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ESM-Urteil: Alternativen zum Euro in der Währungskrise

Das Bundesverfassungsgericht hat den Weg frei gemacht, dass Deutschland als letztes Land dem Euro-Rettungsschirm (ESM) nun beitreten kann. Bundespräsident Joachim Gauck wird das entsprechende Gesetz nun in Bälde unterzeichnen. Viele Kritiker befürchten, dass Deutschland sich finanziell übernimmt und auch für Betragsausfälle anderer Staaten im ESM haften muss. Die Bazooka-Politik von Zentralbankspräsident Mario Draghi lässt ebenfalls viele Anleger an der Hartwährung Euro zweifeln. Wie stabil ist der Euro? Wie kann ich mein Geld sicher und gewinnbringend außerhalb des Euro-Raums anlegen? Diese Fragen stellen sich derzeit viele Verbraucher.

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Staatsanleihen in Schweizer Franken, skandinavische Kronen und britische Pfund

Die Schweiz hat ihre Grenzen dicht gemacht für Währungsspekulationen mit dem Schweizer Franken. Das Land hat mittlerweile mit den negativen Folgen einer überstarken Währung zu kämpfen. Während hierzulande die Wirtschaft – auch dank des schwachen Euro – noch brummt, herrscht bei unserer kleinen Schwester im Süden Katzenjammer. Die Eidgenossen haben Schwierigkeiten ihre Waren loszuwerden, da der hohe Kurs des Franken die Produkte im europäischen Ausland teuer macht. Der Spekulationsstopp ist sicher die richtige Entscheidung für die Schweiz. Für Anleger jedoch ist er eine Bremse.

Daher locken die skandinavischen Kronen-Anleihen. Dänemark, Schweden und Norwegen verfügen noch über eigene Währungen und haben alle drei positive Wirtschaftsdaten. Skandinavische Anleihen könnten somit als relativ sicherer Hafen bei einem Euro-Kollaps dienen. Allerdings ist die Wirtschaft der drei Länder – ähnlich wie die der Schweiz – extrem stark an den Euro-Raum gebunden. Selbiges gilt auch für das britische Pfund. Ein Umzug ins britische Pfund macht ohnehin sehr wenig Sinn, da die Staatsverschuldung, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten deutlich schlechter sind als beispielsweise in Frankreich – von der Euro-Zone ganz zu Schweigen.

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Fazit: Der Schweizer Franken ist für Privatanleger derzeit kein Geschäft. Ebenso das britische Pfund, zumal dieses aufgrund der enormen Staatsverschuldung Großbritanniens ebenfalls demnächst unter Spekulantenbeschuss stehen könnte. Anlagen in skandinavische Kronen gelten als sicher. Geld erhalten kann man dort, aber eher keines vermehren. Der Kurs ist bereits relativ hoch und die Zinsen niedrig.

Dollar-Geldanlagen in den USA

Der Dollarraum als ewigwährender Hort der Sicherheit hat ebenfalls ausgedient. Auch wenn die Republikaner derzeit gerade über die Wiedereinführung des Goldstandards diskutieren. Ebendiese müssen sich nämlich möglichst schnell mit den Demokraten über einen Haushalt einigen. Und dafür sieht es momentan gar nicht gut aus. Scheitern die Haushaltsverhandlungen, haben die großen in den USA beheimateten Ratingagenturen bereits angekündigt, die Kreditwürdigkeit des Landes zu senken. Hinzu kommt noch der lange Präsidentschaftswahlkampf in den USA, der bis Dezember geht.

Wenn selbst die amerikanischen Ratingagenturen die Top-Kreditwürdigkeit der USA in Frage stellen, ist dies ein nicht zu unterschätzendes Warnzeichen. Die Staatsverschuldung der USA ist jenseits von Gut und Böse. Die Arbeitsmarktzahlen katastrophal. Dennoch genießen die USA in der Welt noch immer Kredit und auch die militärische Dominanz spielt im Fall der Fälle eine positive Rolle. Anleger flüchten nämlich im Krisenfall gerne in starke Länder. Hinzu kommen noch die Niedrigzinsen auf US-Staatsanleihen. Auch der Aktienmarkt ist derzeit vergleichsweise hoch angesiedelt.

Fazit: Die USA sind derzeit kein Hort der Sicherheit. Die Wirtschaftsdaten sind katastrophal. Der Dollar hat zudem gegenüber dem Euro in den letzten Monaten massiv aufgewertet. Die Börsendaten sind im Vergleich zum Euroraum ebenfalls hoch, da lohnt es sich eher auf dem hier unterbewerteten Aktienmarkt anzulegen. Ab Dezember -nach den Wahlen- könnten die USA wieder attraktiver für Anleger werden.

Währungskonten als Alternative zum Tagesgeld

Ein Währungskonto ist ein Tagesgeldkonto in einer Fremdwährung. Diese Konten kann man bei nahezu jeder Bank eröffnen. Haken bei der Sache: Diese Konten sind in der Regel schlecht oder gar nicht verzinst. Zum Teil kommen auch noch Gebühren hinzu, zum Beispiel für den Währungstausch. Der Anleger hofft hier also auf Kursgewinne der Fremdwährung, beziehungsweise den Kursverfall des Euro. Übrigens: Wenn Sie sich das Geld auszahlen lassen, bekommen Sie innerhalb des Euroraums nur Euro ausgezahlt.

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Fazit: Fremdwährungskonten sind nur etwas für erfahrene Anleger. Geld verdient werden kann hier kaum noch. Die attraktiven Währungen haben bereits massiv gegenüber dem Euro aufgewertet, so dass künftig Kursverluste einkalkuliert werden müssen.

Aktienanleihen in fremden Währungen

Aktienanleihen in fremden Währungen, beziehungsweise aus fremden Ländern kann man über sein Online-Depot oder die Hausbank erwerben. Es gibt eine Vielzahl von Anleihen in anderen Währungen. Neben dem Klassiker, der US-Staatsanleihe, gibt es auch noch eine Reihe amerikanischer Firmen, die derzeit noch gut bewertet sind und in Dollar gehandelt werden. Auch einige deutsche Firmen bieten Anleihen in Dollar an. Zum Beispiel Daimler, die Deutsche Telekom oder RWE.

Fazit: Aktienanleihen in fremden Währungen bieten denen Schutz, die dem Euro misstrauen. Vorteil hier: Es kann auch in derzeit auf dem Aktienmarkt unterbewertete deutsche Firmen investiert werden.

Ausländische Rentenfonds

In Rentenfonds sind meistens sehr viele verschiedene Fonds und Anleihen gebündelt. In aller Regel in mehreren Währungen. Wer also raus will aus demn Euro, der sollte sich genau erkundigen. Europäische oder internationale Rentenfonds haben zuhauf Euro-Anleihen. Dennoch gibt es amerikanische Rentenfonds, die rein mit US-Dollar bestückt sind, ebenso schweizerische und britische in den jeweiligen Nationalwährungen Franken und Pfund. Auch in Skandinavien wird man fündig. Bei den Rentenfonds ist insgesamt das Risiko breiter gestreut, da Sie sich nicht allein abhängig machen von den Währungsschwankungen, da hier auch die Zinsentwicklung eine Rolle spielt.

Fazit: Ausländische Rentenfonds sind breitgestreut eine recht sichere Anlageform. Es ist allerdings anfangs recht kompliziert sich einen Überblick zu verschaffen.

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