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Durchbruch für Ver.di: 6,3 Prozent mehr für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst

Tarifrunde 2012 Öffentlicher Dienst: Nach 40 Verhandlungsstunden können sich die rund 2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst freuen. Die Gewerkschaft Verdi trägt einen Sieg in den Tarifverhandlungen davon. Streiks wird es wohl so schnell nicht mehr geben. 6,3% mehr Geld auf zwei Jahre ist das Ergebnis des Verhandlungsmarathons. Damit entspricht das Ergebnis zwar nicht ganz den Forderungen der Gewerkschaften, die 6,5 Prozent pro Jahr gefordert hatten, allerdings liegt der Abschluss deutlich höher als in der Vergangenheit. Die Tarifkommissionen der Gewerkschaften haben dem Angebot dem ausgehandelten Kompromiss bereits zugestimmt. Die erste Erhöhung von 3,5 Prozent soll rückwirkend zum 1. März 2012 gezahlt werden. Weitere 1,4 Prozent folgen im Januar 2013 und dann noch einmal 1,4 Prozent im August 2013. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 24 Monate. Im Durchschnitt auf das Jahr gerechnet ergibt sich ein Gehalts-Plus von gut 3 Prozent.

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Ver.di erkämpft 6,3 Prozent mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Sensation bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst! Die Verhandlungsführer der Gewerkschaften Ver.di und vdbb-Tarifunion des Beamtenbundes sowie der staatlichen Arbeitgeber haben sich auf einen Tarifabschluss für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst geeinigt. Die Beschäftigten der Kommunen, Länder und beim Bund dürfen sich danach über insgesamt 6,3 Prozent mehr Geld freuen. Dies allerdings nicht sofort und auf einmal. Das bereits von beiden Seiten bestätigte Angebot sieht eine stufenweise Anhebung der Löhne und Gehälter der Beschäftigten vor.

Bei der Laufzeit von 24 Monaten entspricht das einer Steigerung von 3 Prozent pro Jahr. Das Ergebnis entspricht zwar nicht der Einstiegsforderung der Gewerkschaften. Diese wollten ursprünglich 6,5 Prozent mehr Lohn pro Jahr. Dennoch können die Gewerkschaften zufrieden sein. Nach Jahren der äußerst moderaten Tarifergebnisse, wo der öffentliche Dienst deutlich unter dem Durchschnitt der anderen Branchen abgeschlossen hat, ist jetzt ein Ergebnis erzielt worden, wie es derzeit auch in anderen Branchen verhandelt wird. Ein höherer Abschluss als in den vergangenen Jahren war erwartet worden. Wie aus Gewerkschaftskreisen verlautete wären nach Jahren der friedlichen Verhandlungen in diesem Jahr bundesweite und lange Streiks definitiv durchgeführt worden. Das war auch der Arbeitgeberseite klar. Das bleibt nun Deutschland erspart.

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Löhne und Gehälter werden in drei Stufen über zwei Jahre erhöht – 29 Tage Jahresurlaub

Im ersten Schritt sollen die Löhne und Gehälter um 3,5 Prozent erhöht werden. Erfreulich für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst: Dies soll rückwirkend zum 1. März 2012 geschehen. Ein weiteres Plus soll es im kommenden Januar geben. Zum 1.1.2013 gibt es weitere 1,4 Prozent mehr Geld. Die dritte Steigerung gibt es am 1.8.2013: Dann dürfen sich die Beschäftigten des Bundes, der Länder und Kommunen über weitere 1,4 Prozent mehr Geld freuen.

Der Tarifvertrag umfassst auch weitere Punkte. So sieht er unter anderem auch eine neue Urlaubsregelung vor. Künftig sollen alle Neueingestellten einen Urlaubsanspruch von 29 Tagen erhalten. Für bereits Beschäftigte wurde eine Besitzstandsklausel vereinbart. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte kürzlich die Lebensalter-Staffeln beim Urlaubsanspruch für nichtig erklärt, verbraucher-papst berichtete. Die neue Urlaubsregelung sieht nun vor, dass von 2013 an alle Beschäftigten 29 Tage Urlaub erhalten, über 55-Jährige jedoch noch zusätzlich einen Tag. Wem bisher mehr Urlaub zustand als 29 Tage, für diejenigen wurde eine Besitzstandsklausel ausgehandelt.

Auch Auszubildende dürfen sich freuen: Es gibt mehr Geld ung Job-Garantien

Auszubildende bekommen rückwirkend zum 1. März 2012 einen Sockelbetrag von 50 Euro mehr, sowie eine weitere Erhöhung zum 1. August 2013 von weiteren 40 Euro. Eine prozentuale Erhöhung wie bei den übrigen Beschäftigten im öffentlichen Dienst erschien den Gewerkschaften aufgrund des geringen Grundgehaltes der Auszubildenden als zu wenig. Azubis sollen außerdem sollen diejenigen Azubis, die die Prüfung bestehen, nach einer Probezeit im ersten Jahr unbefristet übernommen werden. Zusätzlich zahlen die Arbeitgeber künftig die Fahrtkosten zu auswärtigen Berufsschulen allerdings nur wenn ein bestimmter  Eigenanteil an selbst zu tragenden Kosten überschritten wird.

Gehaltssteigerungen kosten die öffentliche Hand Milliarden Euro

Die Gehaltssteigerungen im öffentlichen Dienst schlagen beim Bund ersten Schätzungen zufolge mit rund 550 Millionen Euro zu Buche. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte bereits zu den nun ausgehandelten Vertrag auch auf Bundesbeamte, Soldaten und Versorgungsempfänger übertragen zu wollen.

Bei den Kommunen ist die Schmerzgrenze nach eigener Aussage nun erreicht. Der Tarifabschluss schlägt dort in diesem Jahr mit rund 2,2 Milliarden Euro ins Kontor. 2013 kommen nach Schätzungen dann noch einmal 4,3 Milliarden dazu. Beide Seiten zeigten sich aber dennoch zufrieden mit dem neuen Tarifvertrag.

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