Vorsicht Trickdiebe! Klaukinder bespucken Kunden am Geldautomaten

Es geschah am hellichten Tag am Geldautomaten: Eine ältere Kundin wollte Geld abheben, gab ihre PIN ein und wurde plötzlich von der Seite angespuckt. Dann rannte der Spucker los, in der Hoffnung, dass die Bankkundin sofort hinterher läuft. Und schon schnappte die Falle zu: Denn ein Komplize des Spuckdiebs stand längst am Automaten, um das Konto leerzuräumen oder zumindest den Höchstbetrag abzuheben. Das sind in der Regel 500,- Euro. Zahlreiche Geldautomaten-Kunden sind in den vergangenen Wochen in NRW Opfer dieser dreisten Trickdieb-Masche geworden. Das Problem: Für die Spuck-Attacken sind oft sogenannte Klaukinder verantwortlich, also 9 bis 13-jährige Kinder, die nicht strafmündig sind, so die Polizei Düsseldorf.

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Spuck-Trick am Geldautomaten – Behörden sind machtlos

Die Spuck-Masche beim Geldabheben ist widerlich und dreist: Denn wer ist nicht überrascht und angeekelt, wenn er aus heiterem Himmel bespuckt wird. Und genau diesen Überraschungsmoment nutzen die meist jungen Trickdiebe aus. Sobald das Opfer die PIN eingegeben hat, lenkt einer das Opfer ab und der andere zieht derweil das Geld aus dem Automaten. Obwohl Überwachungskameras der Banken Bilder von Tätern und Täterinnen machen und einige Klaukinder bereits erwischt worden sind, ist die Polizei oft machtlos.

Denn bei den Tätern handelt es sich in der Regel um Kinder, die noch nicht strafmündig sind, sagt der Düsseldorfer Jugendkommissar Wolfgang Wierich gegenüber der Rheinischen Post: Zwar kommen die ergriffenen Trickdiebe, die in der Regel keinen festen Wohnsitz haben, zunächst in ein Kinderhilfezentrum. Doch dort habe man keine Möglichkeit, die kleinen Diebe dauerhaft festzuhalten. Meist türmen diese bei der nächstbesten Gelegenheit und gehen erneut auf Beutezug, so Wierich.

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Klaukinder-Attacken in Düsseldorf, Köln und im Ruhrgebiet

Vor allem in Nordrhein-Westfalen registriert die Polizei in letzter Zeit immer häufiger Trickdiebstähle am Geldautomaten durch sogenannte Klaukinder. Und immer wieder ist es die gleiche Masche: Die kleinen Diebe sind meist zu zweit unterwegs – einer lenkt das Opfer ab, der andere kümmert sich um das Bargeld aus dem Automaten. Beim Ablenkungsmanöver gibt es einige Varianten: In einigen Fällen werden die Opfer angerempelt, in anderen Fällen wird ihnen ein Prospekt oder eine Zeitung vor das Gesicht gehalten, um sie abzulenken. Oder aber: Eines der Klaukinder spuckt auf das Display des Geldautomaten, um die Aufmerksamkeit des Opfers auf sich zu lenken.

Bis das Opfer merkt, was geschieht, hat der Komplize schon das Geld aus dem Automaten gezogen und flieht mit der Beute. Einige Banken und Sparkassen haben Medienberichten zufolge auf die Masche reagiert und erwägen, ihre Geldautomaten sicherer zu machen. Auch der Einsatz von Sicherheitspersonal ist im Gespräch. Doch was können Verbraucher tun, um sich vor den Spuck-Attacken beim Geldabheben zu schützen?

Sicher Geldabheben am Geldautomaten

Wer das Risiko minimieren möchte, von Trickdieben am Geldautomaten bestohlen zu werden, sollte einige Tipps beachten:

  • Bevorzugen Sie Geldautomaten in Bankfilialen.
  • Heben Sie Bargeld nur in Begleitung einer Vertrauensperson ab.
  • Nutzen Sie Geldautomaten, bei denen die PIN erst zum Schluss eingegeben wird (z.B. Postbank oder Commerzbank).
  • Meiden Sie Geldautomaten an der Straße oder in Bahnhöfen.
  • Setzen Sie, wenn möglich, ein Tageslimit für Bargeld-Abhebungen fest.

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