Keine Eier zu Ostern? Eier-Preise werden sich in Deutschland verdoppeln

Ausgerechnet jetzt kurz vor Ostern gehen in der EU die Eier aus. Grund dafür ist eine Richtlinie, wonach Hühnereier aus Legebatterien seit Januar nicht mehr in der EU verkauft werden dürfen. Das verursacht den momentanen Eier-Engpass. Im Großhandel sind die Preise für Eier bereits explodiert: Hühnereier kosten derzeit das Doppelte wie noch vor ein paar Wochen. Auf den Einzelhandel haben sich die hohen Eier-Preise bislang aufgrund von langfristigen Lieferverträgen noch nicht durchgeschlagen. In den nächsten Wochen wird sich das für die Verbraucher jedoch leider ändern.

Werbung

Käfigeier dürfen nicht mehr verkauft werden

Eigentlich soll mit der Richtlinie erreicht werden, dass überhaupt keine Hühner mehr in engen Käfigen zusammengespfercht gehalten werden. Dennoch wird immer noch gut ein Drittel der Hühner in Legebatterien gehalten. Die Umstellung läuft schleppend, daher der jetzige Engpass. Die Preise für Großkunden haben sich bereits verdoppelt. Der Einzelhandel ist davon bisher verschont geblieben. Doch das liegt nur daran, dass langfristige Preisbindungen vom Handel vereinbart wurden, die nun aber langsam auslaufen. Das bedeutet für die Verbraucher: Auch im Supermarkt werden die Preise für Hühnereier demnächst kräftig anziehen, sich mindestens verdoppeln.

Lebensmittelpreise werden kräftig steigen

Nicht nur Hühnereier selbst werden dann teurer. Auch eine Vielzahl anderer Produkte, die mit oder aus Eiern hergestellt werden. So zum Beispiel Nudeln, Süßspeisen oder auch Backwaren. Viele Bäckereien versorgen sich derzeit noch im Einzelhandel mit günstigen Eiern. Ziehen auch da die Preise an, werden Backwaren deutlich teurer.

Werbung

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Großbäckereien, Armin Juncker, sagte laut „Welt online“: „Für einen Teil unserer Mitglieder sind die Versorgungsengpässe ein großes Problem.“ Viele Hersteller üben sich bereits in Kreativität und überarbeiten ihre Rezepte, sodass ein geringerer Anteil an Eiern in den Produkten ist und somit die Preise nicht zu stark steigen müssen. Der Verband der Teigwarenhersteller und Hartweizenmühlen (VTH) hatte die Entwicklung angesichts der erhöhter Eierpreise bereits als dramatisch bezeichnet. Teilweise könnten die Hersteller bestehende Lieferverträge nicht mehr bedienen. Und ein Ende der Preissteigerungen sei nicht abzusehen.

Verbot der Käfighaltung von Industrie noch nicht umgesetzt

Das Problem der Eier-Knappheit ist vordergründig die EU-Verordnung, die seit dem 1. Januar 2012 in Kraft ist und die den Verkauf von Eiern aus der herkömmlichen Käfighaltung verbietet. Daher schimpfen nun alle auf die EU und ihre angebliche Regulierungswut. Dabei hatte die Industrie 13 Jahre Zeit, die Produktion umzustellen. Die Entscheidung fiel nämlich auf politischer Ebene bereits 1999. In Deutschland wurde die Legehennenhaltung in Massenkäfigen sogar schon 2010 vorzeitig verboten. Legal ist hier seitdem nur noch die Käfighaltung in Kleingruppen.

Während Deutschland und die deutsche Industrie die EU-Entscheidung also vorbildlich umgesetzt hat, wurde die Vorgabe in 13 EU-Staaten zu großen Teilen noch nicht umgesetzt. Nach Schätzungen werden dort noch 46 Millionen Hennen in engen Käfigbatterien gehalten. Ihre Eier dürfen nun nicht mehr innerhalb der EU verkauft werden, was zu dem Engpass führt und die Preise in den nächsten Wochen auch im Supermarkt dramatisch ansteigen lassen wird.

Werbung

Check Also

Sicheres Fahrradschloss

Fahrradschlösser-Test: Stiftung Warentest findet nur vier gute

Fahrradschlösser sind wichtig. Sie sollten sicher sein und nicht einfach geknackt werden können. Doch leider …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.