E-Books selbst verlegen: So wird man vom Autor zum Verleger

Die Frankfurter Buchmesse 2012 hat ihre Tore geöffnet. Ein Trend der Bücherschau ist die wachsende Zahl von elektronischen Büchern, kurz E-Books. Mit nur wenigen Handgriffen können Buchautoren ihre Werke günstig selbst vermarkten. E-Book-Portale wie das Kindle Digital Publishing (KDP) von Amazon machen es möglich. Und die ersten E-Book-Bestseller gibt es auch schon. Doch zum erfolgreichen E-Book gehört mehr als nur eine gute Geschichte. Denn beim sogenannten Self-Publishing müssen Autoren deutlich mehr leisten, als nur eine gute Geschichte zu schreiben.

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Die Zukunft gehört dem E-Book

Die Zeiten des guten alten Buchs aus Papier sind zwar nicht vorbei, aber das Papierbuch hat ernsthafte Konkurrenz bekommen. Die Verkaufszahlen von E-Book-Readern steigen von Jahr zu Jahr. Und auch Tablets und Smartphones können mit dem klassischen Buch in vielerlei Hinsicht mithalten. In einigen Punkten sind elektronische Bücher ihren Mitstreitern aus Papier und Druckerschwärze sogar überlegen: E-Books sind deutlich günstiger in der Herstellung – denn sie bestehen aus federleichten Bits und Bytes statt aus Papier und Druckerschwärze. Außerdem kann es ein moderner E-Book-Reader mittlerweile mit einer stattlichen Urlaubs-Bibliothek aufnehmen. Und das bei deutlich weniger Gewicht und Volumen. Viele Argumente sprechen also für einen dauerhaften Erfolg des elektronischen Buches. Doch wie bringt man das elektronische Buch an den Mann bzw. die Frau?

Wieviel Geld kann ich mit einem E-Book verdienen?

Für neue Autoren bietet das E-Book große Chancen im Vergleich zum traditionellen Buch. Vorbei an launischen Lektoren und Verlegern kann man sein Werk mit wenigen Mausklicks einem großen Publikum präsentieren. Früher versuchten unbekannte Autoren ihr Glück mit sogenannten Zuschussverlagen – so mancher Autor fiel dabei auf die Nase. Am Ende blieb dann nur eine recht hohe Rechnung und viele unverkaufte Bücher.

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Beim Herausgeben von E-Books ist das anders. Denn im Gegensatz zum traditionellen Buch aus Papier fallen für ein elektronisches Buch keine Kosten für Papier und Druck an. Auch der Vertrieb ist deutlich billiger, weil keine Transportkosten anfallen.

Daher haben sich einige Internet-Unternehmen auf die Herausgabe von E-Books spezialisiert und bieten ihren Autoren alle erdenkliche Hilfestellung, damit das digitale Buch seine Leser findet.

Attraktive Tantiemen bei E-Book-Publishern

Zu den bekanntesten Anbietern gehört der Webgigant Amazon. Kindle, der E-Book-Reader von Amazon gehört zu den bestverkauften Lesegeräten für elektronische Bücher. Insofern ist es naheliegend, dass sich Amazon für digitale Verleger engagiert. Mit der KDP-Plattform bietet Amazon neuen Buchautoren eine Möglichkeit, kostengünstig ihre Bücher zu veröffentlichen und dabei erstaunlich hohe Tantiemen zu kassieren. Einnahmen in Höhe von 70 Prozent des Buchpreises sind für Autoren bei klassischen Papier-Buchverlagen utopisch. Im E-Book-Bereich ist das durchaus möglich. Die Höhe der Tantiemen richtet sich allerdings auch nach der Höhe des Verkaufspreises. Im Fall von Amazons KDP heißt das: Wer 70 Prozent kassieren will, muss den E-Book-Preis bei mindestens 2,99 US-Dollar (etwa 2,68 Euro) ansetzen. Möchte man sein Buch billiger verkaufen, erreicht man vielleicht ein größeres Publikum. Dafür erhält man aber auch nur 35 Prozent des Erlöses. Je nach Genre sollte man als Neuling hier abwägen: Will man eine große Leserschaft, die bereit ist, einen bis zwei Euro pro Buch zu zahlen? Oder hofft man auf richtige Fans, die auch mal drei, vier oder fünf Euro für ein E-Book ausgeben?

Ohne Marketing kein erfolgreiches E-Book

Neben einer guten Geschichte und einem attraktiven Preis spielt beim Self Publishing auch das Marketing eine große Rolle. Wer nicht ständig auf sich aufmerksam macht, wird in der Masse der E-Book-Autoren untergehen. Neben Mund-zu-Mund-Propaganda sind gerade im E-Book-Bereich soziale Netzwerke im Internet sehr wichtig. Schließlich möchte man ja ein Klientel ansprechen, die mit digitalen Medien vertraut ist. Eine Präsenz auf Facebook, Twitter & co. sind daher fast ein Muss für digitale Autoren. Auf Facebook könnte man beispielsweise täglich ein neues Kapitel des aktuellen Romans veröffentlichen und sich auf diese Weise eine Stammleserschaft aufbauen. Sind die ersten tausend Fans erstmal erreicht, dürfte sich das nächste E-Book schon wesentlich besser verkaufen als das erste.

 

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2 Kommentare

  1. Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass das eBook in Zukunft immer stärker in den Vordergrund tritt. Darüber konnte ich auch schon viel auf http://veroeffentlichen-heute.de/category/die-literatur-der-zukunft/ lesen. Besonders interessant finde ich den Abschnitt mit den Tantiemen. Autoren bietet das immer bessere und größere Chancen.

  2. schöner Artikel….Ich möchte allerdings noch eine Kleinigkeit anmerken. Wenn nun jeder X-beliebige Autor so einfach ein eBook veröffentlichen kann, ist die Gefahr ja groß, dass wir irgendwann nicht mehr darauf vertrauen können, dass es wirklich wissenschaftlich ist, was in einem wissenschaftlichen Buch steht. Bücher von inhaltlich, hoher Qualität vermischen sich mit jenen die eine geringe bis gar keine Qualität haben. Ich glaube ich finde das nicht so gut.
    AUf dieser Seite ist meines erachtens z.B. vorzüglich beschrieben was für Vorteile es haben kann, wenn man bei einem Verlag untergekommen ist.
    http://www.frieling.de/manuskript-einreichen

    Seht selbst.

    Liebe Grüße
    Anna

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