Analogabschaltung: Was tun wenn mein Fernseher nicht mehr geht?

Das analoge Satellitenfernsehen in Deutschland ist nun abgestellt. Im Fernsehprogramm gab es in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Info-Laufbänder und TV-Spots, verbraucher-papst berichtete. Dennoch haben viele Deutsche ihr Satellitenfernsehen nicht auf den digitalen Empfang umgestellt. Seit der Nacht vom 30. April ist deren Fernseher nun schwarz. Was die Betroffenen nun tun können, warum überhaupt umgestellt wurde und wieso es auch für Kabelkunden Sinn macht auf digitalen Empfang umzustellen

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Was muss ich jetzt tun, wenn mein Fernseher keinen Empfang mehr hat?

Zunächst einmal brauchen Sie nicht in Panik zu verfallen. Wenn Sie ihre Satellitenanlage bisher noch nicht auf digitalen Empfang umgerüstet haben, dann können Sie dies jederzeit nachholen. Allerdings haben Sie bis dahin keinen Fernseh-Empfang.

Eine Umrüstung der Satellitenanlage ist in der Regel unproblematisch und lässt sich schnell durchführen. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen es schwierig werden kann. Das hängt hauptsächlich davon ab, wie alt die Fernseh-Verteiler-Anlage im Haus ist. In jedem Fall müssen folgende Komponenten ausgetauscht werden:

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  • Der Signalübersetzer, also das LNB (Low Noice Block) oder das LNC (Low Noise Converter) vorne an der Schüssel.
  • Der Multischalter (falls vorhanden), der das Signal von der Schüssel auf mehrere Fernsehbuchsen verteilt.
  • Der Satelliten-Receiver (SAT-Receiver), der im Wohnzimmer auf oder unter dem Fernsehgerät steht.

Außerdem gibt es noch eine Alternative zum digitalen Sat-TV: Sie können Ihren Empfang auch einfach auf DVB-T umstellen. Eine entsprechende Zimmerantenne gibt es bereits für wenige Euro im Elektro-Fachhandel. Nachteil: Sie empfangen deutlich weniger Programme wie vorher mit ihrer analogen Schüssel. Bei einer Umstellung auf das digitale Satellitenfernsehen, bekämen Sie hingegen ein paar mehr Sender als vorher.

Was kostet die Umrüstung auf digitales Satellitenfernsehen und warum wurde umgestellt?

Ein Fernsehinstallateur oder Elektriker erledigt die Arbeiten in der Regel in ein bis zwei Arbeitsstunden. Auch ein geübter Laie kann die notwendigen Arbeiten durchführen. Die Kosten sind bei der Do-it-yourself-Variante überschaubar: Einen Receiver gibt es bereits ab 60 Euro. Dann braucht man noch ein Universal-LNB, das es für ungefähr 5  Euro im Handel gibt. Benötigt man einen Handwerker, so muss man noch einmal mindestens 60 Euro rechnen – hier lohnt es sich mehrere Angebote von verschiedenen Fachbetrieben einzuholen und die Preise zu vergleichen.

Das digitale Signal hat mehrere Vorteile gegenüber dem analogen. So beansprucht es wesentlich weniger Übertragungskapazität bei gleichzeitig besserer Bild- und Tonqualität. Hinzu kommt, dass das digitale Fernsehen eine wesentlich größere Programmvielfalt bietet. Eine dreifache Ausstrahlung des gleichen Programms in unterschiedlicher Qualität (analog,
digital SD und HD) ist ökonomisch nicht sinnvoll und für die Sender auf Dauer nicht finanzierbar.

Wie ist das mit dem analogen Kabelfernsehen oder DVB-T?

Die Abschaltung der analogen Satellitenversorgung bedeutete für die meisten Kabelnutzer keine Änderung. Die meisten Kabelnetzbetreiber werden vorerst auch weiterhin analoge und digitale Fernsehprogramme anbieten. Dadurch ändert sich für Kabelkunden in der Regel nichts, sie können weiter ihren Kabelanschluss wie gewohnt nutzen. Die analoge Kabelversorgung kann jedoch beeinträchtigt sein, wenn der Kabelnetzbetreiber nicht rechtzeitig die für die Programmzuführung ins Kabel benötigten Satellitenkopfstellen umgerüstet hat.Sollten Sie feststellen, dass ihr Empfang nach dem 30.4. schlechter wird oder Sie Programme nicht mehr empfangen, sollten Sie sich umgehend an ihren Kabelanbieter oder Vermieter wenden.

Selbstverständlich kann man aber bereits jetzt freiwillig sein analoges Kabelfernsehen auf digitales Kabelfernsehen umstellen. Das bringt einige Vorteile mit sich, die hauptsächlich mit einer erhöhten Programmvielfalt und besserer Bildqualität einhergehen.

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Betreiber von Kabel- oder Gemeinschaftsantennenanlagen mit eigener Empfangseinrichtung (Headend), die durch den analogen Satelliten versorgt werden, müssen ihre Anlagen entsprechend anpassen, wenn nicht bereits auf die digitale Zuführung umgestellt wurde. Betreiber solcher Anlagen können beispielweise überregionale, regionale, lokale Kabelnetzbetreiber, Wohnbaugesellschaften, Mehrfamilienhausbesitzer, Eigentumswohnanlagen, Hotels, Wohn- und Altenheime, Krankenhäuser und andere sein. Nutzer der digitalen Antenne (DVB-T: DasÜberallFernsehen) und Internet-TV (IPTV) sind von der Umstellung nicht betroffen. Auch der UKW-Radioempfang ist von der Umstellung nicht betroffen.

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