Endlich: Zentrales Testaments-Register ab 2012

In Deutschland werden von Verbrauchern jedes Jahr Immobilien und Geldvermögen in Höhe von fast 200 Milliarden Euro vererbt. Ein dicker Batzen Geld. Da möchte man meinen, dass rechtlich hier sichere und klare Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Doch leider ist dies noch nicht so. Oftmals werden wichtige Dokumente gar nicht oder erst nach langer Suche gefunden. Die für die Erbfolge notwendigen Urkunden liegen derzeit nämlich bundesweit verstreut in über 5000 Stellen. Ab 1. Januar soll sich dieser Zustand nun endlich ändern. Bei der Bundesnotarkammer wird dann nämlich ein bundesweit gültiges zentrales Testamentsregister (ZTR) eingeführt. Experten gehen davon aus, dass die rechtlichen Verfahren bei Nachlässen deutlich beschleunigt werden und Gerichte somit entlastet werden.

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Nur notariell beglaubigte Testamente können erfasst werden

Bereits im Dezember 2010 verabschiedete der Deutsche Bundestag die neue Bundesnotarordnung, die den Weg frei machte für das neue, bundesweit einheitliche Testamentsregister. In das Register werden allerdings nur notariell beglaubigte Urkunden aufgenommen. Private Testamente, die zu Hause handschriftlich verfasst wurden, können im neuen Register leider nicht erfasst werden. Gespeichert werden auch nicht die Urkunden selbst, sondern nur Verwahrangaben zum jeweiligen Testament. Hierzu zählen die Daten des Erblassers, die Art und das Datum der Urkunde, die Daten des Notars, sowie die Anschrift der Verwahrstelle und deren Registerdaten.

Nur geringe Gebühr für die Eintragung ins Register

Wer sich mit Notargebühren auskennt, mag es kaum glauben: 15 Euro wird eine Eintragung im neuen Testaments-Register nur kosten. Das ist fair, zumal die Gebühr künftig zusätzlich, zu der einer notariellen Beglaubigung eines Testaments, anfällt. Jeder muss sie ab dem 1. Januar zahlen, da Notare gezwungen sind die Daten an das Zentralregister zu übermitteln. Die Gebühr wird direkt beim Notar gezahlt. Die Eintragung der Daten erfolgt dann elektronisch über besonders gesicherte Verbindungen des Notarnetzes.

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Im Sterbefall meldet dann das zuständige Standesamt den Todesfall an das zemtrale Testamentsregister. Wenn es im Register relevante Daten zu einer Erbschaft gibt, wird sofort das zuständige Nachlassgericht informiert und die Daten werden übermittelt. So lange der Testamentsverfasser noch lebt, werden keine Daten ohne dessen Zustimmung an Gerichte oder sonstige Stellen herausgegeben.

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