Briefe sollen teurer werden: Post plant Porto-Erhöhung auf 58 Cent

2013 sollen Briefe teurer werden, so die Pläne der Deutschen Post. Das Unternehmen spricht von gestiegenen Kosten für die Briefzustellung und möchte im kommenden Jahr erstmals seit 15 Jahren das Briefporto erhöhen. Bislang kostete der Versand eines Standardbriefs mit einem Gewicht bis 20 Gramm innerhalb Deutschlands 55 Cent. Das wäre einen Erhöhung um 5,5 Prozent. Auch der Maxibrief (bis 1000 Gramm) soll teurer werden: Von momentan 2,20 Euro auf 2,40 Euro. Das letzte Wort liegt allerdings bei der Bundesnetzagentur.

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Kommt die 58-Cent-Briefmarke?

Geht es nach dem Willen der Deutschen Post, wird Briefe-Versenden ab 2013 teurer. Die Post kündigte an, die Portokosten ab dem kommenden Jahr zu erhöhen. Das wäre die erste Porto-Erhöhung seit 1997. Seitdem ist der Briefverkehr in Deutschland deutlich zurückgegangen: Immer mehr Verbraucher schicken lieber gratis eine E-Mail, als Geld und Zeit für Papier, Porto und den Weg zum Briefkasten zu verschwenden. Trotz der rückläufigen Entwicklung beim Briefversand hat die Deutsche Post in der Vergangenheit immer wieder versucht, das Porto zu erhöhen. Bislang hat die Bundesnetzagentur das immer wieder verhindert. Die Post argumentiert damit, dass sie zur flächendeckenden Briefversand der Bürger verpflichtet sei. Die Erhöhung der Portokosten begründet sie unter anderem mit der Tariferhöhung der Post-Beschäftigten im April dieses Jahres. Seitdem erhalten die Tarif-Angestellten der Post vier Prozent mehr Lohn. Diese Zusatzkosten möchte die Post offenbar auf ihre Kunden umwälzen.

Weitere Porto-Erhöhungen geplant

Weitere Portoerhöhungen soll es auch bei Buch- und Warensendungen sowie beim Versand ins Ausland geben: Der Preis für einen Kompaktbrief (bis 50 Gramm) ins Ausland steigt beispielsweise von 1,45 auf 1,50 Euro. Der Preis für den internationalen Standardbrief (bis 20 Gramm) bleibt dagegen bei 75 Cent. Das Produkt Infobrief (für den Versand von mindestens 50 inhaltsgleichen Briefen) wird es künftig nicht mehr geben. Laut Post hätten sich die Rahmenbedingungen durch die Einführung der Mehrwertsteuer sowie eine Anordnung der Bundesnetzagentur hierfür verändert. Immerhin die Preise für den Kompaktbrief (bis 50 Gramm) und den Großbrief (bis 500 Gramm) sollen sich nicht verändern.

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Die Deutsche Post sieht in der Portoerhöhung keine nennenswerte Belastung für die Privathaushalte in Deutschland. Angeblich betrugen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben eines Haushalts für Briefleistungen im Jahr 2009 nur noch 3,32 Euro. Demnach sei mit einer finanziellen Mehrbelastung pro Haushalt von 9 Cent im Monat zu rechnen, so die Post. In den vergangenen 15 Jahren seien die Portokosten in anderen europäischen Ländern um mehr als 30 Prozent gestiegen, so die Post.

Brief-Geschäft der Deutschen Post boomt

Laut Medienberichten ist das Brief-Geschäft für die Post aber weiterhin lukrativ: Der operative Gewinn liegt in diesem Jahr Schätzungen zufolge bei 1,1 Milliarden Euro. Und auch in Zukunft wird beim Briefversand mit satten Gewinnen gerechnet: Trotz E-Mail und anderer Konkurrenz aus der Privatwirtschaft soll die Post auch künftig in der Brief-Sparte Gewinne in Milliardenhöhe einfahren. Die Post profitiert durchaus auch vom Internet: Denn dank des Booms im Online-Handel dürften auch beim Paketversand die Umsätze künftig weiter steigen.

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