DNS-Changer: Tausende Deutsche ab Morgen ohne Internet

Letzte Chance für alle, die es noch nicht getan haben, ihren Computer kostenlos auf den DNS-Changer-Virus zu checken. Wer ihn morgen noch auf seinem PC hat, der kommt nicht mehr ins Internet. Der Computervirus hält seit Anfang Januar die Welt in Atem. Unbemerkt von PC-Besitzern in aller Welt hatte sich das DNS-Changer-Virus auf den Festplatten von Millionen Internetnutzern breitgemacht.Zwar hat das FBI den Hackern das Handwerk gelegt, das Virus blieb aber auf den Rechnern überall auf der Welt, auch in Deutschland. Erst ein kostenloser Selbsttest, den Millionen Deutsche machten, brachte Bewegung in die Sache. Mit einem ebenfalls kostenlosen Removal-Tool konnten Betroffene ihren PC vom DNS-Changer befreien. Allerdings haben immer noch rund 20.000 Deutsche den Virus auf dem Rechner. Ab Morgen wird es dann ernst: Der Server, auf den das Virus umleitet wird endgültig abgeschaltet. Wer dann noch den DNS-Changer auf dem PC hat sitzt quasi im Dunkeln. Am Ende des Artikels gibt es Links sowohl zum Selbsttest, als auch zur kostenlosen Anti-Viren-Software.

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DNS-Changer: Ab Morgen sitzen Tausende Deutsche ohne Internet da

Das PC-Virus “DNS-Changer” hat im vergangenen Jahr unbemerkt die Rechner von weltweit Millionen Internetnutzern infiziert. Im November hat das FBI eine Bande von Internetkriminellen festgenommen. Diese hatten das DNS-Virus programmiert und weltweit über infizierte Internetseiten verbreitet. Das Virus bewirkt, dass der Datenverkehr von Internetnutzern auf fremde Server, die der Kriminellen, umgeleitet wird.

Das DNS-Changer-Virus (Domain Change System Changer) kontrollierte jeden Webseiten-Aufruf vom infizierten PC. Damit konnten die Internet-Kriminellen den Internetnutzer unbemerkt auf andere, zum Beispiel gefälschte Internetseiten umleiten. Auch die Installation weiterer Schadprogramme, wie zum Beispiel Spyware und Trojaner war so möglich. Seit November besteht diese Gefahr nicht mehr, da das FBI die Bande hat auffliegen lassen. Allerdings sind bis heute immer noch Hunderttausende Rechner mit dem DNS-Changer infiziert.

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Daher konnten auch die Server der Kriminellen nicht stillgelegt werden, da sonst auf einen Schlag weltweit Millionen Internetnutzer nicht mehr ins Netz gekommen wären. Das FBI betreibt die Server als Übergangsserver über das nichtkommerzielle Internet Systems Consortium (ISC) weiter. Rechtliche Grundlage hierfür ist eine gerichtliche Verfügung, die das gestattet. Diese sollte bereits am 8. März auslaufen, sodass das ISC dann die Server hätte abstellen müssen. Da aber weltweit immer noch so viele ihren PC nicht getestet haben und somit täglich immer noch Hunderttausende Aufrufe auf dem FBI-Server eingehen, hat nun ein US-Gericht entschieden, die Verfügung zu verlängern.

Bis zum morgigen 9. Juli 2012 gilt nun die Gnadenfrist für all diejenigen, die ihren PC noch immer nicht getestet haben. Über 20.000 deutsche Computer sind noch immer infiziert, wie das FBI in dieser Woche feststellte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Bundeskriminalamt (BKA) rufen daher noch einmal alle Internetnutzer, die ihren Rechner noch nicht getestet haben dazu auf, den kostenlosen PC-Schnell-Test (Link siehe unten) durchzuführen.

Letzte Chance: Heute den kostenlosen Schnelltest machen

In Deutschland gibt es nach Schätzungen des BSI mehr als 50 Millionen Internetnutzer. Viele Deutsche haben den kostenlosen und schnellen DNS-Test mittlerweile durchgeführt. Die genaue Zahl der noch immer infizierten Computer in Deutschland ist jedoch unklar. Trotz des großen Erfolgs des vom BSI, dem BKA und der Deutschen Telekom gemeinschaftlich ins Leben gerufenen Internetseite mit dem kostenlosen PC-Test, haben einige Deutsche den Test offensichtlich immer noch nicht gemacht. Dabei ist der Test denkbar einfach. Ein Klick auf den Link unten und schon sieht man direkt, ob der eigene PC infiziert ist oder nicht. Und selbst wenn der PC infiziert ist, heißt es kühlen Kopf bewahren: Auf der Seite gibt es eine Reihe von Handlungsempfehlungen, wie man das lästige PC-Virus wieder los wird.

Anti-Viren-Software gegen DNS-Virus gibts kostenlos

Der Viren-Selbst-Test ist, wie bereits mehrfach erwähnt,  gratis und geht sehr schnell. Ein kurzer Klick auf die Website www.dns-ok.de zeigt, ob der eigene Rechner infiziert ist oder nicht. Ein grüner Balken mit der Textzeile „Ihre DNS Konfiguration ist korrekt“ zeigt, dass alles in Ordnung ist. Der eigene PC ist also nicht infiziert. Steht nach dem Klick auf der Seite aber auf einem rotem Farbbalken der Schriftzug „ACHTUNG: Ihre DNS Konfiguration ist manipuliert“, so ist der Rechner infiziert. Man hat nun zwar ein Problem, allerdings gibt es im weiteren Text unter dem Balken einige Handlungsanweisungen. Damit man den DNS-Changer-Virus entfernen kann, stellt der Verband der deutschen Informationswirtschaft (eco) in Kooperation mit der Deutschen Telekom und dem BSI für Windows- und Mac-Nutzer sogar eigens eine kostenlose Anti-Viren-Software gegen das DNS-Virus zum Download bereit:

Gratis-Software für Windows-Nutzer: DE-Cleaner Download

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Gratis-Software für Mac OS X Nutzer: DNSChanger Removal Tool

Link zum kostenlosen DNS-Changer-Viren-Test

So einfach war es also selten, ein grassierendes Internet-Virus los zu werden. Was von den Netz-Gerüchten zu halten ist, hinter dem kostenlosen Anti-Viren-Test stecke ein Bundestrojaner, der sich dann heimlich auf dem PC einnistet, dazu bezieht der IT-Experte der Ruhr-Uni Bochum, Professor Dr. Thorsten Holz hier Stellung.

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