Girokonten im Test: Kaum Gratiskonten für Filialkunden

Die Stiftung Warentest hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest Girokonten getestet und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Gerade einmal jede 20. Sparkasse oder Genossenschaftsbank bietet ein kostenloses Girokonto an. Das ergibt eine aktuelle Umfrage bei mehr als 1600 Banken deutschlandweit. Dabei könnten Verbraucher viel Geld sparen, wenn sie zu einem kostenlosen Girokonto wechseln würden – und müssten dabei nicht einmal auf den Komfort einer Filial-Bank verzichten.

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Laut Untersuchung der Stiftung Warentest sind Girokonten in Filial-Banken besonders teuer. Hierbei führen die Tester die Sparkasse Göttingen als Beispiel an: Deren Filial-Kunden zahlen je nach Kontomodell monatlich mindestens 6 Euro Kontoführungsgebühr – das macht stolze 72 Euro im Jahr! Hinzu kommen Zusatzgebühren, wenn mehr als 25 Buchungen im Monat anfallen.

Wer sich für das Online-Konto bei der Sparkasse Göttingen entscheidet, muss trotzdem noch 3 Euro monatlich für die Kontoführung zahlen, hinzu kommen bei Bedarf ebenfalls Zusatzgebühren, wenn das Buchungslimit von 25 überschritten wird.

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Das Konto überziehen sollte man bei der Sparkasse Göttingen am besten auch nicht. Denn mit 14,5 Prozent gehören die Dispozinsen bei dieser Sparkasse zu den höchsten in Deutschland, so die Stiftung Warentest.

Kostenlose Girokonten: Nur 73 Banken und Sparkassen erfüllen die Kriterien der Stiftung Warentest

Beim Girokonten-Test der Stiftung Warentest wurden für das Prädikat „Kostenloses Girokonto“ folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:

  1. Die Bank verlangt keine monatlichen Kontoführungsgebühren
  2. Die Girocard (auch EC-Karte oder Maestro-Card genannt) ist kostenlos
  3. Ein regelmäßiger Geldeingang oder eine Mindesthöhe wird nicht verlangt

Bei diesen Bewertungskriterien war es gerade für die Sparkassen sowie für die Volks- und Raiffeisenbanken schwer, die Vorgaben zu erfüllen. Von mehr als 300 ausgewerteten Sparkassen bieten laut Stiftung Warentest ledidglich 20 ein kostenloses Girokonto an. Immerhin: Sparkassen-Kunden können bundesweit an etwa 25.700 Geldautomaten kostenlos Bargeld abheben.

Bei den Volks- und Raiffeisenbanken sind es immerhin 44 Gratiskonten, dafür gibt es aber rund dreimal so viele Genossenschaftsbanken wie Sparkassen in Deutschland. Auch die Volks- und Raiffeisenbanken verfügen über einen großes Netz von Geldautomaten: 19.300 Geldautomaten bundesweit gehören zum Bankcard Servicenetz. An diesen Automaten dürfen auch Kunden der PSD-Banken kostenlos Geld abheben. Letztere bieten ebenfalls Gratiskonten an.

Alternativen zum teuren Girokonto

In ihrem Test führt die Stiftung Warentest zahlreiche Möglichkeiten an, wie Verbraucher bei der Kontoführung viel Geld sparen können. Für ältere Kunden oder Verbraucher in ländlichen Gegenden mit schwacher Anbindung ans Internet ist eine nahe gelegene Filiale oft das Hauptkriterium für die Wahl des Girokontos. Dabei bieten auch Filial-Banken kostenlose Girokonten an.

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Die Postbank beispielsweise bietet ein Gratiskonto an, wenn monatlich mindestens 1000 Euro auf das Konto einfließen. Da die Postbank über ein großflächiges Filialnetz verfügt und überdies dem Automaten-Netz Cash-Group angehört, können Kunden an rund 9000 Geldautomaten deutschlandweit kostenlos Geld abheben.

Die Targobank wiederum verlangt nur einen monatlichen Mindesteingang von 600 Euro für ihr Gratiskonto. Dafür ist die Filialdichte im Vergleich zur Postbank nicht ganz so hoch und die Auswahl der Geldautomaten zum kostenlosen Geldabheben ist geringer: Lediglich 2800 Geldautomaten sind dem sogenannten Cash-Pool angeschlossen, zu dem neben der Targobank auch die Santander Consumer Bank und die Sparda-Banken angehören.

Geld abheben mit der Kreditkarte

Das Geldabheben mit der Kreditkarte gilt allgemein als teuer. Dabei ist genau das für Kunden der ING-Diba oder Wüstenrot-Bank die Möglichkeit, an allen Geldautomaten kostenlos Geld abzuheben, die das VISA-Zeichen tragen: Das sind immerhin 50.000 in Deutschland!
Einige Sparkassen haben auf diese ungeliebte Konkurrenz reagiert und haben ihre Geldautomaten für VISA-Karten fremder Kunden gesperrt. Einige Gerichtsurteile verbieten diese Sperrung zwar, allerdings ist dieser Streit noch nicht endgültig entschieden.

Warum werden DKB und SKG-Bank nicht im Test empfohlen?

In der Vergangenheit hat die Deutsche Kreditbank Berlin (DKB) mit guten Testurteilen für ihr DKB-Cash-Konto geworben. Viele DKB-Kunden wundern sich, dass die DKB im aktuellen Test nicht als Anbieter von Gratiskonten erwähnt wird.

Heike Nicodemus von der Stiftung Warentest erklärt das so: „Sowohl bei der DKB als auch bei der SKG-Bank gehört zum Gratiskonto die  kostenlose VISA-Kreditkarte dazu. Hierfür wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt, die bestimmte Kunden vom kostenlosen Girokonto ausschließt – daher konnten wir beide Banken im Test nicht berücksichtigen.“

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Wer jedoch über ein geregeltes Einkommen verfügt und keine SCHUFA-Einträge vorzuweisen hat, kann vom Gratiskonto der DKB durchaus profitieren. Mit der gratis VISA-Karte ist das Geldabheben nicht nur in Deutschland, sondern weltweit an allen Automaten kostenlos, die das VISA-Logo tragen.

Es gibt keine Kontoführungsgebühren und für das bargeldlose Bezahlen gibt es eine kostenlose Girocard obendrauf. Ein regelmäßiger Geldeingang oder eine Mindestsumme ist laut Auskunft der DKB nicht notwendig. Die SKG-Bank wurde erst vor wenigen Jahren zu 100% von der DKB übernommen und bietet ihren Giro-Kunden ähnliche Konditionen an wie die Mutterbank DKB.

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