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HKX-Bahn startet: Mit dem Hamburg-Köln-Express ab 20 Euro von Köln nach Hamburg

Die Deutsche Bahn hat jetzt auch auf längeren Bahnstrecken Konkurrenz bekommen: Der neue Bahnbetreiber HKX (Hamburg-Köln-Express) startet am 23.7.2012 den Regelbetrieb mit der ersten Fahrt um 6.35 Uhr ab Hamburg Altona. Schon einige Male wurde der Start der neuen Bahnverbindung verschoben. Am Montag ist es endlich soweit. Kann der neue Konkurrent mit der Deutsche Bahn mithalten?

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Von Hamburg nach Köln in vier Stunden schon ab 20 Euro. Das Angebot des neuen Bahnbetreibers HKX dürfte in den Chefetagen der Deutschen Bahn für einige besorgte Blicke gesorgt haben. Schließlich hatte die DB bislang nur im Regionalverkehr Konkurrenz auf den Schienen zulassen müssen. Eigentlich war der Start der neuen Bahnverbindung von Hamburg nach Köln schon für August 2010 geplant. Allerdings habe sich die Trassenfreigabe durch die Deutsche Bahn verzögert, so HKX-Chefin Eva Kreienkamp laut Welt online.

Gleiche Fahrtzeit wie Deutsche Bahn

Die HKX-Strecke von Hamburg nach Köln ist kürzer als die der Deutschen Bahn. Statt über Bremen und Dortmund fahren die HKX-Züge über Osnabrück und Gelsenkirchen Richtung Domstadt. Daher ist die Fahrtzeit im Vergleich zur Deutschen Bahn in etwa gleich – und das, obwohl der Hamburg-Köln-Express maximal 160 km/h fährt.

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Die Wagons werden zumindest bis zum Jahresende vor allem Nostalgiker erfreuen: Fünf Erste-Klasse-Wagons des legendären Rheingold-Express bilden den Hauptzug. An Wochenenden gibt es Verstärkung durch die weniger komfortablen Regionalbahn-Wagen der Nord-Ostsee-Bahn. Ab 2013, so die HKX-Pläne, sollen die von der Österreichischen Bundesbahn gekauften Züge endlich modernisiert und einsatzbereit sein.

Günstige Ticketpreise ohne Reservierungsgebühr

Die Ticketpreise für eine einfache Fahrt von Hamburg nach Köln liegen im Vorverkauf zwischen 20 und 60 Euro, das ergibt einen Kilometerpreis von 5 bis maximal 15 Cent. Das Angebot richtet sich vor allem an Kunden, die nur sporadisch Bahn fahren und für die sich eine Bahncard nicht lohnt. HKX-Tickets können im auf der Website www.hkx.de im Internet, telefonisch unter 0180-3 459 459 (9 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz bis max. 42 Cent/Min. aus dem Mobilfunknetz) sowie in den Zügen gekauft werden. Der Sitzplatz ist inklusive und muss nicht zusätzlich bezahlt werden. Wer sich bei der Buchung unter MeinHKX registriert, kann sich einen Wunschsitzplatz aussuchen.

Bislang sind im Vorverkauf nur zuggebundene Tickets erhhältlich (Basic X-Ticket). Laut Beförderungsbedingungen von HKX sind aber offenbar auch flexible Tickets vorgesehen. Womöglich werden diese in Zukunft erhältlich sein. Änderungen oder Stornierungen der zuggebundenen Tickets sind gegen eine Gebühr in Höhe von 10,- Euro bis 23.59 Uhr vor dem Reisetag möglich. Will man den Namen des Reisenden ändern, kostet das ebenfalls 10,- Euro. Wer ein Fahrrad oder einen Hund mitnehmen will, zahlt pro Strecke 10,- Euro drauf. Allerdings hängt die Fahrradmitnahme von der Verfügbarkeit ab. In den Rheingold-Wagons, die derzeit hauptsächlich eingesetzt werden, ist dies beispielsweise nicht möglich. Immerhin: Wer mit der Hinfahrt gleich die Rückfahrt bucht, spart 10 Prozent auf den Rückfahrpreis.

Preisvergleich HKX – Deutsche Bahn

Eine erste Stichprobe zeigt: Die Fahrt mit HKX statt mit der Deutschen Bahn kann sich sogar für Bahncard-50-Kunden lohnen. Bei unserer Stichprobe entschieden wir uns für eine Fahrt von Düsseldorf nach Hamburg, die in zwei Monaten stattfinden soll. Wir wählten die Hinfahrt unter der Woche, wenn viele Züge vergleichsweise niedrig ausgelastet sind und somit Spielraum für Sparpreise bieten. Die Rückfahrt soll an einem verkehrsreichen Tag stattfinden, üblicherweise sind an Wochenenden, vor allem Sonntags Sparpreise schnell ausgebucht. Sowohl beim Hamburg-Köln-Express als auch bei der Deutschen Bahn waren Züge zur gewünschten Uhrzeit verfügbar.

Stichprobe
Hinfahrt Dienstag, 18. September mittags
Rückfahrt Sonntag, 23. September nachmittags

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Das Ergebnis unserer kleinen Stichprobe ist erstaunlich: Für den Städtetrip nach Hamburg zahlt man bei HKX 74,- Euro inklusive Sitzplatz. Die Fahrtzeit beträgt in beide Richtungen jeweils 3 Stunden 42 Minuten.

Die Deutsche Bahn verlangt im Sparpreis für Hin- und Rückfahrt 108,- Euro. Hinzu kommen bei der Deutschen Bahn für jede Fahrtrichtung jeweils 4,- Euro Reservierungsgebühren an. Eine Reservierung wird wegen verstärkter Nachfrage auf der Strecke laut DB-Website empfohlen. Somit steigt der DB-Preis auf insgesamt 116,- Euro. Die Fahrtzeit für beide Strecken bei der DB beträgt 3 Stunden 39 Minuten. Preisersparnis bei HKX: 42,- Euro

Selbst in Verbindung mit einer Bahncard 50 kostet die DB-Variante im ausgewählten Zeitraum 78,- Euro. Außerdem fallen für jede Strecke 4,- Euro Reservierungskosten für einen Sitzplatz an: Also 86,- Euro mit der DB, wenn man am Sonntagabend nicht im Gang stehen möchte. Preisersparnis bei HKX: Immerhin 12,- Euro. Fairerweise muss man hinzufügen, dass es sich beim Bahncard-50-Angebot um ein flexibles Ticket handelt. Wer den Zug verpassen sollte, kann mit dem Ticket auch einen späteren Zug nutzen.

Weitere Informationen zu HKX

Kinder bis zu 14 Jahren in Begleitung von mindestens einem Erwachsenen zahlen nur 5 Euro für eine Sitzplatzreservierung. Kinder ab 6 Jahren, die alleine reisen, gelten als Erwachsene und zahlen den vollen Preis.

Der Hamburg-Köln-Express hält an folgenden Stationen: Hamburg-Altona, Hamburg Dammtor, Hamburg Hbf, Hamburg-Harburg, Osnabrück Hbf, Münster Hbf, Gelsenkirchen Hbf, Duisburg Hbf, Essen Hbf, Düsseldorf Hbf und Köln Hbf. Die Fahrzeit zwischen der Hansestadt und der Domstadt liegt bei gut vier Stunden. Damit ist der HKX in etwa so schnell am Ziel wie die Züge der Deutschen Bahn.

Von Montag bis Mittwoch wird der HKX einmal täglich verkehren, von Donnerstag bis Sonntag gibt es bis zu drei Verbindungen pro Richtung und Tag. Darüber hinaus startet jeden Sonntagabend im Hauptbahnhof Köln der HKX-Mitternachts-Express, der Hamburg erst nach 01:00 Uhr am Montag erreicht.

Die HKX GmbH ist das erste private Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland, das ausschließlich Personenfernverkehr auf der Schiene betreibt. Hauptgesellschafter der HKX GmbH ist die Railroad Development Corporation (RDC) Deutschland, weitere Gesellschafter die locomore rail GmbH & Co. KG sowie der Eisenbahninvestor Michael Schabas.

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9 Kommentare

  1. Find ich nicht schelcht kann man zumindest da bissel an Ticketkosten sparen….

  2. Endlich Konkurrenz für „Die Bahn“.

    Wer konkurrenzlos den Markt bestimmt, hat es nicht nötig, auf Kunden wirklich einzugehen, vielmehr besteht die Neigung, den „Kunden“ auszunehmen.
    Ich wünsche der HKX viel Erfolg und weitere Strecken-Übernahmen. In der Service-Wüste Deutschland ist ein tatsächlich kundenorientierter Anbieter notwendig, damit der bisherige Monopolist zu Veränderungen gezwungen ist.

  3. Rainer Stoerch

    Hallo;
    endlich mal etwas,worauf viele Bahnkunden längst gewartet haben;denn bei Flügen funktioniert dieses System ja auch seit langer Zeit,nach dem Grundsatz,Konkurenz belebt das Geschäft.
    Großartig und bitte versucht doch,das man auch eine Strecke weiter nach Süddeutschland anbinden kann,Frankfurt/a.M./Stuttgart-München,das wäre sensationell.
    Vielen Dank,liebe HKX;
    Euer neuer Kunde,R.Stoerch.

  4. Wolfgang Platte

    Dies ist ein guter Tag für alle „Zwangskunden“ der Deutschen Bahn. Endlich bewegt sich etwas Wettbewerb auf der Fernstrecke. Die Strecke Köln-Hamburg gehört zu den am stärksten ausgelasteten Fernstrecken im Netz der DB.Nur was wird dem Kunden auf dieser Strecke von der DB geboten bzw zugemutet? Schon äußerlich wirken die alten IC-Züge auf dieser Strecke wenig einladend und Vertrauen erweckend.Wann waren diese vernachlässigten Lokomotiven und Waggons zuletzt einmal in einer Waschstraße? Es müssen, so jedenfalls die äußere Anmutung, Jahre gewesen sein. Entsprechend ist dann auch der technische Zustand des rollenden Materials.Störungen am „Triebfahrzeug“ oder eine Wagenstörung, die zu langen Verspätungen oder gar Zugausfällen führen, sind da nicht verwunderlich, aber für den Fahrgast mehr als ärgerlich…
    Als Kunde mit der BC First freue ich mich besonders über die Ankündigung auf dem Kölner HBF „heute mit geänderter Wagenreihung!“ was bedeutet Reisegepäck schnell durch die Massen der sonst noch wartenden und desorientierten Mitreisenden von der Spitze zum Ende des langen Zuges zu bugsieren! „Thank you for travelling“…
    Warum werden auf den Fernstrecken nicht grudsätzlich Reservierungen vergeben? Mit entspanntem Reisen haben die Viehtransporte auf dieser Stecke jedenfalls nichts zu tun.
    Dabei sind die Tickets der Bahn teuer, die Leistung der Bahn aber oft mehr als mangelhaft.
    Ich wünsche den Betreibern des HKX viel Glück und Erfolg! Als regelmäßiger leidgeprüfter Fahrgast auf dieser Strecke weiss ich, was ich zu tun habe…Ich fahre nur noch HKX!

  5. Reinhard Mielke

    So wie ich den Streckenverlauf sehe, fährt der HKX im Ruhrgebiet von Norden kommend über Gelsenkirchen, Essen, Duisburg nach Köln.
    Wenn ich an die 60iger Jahre mich erinnere . Damals fuhr die Bundesbahn über Recklinghausen, Wanne Eickel, Gelsenkirchen, Essen-Altenessen, Oberhausen und Duisburg nach Köln. Das wär doch auch mal eine Alternative, auch wenn dann der Essener Hbf umgangen wird. Dafür kämen aber Oberhausen mit in Betracht und diese Strecke ist auch nicht so überlaufen wie die Strecke Essen Duisburg.

  6. Die IC- Direktstrecke Rheintal-Köln-Hamburg ist die von der DB am schlechtesten bediente Strecke im ganzen Netz. Auf keiner anderen Verbindung gibt es so viele Verspätungen und
    im Schnitt so schlechtes Wagenmaterial.
    Im Internet der DB steht dann z. B. 30 Min. Verspätung durch Verz. beim Ein/Ausstieg.
    Lachhaft! Der ware Grund sind keine Fahrzeitreserven im Fahrplan!
    Im norddeutschen Flachland hat man einen 200er Fahrplan aufgestellt, da die
    Strecke zwischen Münster und HH-Harburg vor 25 Jahren auf 160 km für 200km-Fahr-
    geschwindigkeit ausgebaut wurde (erkennbar am Kabel im Gleis).
    Das sind 12 Min. Fahrzeitgew., nur wird diese Geschwindigkeit heute
    nur noch sporadisch erreicht. Zwischen Münster und Lengerich schon seit Jahren ausser
    Betrieb gesetzt . Im Fahrplan nicht berücksichtigt.
    Deshalb kann der HKX seinen Vorteil, dass er nicht über Dortmund (Vermeidung der
    eingl. Strecke zwischen Lünen-Münster, ADAC-Bahn), Umfahrung Bremen und
    leichtere Züge voll ausspielen.
    Bin am 29.7.12 spontan für 30,- EUR von Osnabrück nach HH- HBF gefahren.
    Zug allerdings nur ca. 25% besetzt , 4 Wa. Rheingold, nur 2 Toiletten,
    Sitze für mich etwas zu weich.
    HH-Harburg 10 Min.!! vor Plan erreicht. Mussten wir „abstehen“.
    Os ab 14.16 Uhr – Harburg an 15.48 Uhr.
    Das könnte was werden, wenn der Fahrplan verdichtet und ein Halt
    südlich Bremen (also nicht Sagehorn) hinzukommt.

  7. eine Frage: kann ich als Schwerbehinderter -80 %, Merrkzeichen g und b diese Züge auch kostenlos benutzen ? Kann ich dann auch Platzkarten buchen ?

  8. Vorsicht, Abzocke bei Stornierungen! Die Gebühr wird dann pro Person und Buchung berechnet. Ich habe für zwei Personen Hin- und Rückticket für 80 Euro gekauft, und musste dann 40 Euro für eine Stornierung bezahlen. Gute Idee, aber leider schlechter Kundenservice!

  9. Hätte jetzt die Möglichkeit gehabt, von Bochum nach Osnabrück den HKX zu nehmen, wenn – ja wenn er bei der DB mit buchbar gewesen wäre.
    Preis der DB 19 € all in. Preis DB von Bochum nach Dortmund plus HKX von Dortmund nach OS = ???.

    Jeden anderen Anbieter kann man gleich mitbuchen und mitnutzen, warum diesen nicht?
    Und 2 Toiletten für 4 Waggons, das fände ich auch etwas wenig. Aber wenn die dann wenigstens funktionieren und sauber sind?

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