Horrorbilder auf Zigarettenpackungen: EU will Raucher schocken

Raucherlungen, Raucherbeine und Raucherzähne auf der Zigarettenpackung: Außer den bekannten Warnhinweisen will die EU-Kommission künftig Ekelbilder für Zigarettenpackungen vorschreiben. Auch die Zigaretten selbst sollen weniger attraktiv werden. Mentholzigaretten sollen ganz verschwinden. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum EU-Vorstoß gegen das Rauchen.

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Wie sollen die Horror-Zigarettenpackungen künftig aussehen?

Ekelhaft und abschreckend. Die EU-Kommission will drei Viertel der Oberfläche von Vorder- und Rückseite einer Packung mit schockierenden Warnhinweise versehen. Bislang war gerade die Hälfte davon für Gesundheitswarnungen vorgesehen. Es bleibt also gerade einmal Platz für das Markenlogo. Zu den Horror-Bildern sollen faulende Raucher-Zähne oder eine krebszerfressene Lunge gehören. „Eine Zigarettenpackung soll aussehen wie ein Tabakerzeugnis und nicht wie ein Kosmetikkoffer oder Süßigkeiten“, sagt der maltesische EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg. Raucher, die aufhören wollen, finden Hinweise auf Hilfsangebote im Internet oder Hotlines direkt auf der Zigarettenpackung.

Was ändert sich bei den Inhaltsstoffen von Zigaretten?

Bislang wird bei einigen Zigaretten der Tabakgeschmack durch Zusätze abgemildert. Gerade für junge Raucher macht das den Einstieg einfacher, so die EU-Kommission. Daher sollen Aromen wie Schokolade oder Erdbeere verboten werden. Auch Farbstoffe für bunten Rauch sind bislang erlaubt, künftig sollen sie verboten werden. Beim Thema Menthol sind die Pläne der EU halbherzig: Solche Geschmackszusätze bleiben erlaubt, wenn sie den Geschmack der Zigarette nicht dominieren.

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Vitamine und Koffein in Zigaretten

Zigarettenzusätze wie Vitamine oder Koffein, die einen Mehrwert für den Raucher versprechen, sollen verboten werden. Das gilt auch für das Aufputschmittel Taurin, das man aus Energydrinks kennt. Vitamine suggerieren, dass Zigaretten gesundheitsfördernd sein könnten. Auch das wird verboten. „Der Verbraucher darf nicht betrogen werden: Tabakprodukte sollen aussehen und schmecken wie Tabakprodukte“, sagt Borg. Was Borg nicht sagt: Momentan wirbt ohnehin keine bekannte Zigarettenmarke mit gesundheitsfördernder Wirkung. Das Verbot dieser Zusatzstoffe gleicht also einem Schlag ins Leere.

Wie sollen Zigaretten künftig aussehen?

Neben den Zigarettenpackungen werden auch Zigaretten in der Optik einheitlicher. Künftig soll der Durchmesser einer Zigarette mindestens 7,5 Millimeter betragen. Die in Osteuropa so beliebten Slim-Zigaretten dürften in Zukunft nicht mehr in der EU verkauft werden. An den  Obergrenzen für den Nikotin- und Teergehalt soll sich nichts ändern, die Werte müssen weiterhin auf der Zigarettenpackung stehen.

Nachsicht bei Pfeifentabak, Zigarren und Zigarillos

Bei anderen Tabakprodukten als Zigaretten ist die EU-Kommission deutlich laxer. Warnbilder und Aromaverbote wie auf den Zigarettenpackungen sind nicht vorgesehen. Laut EU-Kommission würden junge Raucher bzw. Anfänger deutlich seltener zu Pfeife, Zigarre oder Cigarillo greifen. Wenn aber der Absatz dieser Tabak-Produkte künftig deutlich steigen, will die EU-Kommission aber nachlegen.

Was sagt die Tabakbranche zum EU-Vorstoß?

Die Tabak-Industrie hält die Pläne der EU-Kommission für überzogen und warnt sogar vor einer „Gesundheitsdiktatur“. Die Hersteller sehen den freien Wettbewerb gefährdet. Die Gesundheitsgefahren des Rauchens hängen die Tabak-Hersteller indes nicht an die große Glocke: Laut Weltgesundheitsbehörde WHO sterben in Europa jährlich knapp 700.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums – das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Frankfurt/Main. Rauchen gilt als Auslöser für Krebs und Herzinfarkt und verursacht laut WHO mehr Gesundheitsprobleme als Alkohol oder Drogen. Die Behandlung der Folgen kostet in Europa jährlich 25,3 Milliarden Euro.

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