Fernbusse: Ab 2013 neue Linien in ganz Deutschland

Was bei Fernreisen ins Ausland bereits seit langem möglich ist, gibt es auf innerdeutschen Strecken ab Januar auch: Busverkehr. Ab dem kommenden Jahr sind nämlich die Bestimmungen für den Fernbusverkehr liberalisiert. Dann können private Busunternehmer auf allen Linien der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. Bisher war dies nur auf Strecken von und nach Berlin möglich. Ein Relikt aus der Zeit der deutschen Teilung. Der neue Anbieter „MeinFernbus.de“ eröffnet heute bereits eine neue Linie. Der Anbieter verspricht kostenloses W-Lan an Bord und Preise, die um 50 Prozent günstiger sind als bei der Bahn.

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Erste Fernbusstrecken in Süddeutschland bereits in Betrieb

Die ersten Linien sind bereits in Betrieb. Derzeit gibt es den neuen innerdeutschen Fernbusverkehr zwar nur in Süddeutschland, doch das wird sich bald schon ändern. „Wir wollen das bekannteste und beliebteste deutsche Fernbusunternehmen werden“, sagen Torben Greve und sein Partner Panya Putsathit. „Meinfernbus.de“ heißt ihr Unternehmen mit dem sie der Deutschen Bahn im Fernverkehr mächtig Konkurrenz machen wollen.

Im Moment betreibt das Unternehmen in Süddeutschland betreiben sie bereits zwei Linien. Heute kommt die Linie Stuttgart-Freiburg-Lörrach hinzu. Ab Dezember, also schon vor der offiziellen Freigabe des Busverkehrs am 1.1.2013, sollen es insgesamt acht Strecken sein. Die längste Linie geht dann vom Berliner Zentralen Omnibusbahnhof über Suhl, Heilbronn und Karlsruhe nach Freiburg.

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Ab Januar wird es in ganz Deutschland zahlreiche Fernbus-Linien geben

Bereits jetzt stehen eine ganze Reihe von Busgesellschaften in den Startlöchern, um ab Januar ins innerdeutsche Fernbusgeschäft einzusteigen. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) rechnet damit, dass sich in der Anfangszeit bis zu 30 Anbieter auf dem Markt tummeln werden. „Darunter werden Start-ups wie MeinFernbus, Deinbus oder Flixbus sein, aber auch größere Gesellschaften und Verkehrskonzerne aus dem Ausland“, so Bastian Roet vom BDO gegenüber der Zeitung „Welt“.

So viele Anbieter werden sich auf Dauer nicht am Markt halten können, so Wirtschaftsexperte Tristan von Berg. „Bereits im ersten Jahr werden wir erleben, dass einige der kleinen Anbieter wieder vom Markt verschwinden werden“, so von Berg. Doch es sind auch Big Player mit von der Partie: Die Deutsche Touring wird neue Strecken in ganz Deutschland anbieten anzubieten und auch aus dem Ausland bekommt die Bahn Konkurrenz. So hat sich der französische Verkehrskonzern Veolia, der in Deutschland bereits im Schienen-Regionalverkehr tätig ist, bereits um Fernbusstrecken beworben. Und nach Informationen der „Welt“ will auch der internationale Branchenriese „National Express“ aus Großbritannien mitmischen.

Günstige Kampfpreise zum Start

„Freiburg-Stuttgart ab 8 Euro“, „Frankfurt-Leipzig ab 15 Euro“ und „Düsseldorf-Freiburg ab 18 Euro“, so steht es auf der Internetseite von meinfernbus.de. Kampfpreise für Fernbus-Reisen, die derzeit beworben werden und die man tatsächlich buchen kann, auch wenn es die Strecken derzeit noch gar nicht gibt. Wer früh bucht, der spart enorm, so das Motto. An Bord gibt es Internet gratis und sogar das Fahrrad kann man mitnehmen.

„Wir wollen die Städte, die nur noch schlecht per Bahn angebunden sind, mit den großen Metropolen verbinden“, so Unternehmer Torben Greve. Die Busse in der ungewöhnlichen grasgrünen Farbe sollen künftig mehrmals am Tag zwischen den Städten hin und herfahren. Primäre Zielgruppe des Unternehmens sind Studenten, Jungmanager und Rentner, die bislang das Auto nutzen. Auch Familien aus dem ländlichen Bereich sollen angesprochen werden, denen das mehrmalige Umsteigen bei einer Reise mit der Deutschen Bahn zu lästig ist.

Fernbusse sind oft langsamer als Bahn

Nicht mehr ganz so gut erscheint das Angebot, wenn man auf die Schnelligkeit schaut.  So hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) nachgerechnet, wie es für die Strecke Frankfurt-Zürich aussieht. Mit dem Fernreisebus stehen dann nämlich 6,5 Stunden Reisezeit knapp unter vier Stunden mit der Bahn gegenüber. Per Auto dauert es auf der schnellsten Strecke ebenfalls nicht ganz vier Stunden.

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Eine Garantie, dass der Reisende den Zielort innerhalb einer bestimmten Zeitspanne erreicht, geben die grünen Busunternehmer bisher ebenfalls nicht. Lediglich eine „Get-home-Garantie“ gibt es, wie Geschäftsführer Putsathit gegenüber der FAZ sagt. Man werde sich im Ernstfall natürlich darum kümmern, dass ein Ersatzbus liegengebliebene Reisende auch wieder aufnehme.

Tickets für Fernbus-Fahrten kann man bereits jetzt im Internet buchen: www.meinfernbus.de. Es gibt sie allerdings auch in vielen Reisebüros oder direkt beim Fahrer, sofern noch Plätze im Bus frei sind.
Lesen Sie hier unseren Erfahrungsbericht zu Meinfernbus.de.

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Ein Kommentar

  1. Ich find es gut, dass jetzt neben der DB auch Fernbusse eingesetzt werden.Dauert zwar bisschen länger, ist aber billiger. Denn wer eine Reise tut, muss ja auch nicht hetzen um ans Ziel zukommen. Und der Komfort, außer der Beinfreiheit, ist auch nicht anders als im Zug. Vor allem kann man genauso entspannen und die Natur genießen, die an einem vorbeizieht. Ich würde per Bus z.B. mal nach Berlin, Nürnberg oder München fahren (von Dresden aus). Aber auch ins bergische Land.

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