Lebensmittelskandal: Illegaler Einsatz von Antibiotika in Geflügelmast?

Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) haben Geflügelmast-Betriebe in Nordrhein-Westfalen ihren Tieren offenbar illegal Antibiotika verabreicht. Dies geht laut dem Sender aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen (LANUV) hervor. In insgesamt 22 Betrieben seien Auffälligkeiten festgestellt worden. Bis zu sechs verschiedene Antibiotika-Wirkstoffe seien festgestellt worden, ohne dass eine Verabreichung wie gesetzlich vorgeschrieben dokumentiert worden war.

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Weiterer Lebensmittelskandal? Illegaler Antibiotika-Einsatz in NRW?

[sam id=“13″ codes=“true“]Geflügelmäster haben in Nordrhein-Westfalen offenbar illegal Antibiotika eingesetzt. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) hervor, so der Norddeutsche Rundfunk. Für die Studie habe das LANUV im Januar und Februar 2012 aus 36 Geflügelmastbetrieben Trinkwasserproben entnommen. In 22 Betrieben seien Auffälligkeiten festgestellt worden. Außerdem habe die Behörde in zwei Fällen sogar in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel nachgewiesen, so der NDR. Das NRW-Landwirtschaftsministerium wollte die Recherche des Senders am Wochende der Landtagswahl bisher nicht kommentieren.

Dafür äußerte sich ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums. Die „gravierenden Missstände“ deuteten auf ein „schweres Kontrollversagen“ der Landesbehörden hin, so der Sprecher heute. Worin das Versagen besteht, sagte der Sprecher nicht, immerhin wurden die Unregelmäßigkeiten ja bei einer Routineprüfung der Landesbehörde festgestellt.

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Verstoß gegen Vorschriften – nicht dokumentierter Einsatz von Antibiotika bei Geflügel

Das LANUV hatte laut Bericht des NDR im Januar und Februar in insgesamt 36 Geflügelmastbetrieben Trinkwasserproben entnommen. Bei 22 von ihnen wurden Auffälligkeiten festgestellt. Bis zu sechs verschiedene Antibiotika wurden in der Untersuchung nachgewiesen. Bei der Hälfte der Proben lag die letzte offiziell dokumentierte Antibiotika-Behandlung der Tiere aber mindestens 35 Tage zurück. Wäre dem tatsächlich so, dann wären in den Proben keine Rückstände mehr gefunden worden. Das legt den Verdacht nahe, dass die Geflügelhalter Medikamente verabreichten, ohne dies im sogenannten Stallbuch zu dokumentieren. Dies wäre ein eklatanter Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften.

Das Landesamt wies sogar Antibiotika nach, die der Halter laut Kontrollbuch zuletzt vor mehr als 500 Tagen angewendet hatte. Die entsprechend behandelten Tiere sind längst geschlachtet. Insgesamt ist anzunehmen, dass deshalb der Einsatz von Antibiotika nicht dokumentiert wurde, weil er schlicht illegal gewesen wäre. Antibiotika dürfen nämlich seit 2006 nicht mehr vorbeugend zum gesteigerten Wachstum der Tiere verabreicht werden, sondern nur noch zur Bekämpfung von Krankheiten.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium erklärte, dass Verstöße Verstöße gegen die Vorschriften zur Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung nicht zu tolerieren seien. Die Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen müssten nun zügig handeln und die Geflügelmäster bestrafen. Die jetzige Studie ist laut NDR eine Folgestudie zu einer weiteren vom Oktober 2011, als das LANUV feststellte, dass fast alle Hähnchen aus Mastbetrieben illegal Antibiotika verabreicht bekommen. Wie das Land als Kontrollinstanz künftig den illegalen Einsatz stoppen will, blieb offen.

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