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Kürzung der Solarförderung gestoppt: Welche Photovoltaik-Fördersätze gelten jetzt?

Die geplanten Kürzungen der Fördersätze für Photovoltaik-Anlagen sind vorerst gestoppt. Die Ende Februar 2012 beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist am Widerstand des Bundesrats gescheitert und muss nun durch den Vermittlungsausschuss. Was bedeutet der Stopp der Kürzungen für die Betreiber von Solaranlagen? Und wie können Verbraucher jetzt noch von den alten Fördersätzen profitieren? Die Verbraucherzentralen sehen im Veto des Bundesrats eine Chance, sich jetzt noch höhere Fördersätze zu sichern.

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Kürzung der Fördersätze sorgte für kurzen Solar-Boom

Die Ankündigung der Bundesregierung, die Solarfördersätze per Gesetz zu kappen, bescherte der Solarbranche in den vergangenen Monaten einen kleinen Boom. Viele Installationsbetriebe für Photovoltaik-Anlagen kamen mit der Montage der Solaranlagen überhaupt nicht nach: Überfüllte Auftragsbücher und verärgerte Kunden waren die Folge – schließlich wollte jeder von ihnen möglichst schnell die geplante Solaranlage in Betrieb nehmen, um sich rechtzeitig vor der Solar-Kürzung die alten Fördersätze zu sichern.

Eigentlich wollte die Bundesregierung durch die ursprünglich sehr knapp gesetzte Frist der Kürzungen genau diese Ausverkaufstimmung verhindern. Doch das Gegenteil war der Fall: Die Solarmontage-Betriebe kamen mit den Bestellungen kaum nach. Die Aussicht, sich womöglich noch die alten, hohen Fördersätze zu sichern, sorgte für einen regelrechten Ansturm auf die begehrten Solarmodule. Für diejenigen, die sich auch nach der Bekanntgabe der Gesetzesnovelle für eine Solaranlage entschieden haben, könnte sich das auszahlen, sagen Experten der Verbraucherzentralen.

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Solarvergütung: Vorerst bleibt alles beim Alten

[sam id=“10″ codes=“true“]So meldet beispielsweise die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Internetseite, dass sich private Betreiber von Solaranlagen womöglich weiterhin auf der Sonnenseite der Energienutzung befinden.  In den kommenden Tagen wird der Vermittlungsausschuss das erste Mal über das geplante neue EEG beraten. Ob sich bereits dann die Vertreter von Bundestag und Bundesrat über die Änderungen bei der Solarförderung einig sein werden, gilt als fraglich. Insgesamt kann der Vermittlungsausschuss bis zu drei Mal zusammenkommen, um einen Solar-Kompromiss auszuhandeln.

Dieser Vorschlag muss anschließend erneut den Bundestag und den Bundesrat passieren, damit die Novelle des EEG schließlich in Kraft treten kann. Bis dahin wird für kleinere Anlagen bis zu einer Spitzenleistung von 30 Kilowatt weiterhin der Vergütungssatz von 24,43 Cent pro Kilowattstunde gezahlt. Die EEG-Novelle sieht stattdessen folgende Kürzungen vor: 19,5 Cent pro Kilowatt für 80 Prozent des zur Verfügung gestellten Stroms bei einer Energieerzeugung von zehn Kilowatt. Und16,5 Cent pro Kilowattstunde für 90 Prozent des erzeugten Stroms bei einer Leistung zwischen zehn und 1.000 Kilowatt. Diese Kürzungen sollten ursprünglich rückwirkend ab 1. April 2012 gelten.

Was rät die Verbraucherzentrale?

Wer auch zu den niedrigeren Fördersätzen in Sonnenenergie investieren möchte, ist nach Meinung der Verbraucherschützer in jedem Fall auf der sicheren Seite. Denn der Bundesrat hat den bisherigen Bundestagsbeschluss gestoppt, um im Vermittlungsausschuss höhere Vergütungen und andere Verbesserungen durchzusetzen. So soll beispielsweise nach dem Willen der Ländervertreter der erzeugte Solarstrom weiterhin zu 100 Prozent vergütet werden. Die Chancen hierfür stehen nach Ansicht der Verbraucher-Schützer nicht schlecht. Unwahrscheinlich, aber auch denkbar ist laut Verbraucherzentrale, dass der Vermittlungsausschuss der vorgeschlagenen Kürzung des Bundestags rückwirkend zustimmen wird.

Wer jetzt erst eine Solaranlage in Auftrag gibt und hofft, von den alten Fördersätzen zu profitieren, der dürfte nach Ansicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) enttäuscht werden. Selbst wenn die Übergangsfristen für bereits geplante Photovoltaik-Anlagen verlängert würden, werde das wahrscheinlich keine Auswirkungen auf Anlagen haben, die erst jetzt in Auftrag gegeben werden, wird Frauke Rogalla vom VZBV bei stern.de zitiert. Von der Planung bis zur Installation einer Solaranlage vergehen in der Regel zwischen zwei und drei Monate. Daher sollten Solar-Interessierte jetzt nichts überstürzen, so die Verbraucherschützerin. Immerhin könne eine Solaranlage auch mit den gekürzten Fördersätzen eine lohnende Investition sein, so Rogalla weiter.

Endgültige Klarheit über die künftige Gestaltung der Solarförderung wird es aller Voraussicht nach noch vor der Sommerpause des Bundestags geben – bis dahin, sagen Experten, dürfte eine Einigung wahrscheinlich sein.

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Ein Kommentar

  1. ZDF-Dokumentation:

    „Unter Strom – Der Kampf um die Energiewende“, am kommenden Mittwoch,

    den 20.6.2012, um 22.45 Uhr in der ZDF-Reihe „ZOOM“

    In dem 30minütigen Film geht es um die Chancen dezentraler
    Energieerzeugung, um Probleme und Lösungsmöglichkeiten beim Netzausbau
    sowie um die Konflikte der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie mit
    fossilen Großkraftwerken. Die Dokumentation zeigt, wie überall im Land
    Bürger und Stadtwerke die Energiewende selbst in die Hand nehmen und
    fragt, warum die benötigten neuen flexiblen Gaskraftwerke bisher nicht
    gebaut werden. Schließlich erklären die Autoren Hans Koberstein und
    Steffen Judzikowski, in welchem Umfang sich Industriesubventionen in
    der EEG-Umlage verstecken und welche Preis senkenden Effekte
    erneuerbare Energie bereits heute auf den Strompreis an der Börse hat.

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