Fruchtsäfte bald nur noch ohne Zucker

In seiner heutigen Sitzung in Straßburg hat das Europäische Parlament beschlossen, dass in Zukunft Fruchtsäfte auch nur noch richtigen Fruchtsaft enthalten dürfen. Es darf weder Zucker, noch Süßstoff enthalten sein. Bei Fruchtsaftmischungen, wie zum Beispiel Multivitamin-Fruchtsäften, muss künftig klar angegeben sein, welche Früchte enthalten sind. Die neuen Kennzeichnungsregeln sollen ab Ende 2013 gelten.

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Endlich klare Kennzeichnungsregeln für Verbraucher

Die Entscheidung kommt einer kleinen Revolution gleich: Fruchtsäfte dürfen nur noch als solche bezeichnet werden, wenn sie auch tatsächlich zu 100 Prozent aus Fruchtsaft bestehen. Das trifft derzeit auf die wenigsten Fruchtsäfte zu, die auf dem deutschen Markt sind. Die neuen verbraucherfreundlichen Regelungen betreffen die Etiketten und Bezeichnungen von Säften.

Es soll Schluss gemacht werden mit den irreführenden Bezeichnungen für Säfte. Spezielle „ohne Zucker“-Säfte, die dann aber Süßstoffe enthalten, dürfen künftig auch nicht mehr als Fruchtsäfte verkauft werden. “Unsere Priorität war es, Verbrauchern genaue Informationen zu geben, damit sie wissen, was sie einkaufen. Das Parlament spielte eine entscheidende Rolle dabei, Zuckerzusatz in Produkten, die als Säfte verkauft werden, zu verbieten. Zudem hat es dazu beigetragen, auf den Zusatz von Zucker oder Süßstoffen in ähnlichen Getränken aufmerksam zu machen“, so der Berichterstatter des Europäischen Parlaments Andrés Perelló Rodriguez von der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten & Demokraten.

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Bei vielen Produkten geht es nun ans Eingemachte

Viele momentan verkauften Produkte wird es ab Ende 2013 nicht mehr geben. Zumindest nicht so, wie sie heute beworben und ausgezeichnet sind. Saftmischungen müssen künftig genau so benannt werden, wie ihr Mischungsverhältnis ist. Ein Beispiel: Derzeit wird Erdbeersaft verkauft, obwohl er nur zu 10 Prozent aus echtem Erdbeersaft besteht und zu 90 Prozent aus Apfelsaft. Künftig müsste ein solcher Fruchtsaft „Apfel- und Erdbeersaft“ heißen. Eine allgemeinere Bezeichnung wie „Saftmischung“ kann ab drei Fruchtsorten gewählt werden. Aber auch hier muss dann ganz genau angegeben werden, zu welchen Teilen welcher Saft verarbeitet wurde.

Auch „purer Orangensaft“ ist derzeit oftmals eine Mogelpackung. In der Regel enthalten diese Säfte zwar 90 Prozent puren Orangensaft, werden aber mit circa 10 Prozent Mandarinensaft aufgegossen, damit der Geschmack und die Farbe besser werden. Auch hier gilt: Dieser Saft müsste künftig „Orangen- und Mandarinensaft“ genannt werden. Die Regelungen gelten übrigens auch für Produkte, die von außerhalb der EU eingeführt werden.

Fruchtsäfte dürfen, wenn die Neuregelungen Ende 2013 in Kraft treten, keinen Zucker mehr enthalten und auch keine Süßstoffe. Lediglich die sogenannten „Nektare“, die aus Frucht-Püree und Wasser hergestellt werden, dürfen dann noch Süßstoffe und Zucker enthalten. Doch auch für „Nektare“ gibt es Einschränkungen: Wollen sie das Label „ohne Zuckerzusatz“ künftig noch führen, dürfen sie weder Zucker noch Süßstoffe enthalten. Damit soll Verwirrungen beim Verbraucher vorgebeugt werden. Gerade für Diabetiker kann das überlebenswichtig sein.

Weiterführender Link zum Europaparlament

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