Lufthansa-sicherste Airline

Direct 4 you: Billigflieger der Lufthansa soll 2013 starten

Eine neue Billig-Luftlinie soll ab Januar 2013 den Platzhirschen Air Berlin, Ryanair und Easyjet Konkurrenz machen, berichtet bild.de. Schon seit längerem plant die Lufthansa, ihre Tochter-Airlines Germanwings und Eurowings zu einer neuen Billigluftlinie zusammenzufassen. Diese soll ab Januar 2013 angeblich unter dem Namen Direct 4 you (Airline-Code 4U) innerhalb Europas Flüge ab 99,- Euro und innerhalb Deutschlands ab 59,- Euro anbieten. Dabei bietet die Lufthansa längst Europa-Flüge für 99,- Euro an.

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Ab 2013 will die Lufthansa alle Flugverbindung innerhalb Deutschlands und Europas bündeln, die nicht über Frankfurt am Main oder München gehen. Die Flugverbindungen sollen von einer neuen Billig-Airline angeboten werden – laut Medienberichten soll die billige Tochter-Airline der Lufthansa Direct 4 you heißen und ihren Standort am Flughafen Köln-Bonn haben. Sie soll 90 Flugzeuge betreiben und 2013 rund 18 Millionen Passagiere befördern.

Flüge ab 99,- Euro sind bei der Lufthansa längst üblich

Beim Lesen des bild.de-Berichts über die Billig-Offensive der Lufthansa reiben sich Vielflieger die Augen. Schließlich fliegt die Lufthansa mit ihrer Full-Service-Tochter Eurowings bereits seit längerer Zeit Flugziele in Europa ab 99,- Euro für Hin- und Rückflug an – wohlgemerkt mit vollem Service wie Gratis-Zeitungen, Snacks und Getränken. Würden diese Flugpreise auch für die neue Billig-Airline gelten, würde die Lufthansa viele Fluggäste verprellen. Denn wohl nur wenige wären bereit, diesen Preis für einen Flug mit Germanwings-Serviceleistungen zu bezahlen. Im billigsten Germanwings-Tarif ist gerade mal ein Handgepäckstück im Preis enthalten.

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Ein genauerer Blick auf den Flugplan verrät jedoch: Flüge mit dem Airline-Code 4U werden im kommenden Jahr bereits ab deutlich unter 99,- Euro angeboten. Ein Beispiel: Die Verbindung Köln-London gibt es laut Lufthansa-Buchungsmaske beispielsweise im Februar 2013 bereits ab 78,- Euro im Economy-Basic-Tarif (durchgeführt von Germanwings). Der gleiche Hin- und Rückflug würde über die Buchungsmaske von Germanwings im Best-Tarif rund 95,- Euro kosten. Immerhin geht es im Basic-Tarif von Germanwings noch billiger: Für den gleichen Hin- und Rückflug zahlt man derzeit auf der Germanwings-Buchungsmaske derzeit knapp 55,- Euro. Allerdings ist in diesem Tarif nur ein Handgepäckstück enthalten. Wer einen normalen Koffer mitnehmen möchte, zahlt drauf. Das gleiche gilt für Snacks und Getränke.

Sollte die neue Billig-Airline der Lufthansa – wie auf Bild.de behauptet – ihre Europa-Flüge tatsächlich erst ab 99,- Euro anbieten, wäre eine rechtzeitige Buchung noch in diesem Jahr lohnenswert. Ob diese Informationen aber tatsächlich stimmen, ist fraglich. Schließlich beruft sich das Online-Portal in dem Bericht auf keine konkreten Quellen.

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Flugbegleiter stinksauer über die Pläne der Lufthansa

Für besonders großen Unmut sorgt die neue Billig-Airline bei den Beschäftigten der Lufthansa. Ausgerechnet inmitten des Schlichtungsverfahrens mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO wurden die mutmaßlichen Pläne der Lufthansa öffentlich. Laut Berliner Zeitung sorgen sich die rund 18.000 Flugbegleiter, dass es im Zuge der Zusammenlegung zu Kündigungen und Zwangsversetzungen kommen wird. UFO-Chef Nicoley Baublies spricht gegenüber dem Blatt von einer Provokation. In den Foren der Lufthansa-Stewardessen und Stewards sei „die Hölle los“. Schließlich lägen die Flugbegleiter-Tarife der derzeitigen Lufthansa-Tochter Germanwings rund 40 Prozent unter dem Niveau der Muttergesellschaft Lufthansa.

Köln-Bonn statt Berlin Schönefeld

Für weiteren Unmut dürfte die Lufthansa in Berlin gesorgt haben. Schließlich hatte die Hauptstadt darauf spekuliert, dass die neue Lufthansa-Tochter als Standort den neuen Flughafen Berlin Schönefeld (BER) wählen würde. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Endlos-Baustelle am Hauptstadtflughafen mit ein Grund dafür war, dass sich die Lufthansa für den Flughafen Köln-Bonn (CGN) entschieden hat. Der Flughafen Köln-Bonn ist bereits der Standort der Lufthansa-Tochter Germanwings, daher war die Beibehaltung des bewährten Standorts im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW naheliegend. Das Chaos um den neuen Hauptstadt-Flughafen dürfte bei der Entscheidung zwar eine Rolle gespielt haben, doch allein die Zahlen sprechen für einen Ausbau des Standorts Köln-Bonn: Im vergangenen Jahr betrug der Marktanteil von Germanwings am Konrad-Adenauer-Flughafen mit knapp vier Millionen Passagieren bei 40 Prozent.

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