Dioxin-Eier: Skandal um PCB-Eier weitet sich aus – auch Bio-Eier betroffen

Der Skandal um die mit dioxinähnlichem PCB (Polychlorierte Biphenyle) verseuchten Eiern weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft hat nun wegen der PCB-Eier aus Ost-Westfalen Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen, da immer noch nicht klar ist, wie der gefährliche Stoff in die Eier gelangen konnte. In Niedersachsen wurden unterdessen in einem dritten Hof erhöhte Dioxinwerte in Hühnereiern gemessen. Beim Hof in Nordrhein-Westfalen handelt es sich zudem um einen Bio-Hühnerhof. Von dort aus sind Tausende Eier in die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Berlin ausgeliefert worden. Der Hof bleibt weiterhin geschlossen. Wie Sie sich schützen können und welche Eier genau betroffen sind, erfahren Sie weiter unten im Text.

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Ursache der Dioxin- und PCB-Belastung der Eier weiter unklar

Die Behörden in NRW vermuten derzeit, dass beim betroffenen Biohof „AWO Ingenhammshof“ im ostwestfälischen Stemwede, Bodenverunreinigungen zu der Verseuchung der Eier geführt habe. Entsprechende Bodenproben werden derzeit untersucht. Es werde geprüft, ob illegal gefährliche Stoffe auf dem Hof entsorgt wurden, sagte Staatsanwalt Christoph Mackel. Die Behörden haben den Hof geschlossen und er bleibt geschlossen, bis die Ursache der PCB-Verseuchung klar ist.

In der Kritik steht auch ein Prüflabor in Kiel, das erhöhte Dioxinwerte in Eiern nicht rechtzeitig gemeldet hatte. In Niedersachsen werden ebenfalls Bodenproben von allen drei betroffenen Höfen überprüft. Auch Luftproben wurden zu Prüfzwecken genommen. Bei den Betrieben handelt es sich um zwei konventionelle Betriebe mit Freiland-Bodenhaltung und einen Biohof.

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Wohin sind die Dioxin-Eier geliefert worden?

Die mit Dioxin belasteten Eier sind mittlerweile in zahlreichen Bundesländern aufgetaucht. Nach Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Berlin wurden die Eier ausgeliefert. Ob sie von dort auch noch in weitere Bundesländer gelangten ist unklar. Aus Niedersachsen sind offenbar größere Mengen von Hühnereiern auch nach Nordrhein-Westfalen geliefert worden, so das NRW-Landwirtschaftsministerium. Diese sind mit dem dioxinähnlichen PCB (Polychlorierte Biphenyle) oberhalb des Höchstwertes belastet. Nach Informationen des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums stammen die belasteten Hühnereier von dem dritten Betrieb in Niedersachsen, der wegen hoher PCB-Belastung auffällig geworden ist. Nach bisherigem Stand sollen mindestens 90.000 Eier nach Nordrhein-Westfalen zu einem Zwischenhändler geliefert worden sein. Die weitere Vermarktung erfolgte in NRW über Discounter und Lebensmittelketten.

Was können Verbraucher tun um belastete Eier zu erkennen?

Dioxin belasteten Eiern sieht man leider nicht an, dass PCB in ihnen steckt. Man schmeckt es auch nicht heraus. Einzig der Erzeuger-Code, der auf jedem Ei aufgedruckt sein muss verrät die Herkunft. Die Behörden haben die Stempel-Codes der belasteten Hühnereiern veröffentlicht:

  • 0-DE-0521041 (Bio-Eier)
  • 0-DE-0521991 (Bio-Eier)
  • 0-DE-0357661 (Bio-Eier)
  • 1-DE-0354451 (Eier aus Freilandhaltung)
  • 1-DE-0354452 (Eier aus Freilandhaltung)
  • 1-DE-0354453 (Eier aus Freilandhaltung)
  • 1-DE-0352691 (Eier aus Freilandhaltung)

Beim derzeitigen Dioxin-Skandal bei Eiern sind ausschließlich Eier aus Freilandhaltung und Bioeier betroffen. Der Grund hierfür liegt darin, dass Flächen im Freien häufig stärker mit Dioxin oder Dioxin-ähnlichen Stoffen belastet sind. In Ställen oder Käfigen kommt Dioxin maximal in der Luft vor, nicht jedoch auf dem Boden, wo Hühner über das Scharren und Picken die Giftstoffe aufnehmen. Ob auch Hühnerfleisch betroffen ist, ist derzeit noch unklar. Entsprechende Fleischproben aus den Betrieben werden derzeit noch untersucht. Wenn dann wären höchstens Hennen betroffen, Hähne gibt es in den betroffenen Betrieben nicht.

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