Eiweißbrot: Teure Kalorienbombe? Verbraucherschützer kritisieren Fettgehalt und hohen Preis

Es hat wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß und es hat den Ruf, beim Abnehmen zu helfen: Eiweißbrot, auch als Abendbrot oder manchmal sogar unter dem Namen Fitnessbrot verkauft, ist seit einigen Monaten der Renner in deutschen Bäckereien. Egal ob große Bäckerei-Kette oder der alteingesessene Bäcker von nebenan: Fast überall ist das Trendbrot mit dem hohen Eiweißgehalt zu haben. Sogar bei Aldi gibt es mittlerweile Eiweißbrot! Doch Verbraucherschützer warnen vor dem Modebrot, das angeblich helfen soll, im Schlaf abzunehmen. Die Verbraucherzentrale Bayern bezweifelt das: „Allein durch den Verzehr dieser Eiweißbrote wird kein Mensch abnehmen“, so die Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl.

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Scharfe Kritik an Eiweißbrot

[sam id=“60″ codes=“true“]In einer aktuellen Studie, die in dieser Woche veröffentlicht wird, kritisiert die Verbraucherzentrale Bayern das Trendbrot scharf: „Überdurchschnittlich im Preis, unterdurchschnittlich im Geschmack“, so die Verbraucherschützer gegenüber welt.de. Zudem seien die Eiweißbrote eher Kalorienbomben als Schlankmacher. Zwar sei der Kohlenhydratgehalt im Vergleich zu herkömmlichem Brot deutlich niedriger, dafür ist der Fettgehalt umso höher: Eißweißbrot enthalte bis zu zehn Mal mehr Fett als gewöhnliches Brot, je nach Rezeptur. Außerdem bemängelten die Tester den Geschmack der Proteinbrote: „klebriges und pappiges Mundgefühl“ sowie eine „schwammige Konsistenz“, urteilten die Verbraucherschützer.

Eiweißbrot ist fett und ziemlich teuer

Die Erkenntnisse der bayerischen Verbraucherschützer sind nicht neu. Bereits Anfang Mai stellte das Verbraucher-Magazin des MDR „Umschau“ fest, dass der Kaloriengehalt der sogenannten Low-Carb-Brote zum Teil deutlich über dem traditioneller Brotsorten liege. Auch der Preis der Eiweißbrote wurde von den Verbraucher-Journalisten kritisiert: Um die drei Euro zahlt man für 400-500 Gramm Eiweißbrot. Der Grund für den höheren Preis: Statt herkömmlichem Mehl werden für das Eiweißbrot Pflanzenfasern und Kleie verwendet, Mehl ist nur in geringem Umfang enthalten. Aber auch Mandeln, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Kleie, Soja oder Lupine sind je nach Rezeptur in Eiweißbroten enthalten. Ernährungsexperten sehen allenfalls in dem hohen Ballaststoff-Anteil einen Vorteil gegenüber Graubrot oder anderen herkömmlichen Brotsorten.

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Abends keine Kohlenhydrate

Der Hype ums Eiweißbrot resultiert aus einem Diät-Trend, der auf eine bewusst kohlenhydratarme Ernährung setzt und stattdessen eine eiweißreiche Kost empfiehlt. Das Low-Carb-Konzept findet sich beispielsweise in der Atkins-Diät, aber auch in verschiedenen Trennkost-Diäten wieder. Über den Sinn dieser Diäten diskutieren Ernährungswissenschaftler schon lange. Laut Ernährungsexperten kann ein Verzicht auf Kohlenhydrate am Abend durchaus beim Fettabbau helfen: Durch den Verzicht auf Kohlenhydrate wird der Insulinspiegel niedrig gehalten. Ein hoher Insulinspiegel hindert indessen den Körper daran, die Fettreserven zu verwerten, so Professorin Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung gegenüber der Apotheken-Umschau. Allerdings funktioniere das Abnehmen mit dieser Methode nur, wenn die gesamte Kalorienbilanz stimmt. Wer auf Kohlenhydrate verzichtet und dafür mehr Fett zu sich nimmt, sollte nicht damit rechnen, dass die Pfunde purzeln.

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