Gefährliche Keime auf Hähnchenfleisch: Jede zweite Probe ist betroffen!

Es gilt als günstig, kalorienarm und gesünder als Schweine- oder Rindfleisch: Viele Verbraucher setzen gerade aus diesen Gründen gerne Geflügel auf ihren Speiseplan. Doch Geflügelfleisch, gerade das billige aus der Massentierhaltung, scheint alles andere als gesund zu sein. Das bringt zumindest eine aktuelle Stichprobe zu Tage, in der Hähnchenfleisch aus dem Supermarkt unter die Lupe genommen wurde. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schlägt Alarm: Der Stichprobe zufolge war das untersuchte Hähnchenfleisch vielfach mit gefährlichen, antibiotika-resistenten Keimen belastet.

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In zehn der insgesamt 20 Fleischproben fanden sich nacht Angaben des BUND sogenannte ESBL (Extended Spectrum Beta-Lactamase). Dabei handelt es sich um Enzyme, die beispielsweise von Darmkeimen produziert werden und die Wirkung von Antibiotika verhindern. In zwei Fällen wurden MRSA-Keime (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus, auch als Krankenhauskeime bekannt)gefunden. Beides könne bei anfälligen Menschen zu schweren Krankheits-Symptomen bis hin zum Tod führen.

BUND-Vorsitzender fordert Abschaffung von Subventionen für Massentierhaltung

Der Vorsitzende des BUND Hubert Weiger sieht die Ursache für die Keimbelastung im Missbrauch von Antibiotika in der Massen-Tierhaltung: „Das Ausmaß der Kontamination von Lebensmitteln mit Krankenhauskeimen ist ein deutliches Warnsignal vor den Kollateralschäden der industriellen Tierhaltung.“ Er forderte Verbraucher-Ministerin Ilse Aigner zu schnellem Handeln auf. Die Subventionen für die industrielle Tierhaltung sollten abgeschafft und die Haltungsbedingungen für Nutztiere deutlich verbessert werden, so Weiger.

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Sogar gesunde Tiere bekommen Antibiotika

Auch die Agrarexpertin des BUND Reinhild Benning kritisiert die Massentierhaltung angesichts der aktuellen Ergebnisse scharf: „Hähnchen, Hühner, Schweine und Kälber leiden millionenfach unter inakzeptablen Haltungsbedingungen und erkranken daran. Bekämen sie keine Antibiotika verabreicht, würden sie in vielen Fällen nicht bis zum Schlachten durchhalten. Selbst gesunde Tiere bekommen die Antibiotika, weil in der industriellen Tierhaltung in der Regel ganze Tierbestände damit behandelt werden“, so Benning.
Der BUND ruft die Bundesregierung auf, dem Beispiel Dänemarks und der Niederlande zu folgen und den Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft stark reglementieren.

Reaktionen aus dem Verbraucher-Ministerium

Verbraucher-Ministerin Ilse Aigner reagierte prompt: Noch in dieser Woche soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, um den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung einzuschränken. Einem Bericht des Online-Magazins stern.de zufolge sei es Aigners erklärtes Ziel, den Antibiotika-Einsatz „auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Maß zu beschränken und die Befugnisse der zuständigen Kontroll- und Überwachungsbehörden der Bundesländer deutlich zu erweitern“. Für die Verbraucher in Deutschland wäre ein schnelles Handeln seitens des Ministeriums ein Schritt in die richtige Richtung – auch wenn die geplanten Schritte dem BUND nicht weit genug gehen.

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