Vorsicht vor Goldankauf! Große Preisunterschiede bei Goldankäufern

Das Geschäft mit dem Goldankauf boomt. Überall eröffnen Goldankäufer kleine Läden und locken mit angeblich fairen Preisen für Altgold. Viele Verbraucher wiederum möchten vom hohen Goldpreis profitieren und verkaufen ihren alten Schmuck oder Zahngold. Doch für wen lohnt sich das Geschäft mit dem Altgold wirklich? Und wie seriös sind die Ankaufagenturen, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen? Die Frankfurter Rundschau (FR) hat Goldankäufer im Rhein-Main-Gebiet getestet.

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Goldankauf im Test

Der Goldpreis steigt seit Jahren. Beflügelt durch die Eurokrise ist das Edelmetall mittlerweile auf einen Preis von um die 1.300 Euro pro Feinunze (31,1 Gramm) gestiegen. Vor zehn Jahren kostete die Unze Gold noch 300 Euro – das ist eine mehr als vierfache Preissteigerung! Klar, dass jetzt viele den hohen Goldpreis nutzen möchten, um alten Schmuck oder Zahngold mit Gewinn zu verkaufen. Das Zauberwort lautet Goldankauf! Doch sind die Preise in den sogenannten Gold-Ankaufagenturen wirklich so fair, wie die Schilder und Aufsteller behaupten? Die FR hat in einer Stichprobe herausgefunden, dass die Ankaufpreise für Gold höchst unterschiedlich ausfallen können.

Enorme Preisunterschiede bei Goldankäufern

Das Testobjekt ist ein goldener Armreif mit 585er Gold: Der Goldanteil beträgt immerhin knapp 15 Gramm. Bei der ersten Goldankauf-Agentur in Langen (Kreis Offenbach) bekommen die Tester 400 Euro für den Armreif geboten. Vergleicht man den Preis mit Goldhändlern im Internet klingt das Angebot wenig fair. Online-Goldhändler werben im Falle von 585er Gold schließlich mit bis zu 33 Euro pro Gramm. Das wären aktuell knapp 500 Euro für den Test-Armreif. Beim Goldankauf in Langen gibt es 100 Euro weniger als im Netz.

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Beim zweiten Goldhändler handelt es sich um eine Filiale der Kette Gold Buyers. Die Goldankauf-Filiale befindet sich in einem Einkaufszentrum in Neu-Isenburg und wirkt auf die Tester zunächst etwas fragwürdig. Schließlich wird das Verkaufsgespräch mitten in einem Durchgang an einer Art Kochinsel geführt, so dass jeder Passant das Gespräch mithören kann. Dennoch wird der Goldgehalt laut Test korrekt analysiert und das Kaufangebot liegt sogar noch etwas höher als beim ersten Goldankäufer: 440 Euro.

Degussa zahlt für Altgold am meisten

Der höchste Preis im Test wird jedoch beim Degussa-Goldhandel im Frankfurter Westend geboten: Stolze 550 Euro bietet die renommierte Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt für das Erbstück – immerhin 150 Euro mehr als beim ersten Testankäufer.

Verbraucherzentrale warnt vor dreisten AGB

Verbraucherschützer warnen schon seit Längerem vor unseriösen Goldankäufern. Die Verbraucherzentrale NRW hat beispielsweise die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) diverser Filial- und Online-Goldhändler kritisiert. Darin sichern bürden die Goldankauf-Betreiber ihren Kunden eine Rücknahmeverpflichtung auf – für den Fall, dass es sich „nicht um das zugesicherte Edelmetall handelt“. Und: Diese Rücknahmeverpflichtung kann sogar noch Jahre später eingefordert werden. Aus Sicht der Verbraucherschützer ist das ein großes Risiko für Verbraucher, die ihr Gold verkaufen.

Noch unverschämter klingen die Geschäftsbedingungen bei einigen Online-Gold-Händlern, die im Fernsehen mit Bestpreisen für Altgold werben. Wer bei den AGB genauer hinschaut, stellt fest, dass sich diese Goldankäufer sogar das Recht herausnehmen, Golduhren und andere Schmuckstücke „zur Ermittlung des Ankaufwertes ganz oder teilweise irreparabel zu beschädigen und/oder zu zerstören“. Andere Goldankauf-Stellen nehmen sich wiederum heraus „sämtliche Bestandteile, die nicht Vertragsgegenstand sein können (wie Steine, Edelsteine, sonstige Applikationen) zu entfernen“.

Wer jetzt sein Gold versilbern möchte, kann zwar durchaus gute Preise erzielen. Allerdings sollte man bei der Suche nach dem richtigen Goldankäufer nicht nur Preise vergleichen. Man sollte sich vor allem auch die Geschäftsbedingungen der Ankaufagentur genau anschauen.

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2 Kommentare

  1. Der Goldmann zahlt für 30 gr 750er Zahngold ohne Zahn- und Zementrückstände 90 €. Beim verdeckten Wiegen sollen es nur 17 gr gewesen sein. Ein Kunde, bei dem ich mich fragte, wie er in den Besitz einer wertvollen goldenen oder zumindest hochkarätig vergoldeten Uhr gelangt ist, erhielt nach einem kurzen Blick darauf schnell und unbürokratisch 25 €. Seit 1 Jahr gibt’s die Freiburger Filiale in großzügigen Geschäftsräumen. Die Regionalblätter sind entzückt, wirbt doch Goldmann seither mehrmals pro Woche mit Vertrauen, Fairness, Seriösität, Kundenzufriedenheit, transparente Wertermittlung und weiteren Unwahrheiten. Wer beim Goldankauf weniger als 10 % des Realwerts bezahlt, wirtschaftet in die eigene Tasche und bescheißt nicht nur die gutgläubigen Kunden sondern auch den Fiskus wie unlängst ein türkischer Goldankäufer aus Essen, der in knapp 2 Jahren 7,8 Mio. € Steuern hinterzog.

  2. Hanke Richter

    Schwierige Sache, angesichts der TV-Werbung und der Masse an Goldankäufern mit zwielichtigen Geschäftsmodellen, wie sie es beschrieben Haben Fr. Bauer. Ich habe vor einigen Monaten den Gold- und Silberschmuck aus dem Erbnachlass verkauft und bin dabei auf Nummer sicher gegangen. Ich habe nach seriösen Edelmetallhändlern gesucht, dort angerufen und bin dann mit einem aktuellen Goldpreis im Hinterkopf (nur damit man einen Anhaltspunkt hat) dorthin gefahren. War ein netter Kontakt und ich habe gleich noch in der Vitrine bewundern dürfen, was aus meinem Goldschmuck wird. Eine Liste mit seriösen Edelmetallhändlern habe ich nach kurzer Suche auf http://www.goldpreis.de gefunden. Dort kann man nach Edelmetallhändlern in seiner Nähe suchen und dann einfach dort anrufen und nachfragen.

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