Autogas: Lohnt sich die Umrüstung?

Angesichts steigender Spritpreise denken immer mehr Autofahrer darüber nach, ihr Fahrzeug auf Autogas (LPG) umzurüsten. Einige Argumente sprechen dafür, von Benzin auf Autogas umzusteigen. Immerhin kostet momentan ein Liter Autogas nur ca. 84 Cent – das ist weniger als die Hälfte des aktuellen Benzinpreises, der vielerorts die 1,70-Euro-Marke überschritten hat. Und: Auch mit einem Autogas-Tank kann man weiterhin mit Benzin fahren – denn der alte Benzintank bleibt erhalten. Aber Vorsicht! Nicht für jeden lohnt sich die Umrüstung auf Autogas und nicht bei jedem Auto ist eine Umrüstung möglich.

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Generell lassen sich nur Fahrzeuge mit Benzinmotor auf Autogas umrüsten. Und selbst bei Benzin-Autos sind einige Modelle von einer Umrüstung ausgeschlossen. So lassen sich beispielsweise Fahrzeuge mit effizienter Direkteinspritzung (FSI, TSI) in den meisten Fällen nicht umrüsten. Eine Umrüstung auf Autogas sollte nur durch Fachbetriebe erfolgen, rät der ADAC. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Umrüstung nach der Norm ECE-R 115 erfolgt – nur so kann man sicher gehen, dass die Gasanlage auch wirklich zum Automodell passt, so der ADAC weiter.

Autogas-Umrüstung – besser in Deutschland

Obwohl derzeit ein regelrecht Umrüstungs-Tourismus ins osteuropäische Ausland stattfindet, rät der ADAC davon ab, die Gasanlage im Ausland einbauen zu lassen. Zwar lassen sich in Polen, Tschechien oder Ungarn einige Euro beim Umbau auf Autogas sparen – allerdings kann es bei einem Einbau im Ausland anschließen Schwierigkeiten bei der Zulassung geben, wenn beispielsweise wichtige Unterlagen fehlen. Ebenso kritisch: Garantieleistungen für die neue Gasanlage sind im Ausland oftmals schwieriger durchzusetzen als hierzulande.

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Was kostet eine Umrüstung auf Autogas?

Je nach Fahrzeugmodell und Fachbetrieb kostet eine Umrüstung auf Autogas zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Ob sich das wirklich lohnt, hängt vom Fahrverhalten ab. Laut ADAC kann sich eine Umrüstung schon nach einer Laufleistung etwa 35.000 Kilometern bezahlt machen. Wer deutlich mehr fährt, spart entsprechend mehr. Außerdem kann sich der Umbau bei steigenden Benzinpreisen noch schneller auszahlen.

Nachteile von Autogas

CarCredit der Santander Consumer BankNeben den Einspar-Effekten beim Tanken von Autogas sollte man allerdings einiges beachten: Wer mit Autogas fährt, muss häufiger tanken. Da der Autogastank in der Regel kleiner ist als der Benzintank, sinkt die Reichweite des Autos, wenn man im Autogas-Modus fährt. Zudem hat ein Auto, das mit Autogas fährt, einen höheren Verbrauch als ein Benziner. Weiterer Nachteil: Längst nicht alle Tankstellen bieten Autogas an. Vor einer längeren Reise sollte man sich daher vorher über die Tankmöglichkeiten auf der Route informieren. Bedenken sollte man auch, dass der Tankvorgang mit Autogas etwas länger dauert als bei einem Benziner. Besonders nervig: Es gibt verschiedene Normen für Autogas-Tankstutzen. Zwar verfügen die meisten Tankstellen über entsprechende Autogas-Adapter, aber auch diese passen nicht immer auf jedes Modell. Außerdem muss ein Autogas-Auto unter Umständen häufiger zur Inspektion, damit Garantieansprüche nicht verfallen.

Wer auf Autogas umrüstet, sollte seine Versicherung über den Umbau informieren – höhere Zahlungen sind aber in der Regel nicht zu befürchten. Da der Autogas-Tank meistens im Kofferraum oder in der Reserverad-Mulde eingebaut wird, muss man unter Umständen auf etwas Stauraum verzichten. Das Unfallverhalten ist laut Experten nicht anders als bei reinen Benzin-Fahrzeugen.

Vorteile von Autogas

Wer mit Autogas fährt, kann viel Geld sparen. Denn Autogas ist im Vergleich zu Benzin steuerbegünstigt. Diese Subventionierung ist bis Ende 2018  garantiert. Ob sie dann verlängert wird, ist ungewiss. Und dennoch: Obwohl ein Autogas-Auto etwa 20 Prozent mehr verbraucht als ein Benziner, liegt die Kostenersparnis bei den Spritkosten immer noch bei 40 Prozent. Für Vielfahrer macht sich der Umbau schon nach wenigen Jahren bezahlt. Außerdem kann ein Autogas-Tank den Wiederverkaufswert eines Autos steigern – denn Autogas-Fahrzeuge sind angesichts astronomischer Spritpreise begehrt wie nie zuvor.

Wer mit Autogas fährt, schont auch die Umwelt: Bis zu 80 Prozent weniger Schadstoffausstoß und immerhin bis zu 15 Prozent CO2-Ersparnis gegenüber Benzin-Autos sind weitere gute Argumente für eine Autogas-Umrüstung.

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