiter und höher. Der ADAC fordert daher eine Mindestbreite von 2,50 statt  wie bisher 2,30 Meter für Parkplätze. Doch selbst die aktuelle Mindestbreite 2,30 Meter hält längst nicht jedes Parkhaus in Deutschland ein. Für Familien und Behinderte ist das inakzeptabel. Besonders erschütternd: Die Test-Ergebnisse 2012 sind noch schlechter als im Parkhaus-Test 2011: Diesmal fiel jedes vierte Parkhaus durch.

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Wer kennt das nicht: Nach langem Suchen hat man in der hintersten Ecke eines Parkhauses einen Parkplatz erwischt. Und dann muss sich der Beifahrer auch noch auf der Fahrerseite hinausquetschen, weil der breite SUV nebenan fast anderthalb Parkplätze blockiert. Für ältere Menschen oder Familien mit Kleinkindern wird der Ausflug in die Innenstadt so zur Nervenprobe. Denn gerade in den Innenstädten sind Parkplätze schwer zu finden. Für die Parkhausbetreiber ist das ein lohnendes Geschäft – besonders dann, wenn sie jahrelang nur kassieren ohne zu modernisieren. Denn zu einem zeitgemäßen Parkhaus gehören nach Ansicht des ADAC ausreichend Sonderstellplätze für Eltern mit Kindern sowie Parkplätze für Behinderte mit einer Mindestbreite von 3,50 Meter. Und gerade die waren in den getesteten Parkhäusern zu selten vorhanden. Zu den häufigsten Mängeln gehörten außerdem abgenutzte Markierungen sowie nicht markierte Wege für Fußgänger. Die Bewertungen der Parkhäuser setzen sich aus den Kriterien Sicherheit (40 %), Befahrbarkeit (30 %), Benutzerfreundlichkeit (20 %) und Preis (10 %) zusammen.

Schlechtestes Parkhaus steht in Mannheim

Der Testverlierer im ADAC-Parkhaustest 2012 ist das Mannheimer Parkhaus N6 (neues Parkhaus). Die Tester verliehen dem Parkhaus die schlechteste Note SEHR MANGELHAFT. Grund dafür sind die zum Teil extrem schmalen Parkplätze, von denen einige nur 2,17 Meter breit sind, so der ADAC. Außerdem kritisierten die Tester auch die Befahrbarkeit des Parkhauses. Die Einfahrt sei zu eng, Fahrbahn und Rampen erschienen den Testern zu schmal. Zu allem Überfluss seien die Parkplätze „mit vielen Pfeilern garniert“ und obendrein schlecht beleuchtet, so der ADAC. Eltern mit Kindern suchen in diesem Parkhaus vergeblich nach Familien-Stellplätzen und für Behinderte steht gerade einmal ein Parkplatz zur Verfügung. Nach Ansicht des ADAC sollte die Anzahl der Behinderten-Parkplätze mindestens drei Prozent der gesamten Stellplätze ausmachen. Immerhin scheint es Hoffnung zu geben: Das Nachbar-Parkhaus N6 (altes Parkhaus) wird laut ADAC momentan modernisiert und soll Mitte Dezember 2012 wiedereröffnet werden.

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Das zweitschlechteste Parkhaus des Tests steht im Ruhrgebiet. Das Duisburger Parkhaus UCI/Hauptbahnhof fiel ebenso wie der Mannheimer Testverlierer durch den Test. Obwohl der Tarif dieses Parkhauses (4 Euro für vier Stunden) als GUT bewertet wurde und es in Puncto Sicherheit immerhin noch ein AUSREICHEND erhielt, sorgten gravierende Mängel bei der Befahrbarkeit und der Benutzerfreundliche für Abzüge in der Gesamtnote. Das Parkhaus erhielt insgesamt die Note SEHR MANGELHAFT.

Keine guten Parkhäuser in Bonn, Kiel und Mainz

Von den zehn untersuchten Städten fielen außer Mannheim noch drei andere Städte dadurch auf, dass sie im Test kein gutes Parkhaus vorweisen konnten. In Bonn wurden sowohl das Parkhaus an der Oper als auch die Uni-Tiefgarage mit MANGELHAFT bewertet. Für die beiden anderen getesteten Bonner Parkhäuser Stadthausgarage und Stiftsgarage reichte es nur für ein AUSREICHEND. Auch in Kiel erhielten gleich zwei Parkhäuser ein MANGELHAFT: CAP und Jensendamm fielen im Test durch. Die Kieler Parkhäuser an der Eggerstedtstraße und Sophienhof erhielten ein AUSREICHEND. In Mainz fielen die Parkhäuser Am Brand sowie Karstadt/Weißliliengasse mit jeweils einem MANGELHAFT durch. Letzteres gehörte dabei auch noch zu den teuersten Parkhäusern im Test: Für eine Parkdauer von vier Stunden verlangt das Parkhaus stolze 9,- Euro. Für die Parkhäuser Taubertsberg und Kupferbergterrasse reichte es nur für ein AUSREICHEND.

ADAC-Parkhaus-Test 2012: Ergebnisse in zehn Städten

adac-parkhaus-test-2012

Bestes Parkhaus steht in Potsdam

Dass es auch anders geht, beweisen die Parkhäuser in Potsdam. In der brandenburgischen Landeshauptstadt erhielten gleich drei Parkgaragen die Gesamtnote GUT. Darunter auch der Testsieger: Das Parkhaus Luisenplatz/Sanssouci überzeugte die Tester vor allem durch seine Helligkeit und Übersichtlichkeit. Die Parkplätze sind nach Ansicht der Tester ausreichend breit und durch die schräge Anordnung gut befahrbar. Auch die gute Beschilderung sorgte für Pluspunkte im Test. In der Kategorie Sicherheit erhielt das Sieger-Parkhaus sogar ein SEHR GUT. Erfreulich sind auch die niedrigen Parkgebühren beim Testsieger: Wer nur eine Stunde parkt, zahlt 1,50 Euro. Für vier Stunden Parkzeit sind es gerade einmal 2,50 Euro. Ebenfalls GUT wurden in Potsdam die Parkhäuser Holländisches Viertel und Karstadt/Zentrum bewertet. Bei diesen führten lediglich die etwas hohen Tarife zu Punktabzügen im Test. Mit jeweils 6 Euro für vier Stunden liegen beide Parkhäuser preislich im oberen Mittelfeld.

ADAC-Parkhaus-Test 2012: Parkhaus-Gebühren

adac-parkhaus-test-2012-preise

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