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DNS-Virus: Spionagesoftware im kostenlosen PC-Viren-Test?

Die Angst vor einem Bundestrojaner, der sich quasi über die Hintertür des kostenlosen DNS-Viren-Tests in die Computer einschleicht, beschäftigt die Internet-Community seit Tagen. In diversen Internetforen gibt es wilde Spekulationen darüber, inwieweit die beiden Anbieter des Gratis-Virentests Deutsche Telekom und Bundeskriminalamt Spionagesoftware, bzw. den berüchtigten Bundestrojaner heimlich an den Mann bringen wollen. Die Tatsache, dass der kurze Selbsttest auf der Seite www.dns-ok.de kostenlos ist, ließ viele Internetnutzer stutzig werden. Das Misstrauen gegenüber Wirtschaft und Staat scheint bei einigen Internetnutzern sehr tief zu sitzen. Sie können sich einfach nicht vorstellen, dass hier einfach nur ein Gratis-Virentest zur Verfügung gestellt wurde.

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Bundestrojaner oder Spyware im DNS-Viren-Test?

Das Misstrauen gegenüber dem Staat ist seit der Bundestrojaner-Affäre, die der Chaos Computer Club (CCC) im letzten Jahr aufgedeckt hat, groß. So ist es wohl zu erklären, dass viele Internet-User sich in Foren über die Gefahr eines Staatstrojaners austauschen. Dieser würde sich, so die Vermutung, über die Viren-Test-Seite, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) und der Deutschen Telekom ins Leben gerufen hat, heimlich auf dem heimischen Rechner einnisten.

Kriminelle in den USA hatten Rechner in hundert Ländern manipuliert. Das FBI hat die Cyberkriminellen zwar geschnappt, konnte aber deren Server nicht stilllegen, da sonst weltweit alle infizierten Computer mit einem Schlag vom Netz genommen worden wären. Das FBI betreibt die Server daher bis zum 8. März weiter. Wer danach noch den DNS-Virus auf seinem Rechner hat, der kommt nicht mehr ins Internet, so Experten. Das BSI ruft daher derzeit alle deutschen Internetnutzer, die bisher nicht den Schnelltest durchgeführt haben, dazu auf, ihren Computer auf das DNS-Virus zu testen. Der Test selbst dauert nur wenige Sekunden und meldet dem Nutzer direkt, ob der Rechner infiziert ist.

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Chaos Computer Club gibt Entwarnung

Der Computer-Experte Professor Dr. Thorsten Holz von der Ruhr-Universität in Bochum, der auch Mitglied des Chaos Computer Clubs (CCC) ist, gibt in einem Interview mit dem Magazin „Focus“ Entwarnung. Seiner Ansicht nach ist in dem staatlichen Testprogramm zur Erkennung des DNS-Virus kein Spionage-Programm enthalten. „Zwar sei der bundesweite Aufruf des BSI ein erheblicher Aufwand angesichts von vermutlich bisher nur 33 000 infizierten Rechnern in Deutschland. Eine Überprüfung der Computer sei aber sinnvoll“, so der IT-Experte gegenüber dem Magazin „Focus“. Auch Holz sieht in den Verschwörungstheorien und Gerüchten im Internet ein tiefes Misstrauen der Internet-Comunity gegenüber staatlichen Stellen.

Unbekannte haben derweil eine ähnlich lautende Website mit der Adresse www.dns-okay.de ins Netz gestellt. Auf ihr waren statt des grünen Entwarnungs-Balkens oder des roten Gefahren-Balkens der BSI-Seite lediglich blinkende Einhörner zu sehen. Wer sich hierher verklickt hat, dem droht aber wohl kein Schaden.

Links zum DNS-Virus-Test und kostenlosen Anti-DNS-Viren-Programmen

Für Windows-Nutzer: DE-Cleaner Download

Für Mac OS X Nutzer: DNSChanger Removal Tool

Link zum kostenlosen DNS-Changer-Viren-Test des BSI

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