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Das ändert sich 2012 bei Ihrem Geld

Rente, Steuern, Versicherungen und Hartz 4 – für uns Verbraucher wird sich 2012 so einiges ändern in Sachen Geld. Einiges wird schlechter, doch es gibt auch Möglichkeiten ordentlich Geld zu sparen. So steigt die Werbungskosten-Pauschale, der Hartz-4-Satz steigt ebenfalls und vielleicht gibt es sogar Geld von der Grundsteuer zurück. 2012 muss also kein teures Jahr werden, vorausgesetzt man kennt sich aus. Was ändert sich genau? Worauf muss man achten? Und was müssen Sie unbedingt in diesem Jahr noch erledigen? Unser Schwerpunkt diese Woche. Heute: Das ändert sich bei den Steuern!

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Werbungskosten-Pauschale steigt

Zunächst einmal die erfreuliche Nachricht für alle Steuerzahler: 2012 steigt die Pauschale für die Werbungskosten. Berufstätige können dann insgesamt 1000 Euro anstatt der bisher nur 920 Euro Werbungskosten für Büromaterial, Arbeitskleidung oder Fortbildungen von ihrem Steuer-Brutto absetzen. Das ist eine Ersparnis von bis zu 36 Euro im Jahr in der Steuerklasse 1 und immerhin noch bis zu 12 Euro in Steuerklasse 3. Achtung: Die Erhöhung der Werbungskosten-Pauschale tritt zwar erst am 1. Januar 2012 in Kraft, gilt aber rückwirkend auch für das Steuerjahr 2011.

Betreuungskosten werden künftig ohne Nachweis erstattet

Auch bei den Betreuungskosten für Kleinkinder und Kinder bis 14 Jahren ändert sich erfreulicherweise etwas. Ab 2012 können diese nämlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Zwei Drittel der Kosten für die Kinderbetreuung können Eltern nun von der Steuer absetzen, bis zu einem Höchstbetrag von 6000 Euro. Dies ging bisher nur, wenn die Betreuung der Kinder berufsbedingt notwendig war – also wenn keine anderweitige Betreuungsmöglichkeit gegeben war und beide Eltern berufstätig sind. Hierfür brauchte man diverse Nachweise. Dies entfällt ab nächstem Jahr.

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Ausbildungspauschale steigt

Gute Nachrichten gibt es auch für Auszubildende und Studenten – die Ausbildungspauschale steigt 2012. Azubis und Studierende können künftig 6000 Euro als Pauschale für ihre Ausbildung oder das Erststudium geltend machen. Bisher waren nur Kosten bis zu 4000 Euro absetzbar.

Kindergeld künftig ohne Einkommensgrenze

Ein weiterer Vorteil entsteht durch den Wegfall der Einkommensgrenze für bereits volljährige Azubis und Studenten. Bisher bekamen Eltern nur dann Kindergeld, wenn die Einkünfte der Tochter oder des Sohnes unter der Grenze von 8004 Euro im Jahr lagen. Künftig fällt diese Grenze weg. Einschränkungen gibt es allerdings noch bei der Zweitausbildung: Hier darf der Nachwuchs maximal 20 Wochenstunden arbeiten, sonst streicht Vater Staat den Eltern das Kindergeld. Was ebefalls bleibt, ist die Altersgrenze: Mit 25 Jahren ist Schluss mit Kindergeld.

Pendlerpauschale: Entweder Ticket oder Kilometer

Bei der Pendlerpauschale gibt es ebenfalls Neues. Künftig müssen sich Pendler entscheiden, ob sie eine Kilometerpauschale oder die tatsächlichen Ticketkosten des öffentlichen Fern- oder Nahverkehrs absetzen wollen. Bislang war beides möglich. Der Satz pro gefahrenen Kilometer hin zur Arbeit bleibt aber unverändert bei 30 Cent. Ebenso bleibt die Höchstgrenze bei 4500 Euro pro Steuerjahr bestehen.

Lebensversicherungen – Altersgrenze ändert sich

Für Kapitallebensversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen werden, gilt: Sie unterliegen der vollen Steuerpflicht ab dem Zeitpunkt wenn sie ausgezahlt werden. Allerdings wird nur der Ertrag der Lebensversicherung, also die Auszahlungssume abzüglich der eingezahlten Beiträge, versteuert. Bislang gab es jedoch Vergünstigungen, wenn der Vertrag erst nach dem 60. Geburtstag des Versicherungsnehmers fällig wurde. Es wurden dann nämlich nur 50 Prozent der Erträge versteuert. Das ändert sich nun leider ab dem 1. Januar 2012. Künftig muss der Vertrag mindestens bis zum 62. Geburtstag laufen, will man den 50 prozentigen Steuervorteil auf die Erträge aus der Kapitallebensversicherung bekommen. Dies gilt auch für private Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht, wenn die Summe auf einmal ausgezahlt wird. Wer also noch eine Kapitallebensversicherung zu den aktuell günstigeren Konditionen abschließen möchte, sollte sich beeilen, er hat noch bis zum 31.12.2011 dazu Zeit.

Grundsteuer eventuell verfassungswidrig

Das Bundesverfassungsgericht wird im kommenden Jahr entscheiden, ob die Einheitswerte zur Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig sind (Az. 2 BvR 287/11). Dies könnte bedeuten, dass Immobilienbesitzer Geld vom Staat, bzw. der Kommune zurück bekommen können. Wer auch für das laufende Jahr 2011 Geld zurück möchte, muss sich allerdings beeilen und seinen Widerspruch gegen den Grundsteuerbescheid nun schleunigst abschicken. Die Frist endet am 31.12.2011. Es reicht ein formloser Antrag. Eine Formulierungshilfe gibt es hier bei verbraucher-papst.de. Wer es nicht mehr rechtzeitig bis Samstag zum Briefkasten schafft, kann den Antrag zur Not auch vorab an das zuständige Finanzamt faxen.

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Kfz-Steuer für Neuwagen ändert sich

Wie verbraucher-papst.de bereits im November berichtete, wird sich die Kfz-Steuer für Neuwagen ab 2012 ändern. Ab Januar wird sie nämlich mit Hilfe eines neuen CO2-Grenzwerts berechnet. Wer über dem Grenzwert liegt muss eine CO2-Abgabe leisten. Ab Januar liegt die Grenze bei 110 Gramm CO2 pro Kilometer. Für jedes weitere Gramm fallen zwei Euro pro Jahr an. Wer sein Auto noch bis zum 31.12.2011 zulässt, für den gilt noch der alte, günstigere Grenzwert von 120 Gramm pro Kilometer.

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2 Kommentare

  1. Hallo, Guten Tag,

    es geht um den Beitrag “ Grundsteuer „. Es heisst darin, man hätte bis zum 31.12.2011 agieren müssen .Leider habe ich den Beitrag erst heute gelesen und somit die Frist verpasst, um dem FA den Brief zu schreiben. Kann ich das trotzdem noch nachholen?

    MfG

    Volker

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