Gütesiegel bei Online-Shops: Auf welche Zertifikate ist Verlass?

Das Online-Shopping wird immer populärer, so eine aktuelle Studie der Initiative D21. Mittlerweile haben 96 Prozent der Internet-Nutzer schonmal im Internet im Internet eingekauft.  Zwei Drittel von ihnen legen Wert auf Internet-Händler mit einem Gütesiegel. Viele E-Shops schmücken sich daher mit Zertifikaten. Die sehen manchmal seriöser aus als sie tatsächlich sind. Ähnlich wie bei gefälschten Test-Siegeln wird auch bei Gütesiegeln getrickst. Doch welche E-Shop-Gütesiegel sind wirklich verlässlich?

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Kleidung, Musik, Elektronik oder sogar die individuell zusammengestellte Schokolade: Für fast alles gibt es im Netz virtuelle Shops. Selbst Supermärkte liefern vielerorts die Einkäufe bequem nach Hause – wenige Mausklicks genügen. Doch wehe, wenn die Ware nicht pünktlich ankommt, defekt ist oder überhaupt geliefert wird – dann kann die Beschwerde schon mal ins Leere laufen. Vor allem dann, wenn der Shop-Anbieter sein Geschäft aus dem Ausland betreibt.

Güte-Siegel für sicheres Einkaufen im Netz

Um die Branche vor schwarzen Schafen zu schützen, gibt es Online-Shop-Gütesiegel. Zu den bekanntesten Siegeln in Deutschland zählen „Trusted Shops“, „Safer Shopping“ vom TÜV Süd sowie das Siegel „EHI Geprüfter Online-Shop“. Diese Siegel dürfen nur von Online-Händlern genutzt werden, die nachweislich pünktlich liefern und Reklamationen reibungslos bearbeiten. Die Initiative D21 bietet auf der Website http://www.internet-guetesiegel.de einen Katalog mit empfohlenen Gütesiegeln an.

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Die Anforderungen, um eines dieser begehrten Siegel zu erhalten, werden von den Anbietern der Siegel im Vorfeld überprüft: Geht der Anbieter vertrauensvoll mit Kundendaten um? Sind die Zahlungsmethoden zuverlässig? Hält sich der Händler an Widerrufsrecht und Garantieversprechen? All dies sind Kriterien, die der Gesetzgeber für den Betrieb eines Online-Shops ohnehin vorgibt. Doch die Gütesiegel können immerhin ein Hinweis darauf sein, dass ein Händler es mit den Gesetzesvorgaben ernst meint. Schließlich zahlen Shop-Betreiber für die Überprüfung des Shops Geld. Und: Wenn beim Siegel-Betreiber Kundenbeschwerden eingehen, verliert der Händler das Recht, seine Seite mit dem Gütesiegel zu schmücken.

Online-Gütesiegel sind keine Garantie für seriöse Händler

Ein seriös wirkendes Gütesiegel heißt nicht automatisch, dass der Online-Shop vertrauenswürdig ist, warnen Verbraucherschützer. So warnt beispielsweise Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW vor blindem Vertrauen in die Online-Gütesiegel. Seiner Erfahrung nach seien die meisten Kunden bereits zufrieden, wenn irgendein Zertifikat auf der Startseite des Händlers zu finden sei, so der Verbraucherschützer.

Shop-Siegel mit Käuferschutz

Kommt es beim Online-Shopping zu Problemen mit dem Händler, haben die meisten Siegel-Anbieter nur die Möglichkeit, über den drohenden Entzug des Siegels auf den Online-Händler Einfluss zu nehmen. Eine Service-Garantie für den Kunden ist das freilich nicht. Immerhin bietet der Siegel-Anbieter Trusted Shops einen Käuferschutz für zertifizierte Shops an. Wenn ein Problem auch nach längeren Verhandlungen mit dem Händler nicht gelöst werden konnte, springt der Siegel-Anbieter ein und erstattet dem Kunden sein Geld. Andere Siegel-Anbieter könnten diesem Beispiel folgen, bislang ist Trusted Shops allerdings der einzige Anbieter auf dem Markt, der diesen Service bietet.

Kriterien für seriöse Online-Shops

Wer in einem neuen E-Shop einkaufen möchte, sollte sich vor der Bestellung gründlich über das Unternehmen informieren. Hat der Shop ein vollständiges Impressum? Gibt es eine erreichbare Telefonnummer? Wo ist der Sitz des Unternehmens? Sind diese Grundvoraussetzungen erfüllt, dann scheut der Online-Händler immerhin den Kundenkontakt nicht. Um zu prüfen, ob die Telefonnummer stimmt, sollte man einfach anrufen und dem Verkäufer eine Detail-Frage zum Produkt stellen. Im Gespräch kann man seinen persönlichen Eindruck vom Händler dann vertiefen.

Außerdem sollten die Produktbeschreibungen umfassend sein und die Preise nach einzelnen Posten wie Versandkosten und MwSt. aufgeschlüsselt sein. Wichtig auch: Man sollte vor der Bestellung ein Zahlungsmittel wählen können. Zudem sollte der Bestellbutton den aktuellen Bestimmungen entsprechen und einen Hinweis enthalten, dass man jetzt kostenpflichtig bestellt.

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