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Kältewelle: Russland drosselt Gaslieferung – droht nun der Preisschock?

So kalt war es noch nie in Deutschland. Der Kälterekord von 2010 wurde bereits geknackt: Minus 35,3 Grad wurden als neuer Rekord am bayerischen Funtensee gemessen. Und es wird die komplette nächste Woche eiskalt bleiben. Ausgerechnet jetzt drosselt Russland wegen erhöhten Eigenbedarfs seine Gaslieferungen in die EU um bis zu 30 Prozent. Betroffen sind auch Deutschland und Österreich.

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Gaslieferungen deutlich nach unten gefahren

Russland hat der EU bereits gestern mitgeteilt, dass wegen der extremen Kälte im eigenen Land die Liefermengen an Gas nach Westeuropa in den nächsten Tagen deutlich sinken werden. Russland braucht sein Gas derzeit selbst, die Verträge mit der EU sehen für solche Fälle Drosselungsmöglichkeiten vor. Russland erfüllt dennoch den mit Deutschland abgeschlossenen Liefervertrag, so Gazprom. Die garantierte Mindestliefermenge werde auch in den kommenden Tagen und Wochen durch die Pipelines nach Deutschland gepumpt, so Gazprom-Exportchef Sergej Komlew. Da deutsche Verbraucher und Unternehmen derzeit aber selbst deutlich mehr Gas als garantiert in Russland anforderten, kam es nun in Russland selbst zu einem Engpass. Die Gaslieferungen nach Deutschland und Österreich sind daher momentan um rund ein Drittel geringer als in der vergangenen Zeit.

Deutsche Verbraucher müssen nicht frieren

Zunächst die gute Nachricht: Trotz der Verknappung des Gases aus Russland werden deutsche Verbraucher nicht frieren müssen. Die europäischen Energieversorger haben vorgesorgt: Die Erdgas-Speicher sind prall gefüllt, auch weil der Winter bisher sehr mild war. Auch bei der letzten Verknappung durch die Russen beim großen Gas-Streit mit der Ukraine 2009, haben die Speicher der EU ausgereicht. Deutschland konnte damals von seinen Reserven sogar Teile Osteuropas mitversorgen.
Nach Schätzungen von Experten reichen die Vorräte dieses Mal mindestens für einen Monat. Der harte Winter wird voraussichtlich lange vor Ablauf des Monats auch in Russland zu Ende sein und dann wird Gazprom wieder in voller Stärke liefern. Insofern bestehe keine Notfallsituation, so die EU-Kommission.

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Droht wegen Verknappung nun eine saftige Preiserhöhung?

Im Zuge der letzten russischen Gas-Verknappung 2009 kam es zu Gaspreis-Erhöhungen in Deutschland. Ob es auch dieses Mal zu einer weiteren Preiserhöhung bei Erdgas kommt, hängt entscheidend davon ab, wie lange die aktuelle extreme Kälteperiode noch andauert. Das aktuelle Russland-Hoch „Dieter“, das gerade das Sibiren-Hoch „Cooper“ ablöste, wird Europa noch einige Tage in seinem eiskalten Griff haben. Rekord-Temperaturen von um die minus 20 Grad werden uns auch in den kommenden Tagen plagen. Das ist aber vergleichsweise mild im Vergleich zu unseren Nachbarn. In der Slowakei fielen die Thermometer zeitweise auf minus 37 Grad Celsius. Dennoch sieht die langfristige Wetterprognose des Deutschen Wetterdienstes DWD in den kommenden beiden Wochen eine leichte Entspannung. Bereits gegen Mitte des Monats könnte bereits wieder die 0-Grad-Marke überschritten werden. Kommt dann Anfang März der Frühling, könnten die Gaspreise stabil bleiben.
Hinzu kommt, das die Energieversorger die Preise für Erdgas in Deutschland bereits in den vergangenen Monaten stark angehoben haben. Eine weitere Preiserhöhung wäre vor den Verbrauchern kaum zu rechtfertigen. Zumal immer mehr Verbraucher auch die gesetzlichen Kündigungsmöglichkeiten zu einem Anbieterwechsel nutzen und es in Deutschland immer noch günstige Alternativen zu den großen Gasversorgern gibt.
Außerdem besteht derzeit keine Notlage und auch Gazprom hat seine Lieferpreise an deutsche Energieversorger nicht erhöht. Von der aktuellen Lieferreduzierung durch Gazprom geht derzeit also eher keine Gefahr für den Gaspreis aus, sagen Experten.

Gefahr durch Iran-Krise

Viel gefährlicher für den Gaspreis ist derzeit die sich verschärfende Krise zwischen Israel und dem Iran. Sollte der Iran seine Drohung wahr machen und die Straße von Hormus und damit Öl-Lieferungen blockieren, dürfte zunächst der Ölpreis kräftig steigen. Zwar wurde die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis bereits 2010 vom Bundesgerichtshof und vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Dennoch hängen die beiden Energiepreise wirtschaftlich weiterhin aneinander. Steigt der Ölpreis bei einem Konflikt zwischen Israel und dem Iran oder gar einem Krieg zwischen dem Westen und dem Iran, wird auch der Gaspreis durch die Decke gehen, sind sich Experten einig.

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