DNS-Changer: 120 Tage Schonfrist für Geschädigte des DNS-Computer-Virus

Anfang Januar hielt ein Computervirus die Welt in Atem. Unbemerkt von PC-Besitzern in aller Welt hatte sich das DNS-Changer-Virus auf den Festplatten breitgemacht. Dies ermöglichte es den Hackern aufgerufene Internetseiten umzuleiten und so persönliche Daten abzugreifen. Das FBI ließ die Bande jedoch auffliegen, jedoch konnten die IT-Experten die Server nicht abschalten, da sonst Millionen von Internetnutzern vor schwarzen Monitoren gesessen hätten. Daher wurden die Server erst einmal weiterbetrieben, damit alle Internetnutzer einen kostenlosen Viren-Test machen konnten. In Deutschland stellen das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die Telekom den kostenlosen Selbsttest zur Verfügung (siehe Link unten). Heute sollte nun Schluss sein und die Server in den USA abgeschaltet werden. Allerdings haben weltweit immer noch Hunderttausende PC-Besitzer den Schnelltest noch nicht durchgeführt und ihre PCs sind noch infiziert. Auch in Deutschland, wie das FBI mitteilte. Daher hat nun ein US-Gericht entschieden: Das FBI darf die Übergangsserver noch bis zum 8. Juli weiterbetreiben, damit auch noch die restlichen PC-Besitzer die Möglichkeit haben, den Test durchzuführen. In der Nacht auf den 9. Juli um 0 Uhr Ostküstenzeit (EST), 5 Uhr unserer Zeit soll dann aber endgültig Schluss sein. Wer bis dahin seinen PC nicht getestet hat, der kommt dann erst einmal nicht mehr ins Internet.

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Gnadenfrist von 120 Tagen für DNS-Changer-Opfer

Das PC-Virus “DNS-Changer” hat im vergangenen Jahr unbemerkt die Rechner von weltweit Millionen Internetnutzern infiziert. Im November hat das FBI eine Bande von Internetkriminellen festgenommen. Diese hatten das DNS-Virus programmiert und weltweit über infizierte Internetseiten verbreitet. Das Virus bewirkt, dass der Datenverkehr von Internetnutzern auf fremde Server, die der Kriminellen, umgeleitet wird. Das DNS-Changer-Virus (Domain Change System Changer) kontrollierte jeden Webseiten-Aufruf vom infizierten PC. Damit konnten die Internet-Kriminellen den Internetnutzer unbemerkt auf andere, zum Beispiel gefälschte Internetseiten umleiten. Auch die Installation weiterer Schadprogramme, wie zum Beispiel Spyware und Trojaner war so möglich. Seit November besteht diese Gefahr nicht mehr, da das FBI die Bande hat auffliegen lassen. Allerdings sind bis heute immer noch Hunderttausende Rechner mit dem DNS-Changer infiziert.

Daher konnten auch die Server der Kriminellen nicht stillgelegt werden, da sonst auf einen Schlag weltweit Millionen Internetnutzer nicht mehr ins Netz gekommen wären. Das FBI betreibt die Server als Übergangsserver über das nichtkommerzielle Internet Systems Consortium (ISC) weiter. Rechtliche Grundlage hierfür ist eine gerichtliche Verfügung, die das gestattet. Diese sollte heute am 8. März auslaufen, sodass das ISC dann die Server hätte abstellen müssen. Da aber weltweit immer noch so viele ihren PC nicht getestet haben und somit täglich immer noch Hunderttausende Aufrufe auf dem FBI-Server eingehen, hat nun ein US-Gericht entschieden, die Verfügung zu verlängern. Bis zum 9. Juli 2012 gilt nun die Gnadenfrist für all diejenigen, die ihren PC noch immer nicht getestet haben. Auch Tausende deutsche Computer sind noch immer infiziert, wie das FBI feststellte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundeskriminalamt (BKA) rufen daher noch einmal alle Internetnutzer, die ihren Rechner noch nicht getestet haben dazu auf, den kostenlosen PC-Schnell-Test (Link siehe unten) durchzuführen. Denn eines schein sicher, am 9. Juli ist dann wohl endgültig Schluss.

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Noch immer Tausende deutsche Computer mit dem DNS-Virus infiziert

In Deutschland gibt es nach Schätzungen des BSI mehr als 50 Millionen Internetnutzer. Viele Deutsche haben den kostenlosen und schnellen DNS-Test mittlerweile durchgeführt. Die genaue Zahl der noch immer infizierten Computer in Deutschland ist jedoch unklar. Trotz des großen Erfolgs des vom BSI, dem BKA und der Deutschen Telekom gemeinschaftlich ins Leben gerufenen Internetseite mit dem kostenlosen PC-Test, haben einige Deutsche den Test offensichtlich immer noch nicht gemacht. Dabei ist der Test denkbar einfach. Ein Klick auf den Link unten und schon sieht man direkt, ob der eigene PC infiziert ist oder nicht. Und selbst wenn der PC infiziert ist, heißt es kühlen Kopf bewahren: Auf der Seite gibt es eine Reihe von Handlungsempfehlungen, wie man das lästige PC-Virus wieder los wird.

Bisher kostenlose Anti-Viren-Software bleibt auch weiterhin gratis

Der Viren-Selbst-Test ist, wie bereits mehrfach erwähnt,  gratis und geht sehr schnell. Ein kurzer Klick auf die Website www.dns-ok.de zeigt, ob der eigene Rechner infiziert ist oder nicht. Ein grüner Balken mit der Textzeile „Ihre DNS Konfiguration ist korrekt“ zeigt, dass alles in Ordnung ist. Der eigene PC ist also nicht infiziert. Steht nach dem Klick auf der Seite aber auf einem rotem Farbbalken der Schriftzug „ACHTUNG: Ihre DNS Konfiguration ist manipuliert“, so ist der Rechner infiziert. Man hat nun zwar ein Problem, allerdings gibt es im weiteren Text unter dem Balken einige Handlungsanweisungen. Damit man den DNS-Changer-Virus entfernen kann, stellt der Verband der deutschen Informationswirtschaft (eco) in Kooperation mit der Deutschen Telekom und dem BSI für Windows- und Mac-Nutzer sogar eigens eine kostenlose Anti-Viren-Software gegen das DNS-Virus zum Download bereit:

Gratis-Software für Windows-Nutzer: DE-Cleaner Download

Gratis-Software für Mac OS X Nutzer: DNSChanger Removal Tool

Link zum kostenlosen DNS-Changer-Viren-Test

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So einfach war es also selten, ein grassierendes Internet-Virus los zu werden. Was von den Netz-Gerüchten zu halten ist, hinter dem kostenlosen Anti-Viren-Test stecke ein Bundestrojaner, der sich dann heimlich auf dem PC einnistet, dazu bezieht der IT-Experte der Ruhr-Uni Bochum, Professor Dr. Thorsten Holz hier Stellung.

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