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Das ändert sich 2012 bei Ihrem Geld – Teil 2

Neues Jahr, neues Glück – zumindest für die Verbraucher, die gut informiert sind. 2012 wird sich für uns Verbraucher wieder einmal so einiges ändern – vor allem in Sachen Geld. Gestern haben wir hier bereits alle steuerlichen Änderungen erläutert. Doch es gibt noch eine Menge mehr, was sich bei Ihren Finanzen ändern wird. Rente und Hartz-IV sind betroffen, aber auch bei den Energiepreisen gibt es leider Änderungen. Was sich genau ändert, was an Kosten auf Sie zukommt und worauf Sie achten müssen, das gibt es heute in unserem zweiten Teil: Das ändert sich 2012 bei Ihrem Geld!

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Rentenbeitrag sinkt – Rente steigt

An der Renten-Front tut sich gleich zweierlei Erfreuliches. Am 1. Januar tritt endlich ein Gesetz in Kraft, das bereits 2007 beschlossen wurde: Das sogenannte Rentenversicherungs-Altersgrenzen-Anpassungs-Gesetz. Das damals noch von der Großen Koalition durch Bundestag und Bundesrat gepeitschte Gesetz wurde von der Boulevardpresse gerne auf den Nenner Rente mit 67 verkürzt. Doch in ihm steckt wesentlich mehr.

Zwar stimmt es: Das Renteneintrittsalter wird sich ab 2012 schrittweise auf 67 Jahre erhöhen, das allerdings äußerst langsam. Jedes Jahr nämlich um einen Monat und das ab Jahrgang 1947. Die da Geborenen dürfen ab Januar erst mit 65 Jahren und einem Monat in Rente gehen. Wer 1948 geboren wurde, mit 65 Jahren und zwei Monaten und so weiter. Pech haben all diejenigen, die erst 1964 oder später geboren sind. Für sie gilt: Die volle Rente gibt es erst ab 67. Es gibt jedoch ein Schlupfloch: Wer insgesamt mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, der darf sich auch künftig über eine volle Rente ab 65 freuen.

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Für alle Arbeitnehmer gibt es auch Erfreuliches zu berichten: Ab Januar 2012 sinkt der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung um 0,3 Prozent auf dann noch 19,6 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens. Das mag auf den ersten Blick als nicht viel erscheinen. Bei einem durchschnittlichen Gehalt von 40.000 Euro brutto im Jahr macht die Senkung des Rentenbeitrags aber immerhin 120 Euro im Jahr aus.

Erfreulich auch: Die Renten werden 2012 endlich steigen. Leider nicht schon zum 1. Januar aber immerhin zum 1. Juli und das wahrscheinlich kräftig. Die Rentenkassen sind dank der immer noch guten konjunkturellen Lage derzeit gut gefüllt. Nach momentanen Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung BUND (DRV) werden die Renten zur Mitte des Jahres in den westdeutschen Bundesländern um bis zu 2,3 Prozent steigen, in den ostdeutschen Bundesländern voraussichtlich sogar um 3,2 Prozent.

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Hartz-IV-Satz steigt um 10 Euro im Monat

Auch Hartz-IV-Empfänger dürfen sich freuen. Die Erhöhung ihres Satzes fällt sogar noch höher aus als die vermutliche Erhöhung der Renten. Ab 1. Januar 2012 gibt es 2,74 Prozent mehr Geld vom Staat. Der Regelsatz für Singles steigt somit von derzeit 364 auf 374 Euro.

Paarhaushalte profitieren noch mit immerhin 9 Euro pro Person. Für Kleinkinder bis fünf Jahre gibt es eine Erhöung um 4 Euro auf 219 Euro monatlich. Lediglich bei Kindern über 5 Jahren und Jugendlichen bleibt der Hartz-IV-Satz unverändert.

Energiepreise werden steigen

Ein klein wenig unerfreulich aus Verbrauchersicht ist die ab 1. Januar in Kraft tretende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage). Der Preis pro Kilowattstunde Strom steigt danach um 0,062 Cent. Entgegen der Panikmache in der Boulevardpresse reißt die EEG-Umlage jedoch kein großes Loch in die Haushaltskasse. Für einen Single-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 1600 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet die EEG-Umlage eine Zusatzbelatung von knapp einem Euro im Jahr. Auf einen Zwei-Personen-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 2800 Kilowattstunden kommen zusätzliche Kosten von ungefähr 1,74 Euro im Jahr zu. Und eine vierköpfige Familie mit durchschnittlich 4500 Kilowattstunden jährlichem Verbrauch wird sich mit knapp 2,80 Euro Mehrkosten im Jahr konfrontiert sehen.

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Allerdings sind hier die Zuschläge der Energieversorger noch nicht mit einberechnet. Experten gehen davon aus, dass die Energiepreise auch 2012 – mittlerweile dann im zwölften Jahr in Folge – kräftig steigen werden. Derzeit werden bis zu 4 Prozent Mehrkosten vermutet. Die vierköpfige Familie aus unserem Rechenbeispiel müsste dann bis zu 40 Euro mehr im Jahr für ihren Strom bezahlen.

Leichterer Wechsel des Energieanbieters ab 2012 möglich

Ein Wechsel zu einem neuen Energieversorger darf voraussichtlich ab dem 1. April 2012 nicht mehr als drei Wochen dauern. Die dreiwöchige Frist beginnt ab dem Zeitpunkt, wann dem bisherigen Lieferanten die Anmeldung des neuen Versorgers zugeht. Bisher mussten festgelegte Kündigungsfristen beachtet werden. Ab April ist ein Wechsel zu einem beliebigen Zeitpunkt mit einer Frist von drei Wochen möglich. Wird der Wechsel nicht innerhalb von drei Wochen vollzogen, steht dem Verbraucher theoretisch Schadenersatz zu. Die Änderung gilt sowohl für einen Gasanbieterwechsel als auch für einen Stromanbieterwechsel.

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