Facebook und Twitter machen süchtiger als Alkohol und Zigaretten

Facebook, Twitter und E-Mail gehören mittlerweile ganz selbstverständlich zu unserem Alltag. Doch „Social Media“, also elektronische Medien, die es ihren Nutzern ermöglichen, miteinander zu kommunizieren, haben auch ihre Schattenseiten. So fand ein deutscher Forscher nun in einer Studie heraus, dass die neuen sozialen Medien ein deutlich höheres Suchtpotenzial haben als beispielsweise Alkohol und die als Süchtigmacher Nummer 1 verschrienen Zigaretten.

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Nutzer von Social Media können kaum widerstehen

Eben mal schnell die E-Mails checken oder kurz sehen, was die Freunde gerade bei Facebook treiben? Heutzutage ist das von nahezu überall aus und zu jeder Zeit möglich. Gerade die Verbreitung von Smartphones sorgt dafür, dass wir immer auf das Internet zugreifen können, ohne dass dies mit einem großen Aufwand oder hohen Kosten verbunden ist. Der Wunsch nach ständiger Kommunikation und Information ist bei vielen sehr stark ausgeprägt.
Doch die Suchtgefahr ist groß. Den sozialen Medien zu widerstehen ist sogar schwieriger, als Alkohol und Zigaretten zu widerstehen. Der renommierte Psychologe Prof. Dr. Wilhelm Hofmann hat dies nun in einer in Würzburg durchgeführten Untersuchung festgestellt. Für die Studie bekamen insgesamt 205 Testpersonen im Alter zwischen 18 und 85 Jahren Smartphones zur Verfügung gestellt. Über diese sollten die Probanden sieben Mal innerhalb von 14 Stunden am Tag an sieben aufeinanderfolgenden Tagen das Forscherteam informieren, wenn sie im Moment oder der letzten halben Stunde ein starkes Bedürfnis nach etwas hatten. Auch sollten sie mitteilen, wie stark dieses Bedürfnis war und ob sie ihm nachgegangen sind oder ihm widerstehen konnten, sowie ob dem Wunsch andere Tätigkeiten gerade im Weg standen. Die Forscher bekamen insgesamt 10.558 Antwort-Mails. In 7.827 von ihnen stand der Wunsch, soziale Medien nutzen zu wollen.

Nur zwei Bedürfnisse sind uns wichtiger

Lediglich das Bedürfnis nach Schlaf und Sex war höher. Allerdings konnten oder mussten die Probanden diesen Wünschen häufig widerstehen, da es gerade die berufliche oder private Situation nicht zuließ, diesen Bedürfnissen nachzukommen. Ganz anders sieht es bei den sozialen Medien aus. Dem Verlangen danach wurde fast immer nachgegeben. „Das heutige Leben besteht aus den verschiedensten Wünschen, denen wir ständig versuchen zu widerstehen. Aber das gelingt heutzutage immer seltener“, so Prof. Wilhelm Hofmann gegenüber der britischen Zeitung „the guardian“. Gerade dann, wenn das Nicht-Widerstehen mit geringen Kosten oder offensichtlichen negativen Folgen verbunden ist. Während man Sex am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichkeit eher schwer umsetzen kann, ist die Erfüllung des Wunsches nach sozialen Medien geradezu einfach zu haben. Ein Klick am PC oder Smartphone und schon kann das Bedürfnis gestillt werden.

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Das ist auch der Grund, warum Hofmann in seiner Studie davon ausgeht, dass es für Nutzer sozialer Medien deutlich schwieriger ist, sich beispielsweise von Facebook fernzuhalten, als von Alkohol und Zigaretten. „Das liegt in ihrer vergleichbar einfachen Zugangsmöglichkeit und dem geringen Aufwand an der Teilhabe“, so Hofmann. Zigaretten und Alkohol hingegen bringen zum einen Kosten mit sich und ihr Konsum ist auch gesundheitlich mit schweren Folgen verbunden. Soziale Medien hingegen kann man mit weniger Konsequenzen nutzen. Eventuelle Risiken werden nicht gesehen. „Dabei ist die Häufigkeit der Nutzung das Problem und der Schaden ist die Menge an verlorener Zeit“, so der Wissenschaftler weiter. Gerade dadurch, dass die „hohen Kosten“ der Nutzung sozialer Medien nicht gesehen werden, werden sie hemmungslos genutzt. Dem Bedürfnis wird über Gebühr häufig nachgegeben, so dass das Suchtpotenzial ähnlich wie bei der Internet-Sucht enorm ist, sagt Hofmann.

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3 Kommentare

  1. Das ist für meinen Geschmack aber sehr verallgemeinenrnd dargestellt. Wie süchtig machen denn bitte Alkohol und Zigaretten? Sprechen wir von sozialem Trinken oder Alkoholismus? Von Pfeifenrauchern oder elektrischer Kippe?
    So wichtig solche Studien sind, so sind sie doch nutzlos, wenn sie hinterher von den Medien nur kommuniziert werden, um zu bestätigen, was man schon immer zu wissen glaubte.

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