Lebensmittel-Kontrollen: Mängel in jedem vierten Betrieb gefunden

Im vergangenen Jahr haben Lebensmittel-Kontrolleure in fast 27 Prozent der Lebensmittelbetriebe Verstöße registriert. Die meisten dieser Verstöße beziehen sich auf Hygiene-Mängel in den Betrieben sowie im Hygiene-Management. Das meldet aktuell das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Im Jahr 2011 bekam fast die Hälfte aller Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten bzw. verkaufen, Besuch von Kontrolleuren. Das sind immerhin fast 550.000 Betriebe in Deutschland. Die hohe Anzahl an Verstößen sorgt bei Verbraucherschützern indes für Besorgnis. Foodwatch fordert beispielsweise die konsequente Veröffentlichung aller Kontrollergebnisse öffentlich zu machen.

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Bei fast der Hälfte aller Lebensmittel-Betriebe in Deutschland gab es 2011 Gründe zu Beanstandungen, so das BVL. Dabei waren die Lebensmittel selbst nicht das größte Problem. Die meisten Verstöße wurden bei der Betriebshygiene sowie im Hygienemanagement gemeldet. Die Lebensmittel selbst hingegen waren in großen Teilen sauber. Von den mehr als 400.000 untersuchten Lebensmittel-Proben boten nur 13 Prozent der Proben Gründe zu Beanstandungen. Die meisten Verstöße fanden sich hierbei bei Spezial-Nahrungsmitteln für Sportler sowie bei Diät-Lebensmitteln. Das heißt nicht unbedingt, dass diese Produkte aus hygienischer Sicht besonders bedenklich wären. Schließlich räumt das BVL ein, dass sich hier gut die Hälfte der Verstöße auf die Kennzeichnungspflicht oder die Aufmachung beziehen. Lediglich 18 Prozent der gut 52.000 beanstandeten Proben seien mikrobiologisch verunreinigt gewesen.

Foodwatch fordert mehr Lebensmittel-Transparenz

Die dennoch recht hohe Beanstandungsquote ruft die Verbraucherschützer auf den Plan: allen voran die Organisation Foodwatch, die schon seit längerem eine Veröffentlichung aller Lebensmittel-Kontrollergebnisse fordert.  Beinahe schon zynisch hat die Verbraucherorganisation die hohe Beanstandungsquote bereits vor der Veröffentlichung der offiziellen Zahlen (richtig) vorhergesagt: „Es fällt nicht schwer, die Beanstandungsquote vorherzusagen, weil sie Jahr für Jahr im selben, unnötig hohen Bereich liegt. […] Die Behörden entdecken in großer Zahl Hygienemängel, die aber nicht abgestellt werden, solange die Kontrollergebnisse den Kunden vorenthalten bleiben“, so Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von Foodwatch.

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Die aktuelle Gesetzgebung verlangt von den Behörden erst eine Veröffentlichung bei relativ schweren Verstößen. Foodwatch indes fordert ein Ampel- oder Smiley-System nach dänischem Modell. In unserem nördlichen Nachbarland werden Kontrollergebnisse nicht nur veröffentlicht, sondern in Betrieben mit Kundenverkehr auch ausgehängt. Bereits im Eingangsbereich haben Kunden so die Möglichkeit, einen Schmuddelbetrieb zu erkennen und rechtzeitig zu verlassen. Nach Ansicht von Foodwatch würde das in Deutschland die Zahl der Verstöße deutlich senken. Außerdem hätten alle 16 Bundesländer rechtlich die Möglichkeit, das dänische Modell nachzuahmen.

 

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