Drogeriemarktkette dm ruft Produkte zurück

Deutschlands zweitgrößter Drogeriemarktkonzern dm ruft vorsorglich Produkte der Kinderpflegeserie „Molkemichel“ zurück. Wie der Karlsruher Konzern heute mitteilte, sind in einigen Produkten der Serie eine erhöhte Keimanzahl von Enterobacter gergoviae gefunden worden. Kinder können sich bei regelmäßigem Kontakt und über Hautverletzungen mit dem Keim infizieren. Kunden, die „Molkemichel“-Produkte gekauft haben, werden aufgefordert, diese nicht mehr zu benutzen und sie stattdessen in ihrer dm- oder Budni-Filale zurückzugeben. Die Hamburger Drogeriekette Budnikowsky vertreibt ebenfalls Eigenmarken von dm.

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Keime gelangen immer wieder in Kosmetika

Laut dem Europäischen Schnellwarnsystem für Verbraucherprodukte RAPEX haben in den letzten Jahren Keimbelastungen mit dem Enterobacter gergoviae in Kosmetika, wie Shampoos und Duschgels, aber auch Make-up, Zahpasta und wie im heute bekanntgewordenen Fall bei dm auch Kinderpflegeprodukten stark zugenommen. Die Keime sind gegen die in Kosmetika eingesetzen antimikrobiellen Parabene immun und gelangen im Produktionsprozess in die Kosmetika. Die Rückrufaktion von dm sollte unbedingt beachtet werden.

Keime können sehr gefährlich werden

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht davon aus, dass die meisten der Keime beim Abspülen des Pflegeprodukts von der Haut gewaschen werden. Ist die Haut aber zum Beispiel verletzt, so ist eine Infektion möglich. Ebenso kann man sich über die Schleimhäute infizieren. Gerade gesundheitlich geschwächte Menschen und Kinder sind gefährdet. Der Keim Enterobacter gergoviae kommt überall in der Umwelt vor. Das menschliche Immunsystem ist im Normalfall gut auf ihn vorbereitet. Bei starken Infektionen allerdings besteht die Gefahr einer schwereren Erkrankung, da die Keime oft auch gegen Antibiotika resistent sind, was eine Behandlung äußerst langwierig und schwierig macht. Infektionen mit dem Enterobacter gergoviae können zu Septikämien (Gesamtinfektion des Organismus), Entzündungen der unteren Atmungswege, Haut- und Augenentzündungen, sowie zu Harnwegsinfekten führen.

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Ein Kommentar

  1. Endlich mal eine Zeitung, die auch dazuschreibt, welche Krankheiten die Keime auslösen können!

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