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Blitzer-Apps legal? Es drohen Geldbußen und Punkte in Flensburg!

Blitzer-Warner kennt man schon länger aus dem Radio und von Navigationsgeräten. Seitdem es Smartphone-Apps gibt, die vor Starenkästen und mobilen Blitzern warnen, wird die Blitzerwarnung zum Volkssport. Die kostenlose Blitzer-App Blitzer.de wurde bereits mehr als eine Million mal heruntergeladen. Doch sind die Blitzer-Warnprogramme überhaupt legal? Rechtsexperten bezweifeln das. Wird man erwischt, drohen Geldbußen und Punkte in Flensburg.

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Viele Autofahrer kennen das: Zu spät losgefahren, zu viel Gas gegeben, Tempolimit nicht beachtet und schon blitzt es! Einen recht zuverlässigen Schutz vor solchen Erlebnissen versprechen die Anbieter von Blitzer-Apps fürs Smartphone. Auch einige Smartphone-Navis lassen sich mit Blitzerwarnen aufrüsten.

Zuverlässige Warnung bei fest installierten Starenkästen

Das Verbraucher-Magazin marktcheck im SWR hat die populärste Blitzer-App getestet und stellt fest: Bei fest installierten Blitzerkästen funktioniert die Gratis-App Blitzer.de sehr zuverlässig. Alle Starenkästen im Test wurden erkannt – sogar im Tunnel.

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Blitzer-App unzuverlässig bei mobilen Blitzern

Fonic - Das ist die Wahrheit.
Anders fiel das Testergebnis bei mobilen Blitzern aus: Selbst drei Stunden nach Aufbau einer mobilen Blitzkontrolle erkannte das Programm die Tempokontrolle am Straßenrand nicht.  Bei mobilen Radarfallen zeigt das System seine Schwächen: Zwei von drei mobilen Radarfallen werden nicht erkannt. Ein möglicher Grund: Die Informationen über aktuelle Radarfallen kommen von den Usern der Blitzer-Apps selbst. Da ist bei 1 Million Usern eine flächendeckende Warnung kaum möglich. Steigt die Zahl der Nutzer, dürfte sich aber auch hier die Zuverlässigkeit erhöhen. Allerdings: Da jeder User die Blitzanlagen melden kann, kommt es manchmal auch zu Fehlalarmen.

Experten warnen: Blitzer-Warner sind illegal!

Laut Verkehrsrechts-Experten sind Blitzerwarner auf dem Smartphone illegal. So sagt Daniel Hajek, Fachanwalt für Verkehrsrecht gegenüber dem SWR: „Wenn man eine derartige App auf dem Handy installiert, macht man das Handy automatisch zu einem Gerät, das einem Radarwarnsystem gleichgestellt ist. Und begeht automatisch eine Ordnungswidrigkeit, wenn man dieses Handy dann also betriebsbereit mit sich führt. Das führt automatisch zu einer Geldbuße von 75 Euro als Regelgeldbuße für Ersttäter einem Eintrag von vier Punkten ins Verkehrszentralregister.“

Rechtliche Grauzone: Beifahrer bedient das Smartphone

Laut Verkehrsexperten sieht die rechtliche Lage möglicherweise anders aus, wenn der Beifahrer das Handy bedient. Allerdings gilt es ohnhehin als wenig wahrscheinlich, dass ein Nutzer der Blitzer-App auffliegt. Denn die Polizei darf nach geltender Rechtsauffassung das Handy nur bei dringendem Tatverdacht kontrollieren. Dumm nur, wenn das Programm augenscheinlich und gut sichtbar weiterläuft, während die Polizei etwa die Fahrzeugpapiere kontrolliert.

Nicht erlaubt: Blitzer während der Fahrt melden

Experten halten es für bedenklich, dass das Blitzer-Melden nur während der Fahrt funktioniert. Sobald das Fahrzeug steht, kann kein Blitzer gemeldet werden. Zwar sehen die Hersteller darin kein Problem – schließlich müsse man das Handy nur kurz in der Mitte antippen. Und: Damit sei die Fahrt nicht gefährdet. Doch die Rechtsprechung sieht das anders: Bereits das Antippen des Smartphones während der Fahrt ist verboten und kann geahndet werden.

Fazit des SWR: Die Blitzer-App funktioniert bei fest installierten Radarfallen gut. Bei mobilen Kontrollen hingegen kann man sich auf die Warn-App nicht verlassen. Außerdem ist das Handyprogramm illegal. Insofern bleibt der wirksamste Schutz vor Blitzern weiterhin: einfach die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhalten.

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