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LED-Lampen: Alternative zur Energiesparlampe?

Der schlechte Ruf von Energiesparlampen und das Verbot der klassischen Glühbirnen haben die Industrie veranlasst, zunehmend LED-Lampen für Glühbirnenfassungen auf den Markt zu bringen. Zum Teil sind diese angeblichen Energiesparwunder sehr teuer. Daher stellen sich viele Verbraucher die Frage: Lohnt sich eine LED-Lampe tatsächlich? Und welche Nachteile haben die Stromspar-Lampen der neuesten Generation?

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Im Physikunterricht in der Schule hat sicher jeder schon einmal mit Leuchtdioden experimentiert. Diese waren in der Regel rot und vor einigen Jahren konnte sich noch niemand so richtig vorstellen, dass solche Funzeln eines Tages ganze Räume beleuchten könnten. LED ist die Abkürzung für Licht-emittierende Diode. Sie bestehen aus Halbleiterkristallen, die leuchten, wenn man sie an eine Stromquelle anschließt. Wie wir schon in der Schule gelernt haben, sind diese Dioden weder weiß noch erzeugen sie weißes Licht. Allerdings kann man sie speziell beschichten, sodass mittlerweile jede erdenkliche Lichtfarbe mit Dioden erzeugt werden kann.

Diese Möglichkeit macht sich die Lampenindustrie zunutze und produziert inzwischen LED-Lampen, die in handelsübliche Glühbirnenfassungen (E27 und E14-Sockel) passen. Sogar professionelle Kameraleuchten können mit LED ausgestattet sein. Das ursprünglich dürftige Licht der Leuchtdioden von damals ist mittlerweile also zu einer ernst zu nehmenden Lichtquelle geworden. Zuletzt hatte die Stiftung Warentest die LED sogar zum Testsieger in einem breit angelegten Test zu Energiesparlampen gekürt.

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Vorteile der LED gegenüber Kompaktleuchtstofflampen

Unter Umwelt- und Gesundheitsaspekten betrachtet, ist die LED eine weniger umstrittene Alternative zu den Kompaktleuchtstofflampen, die vorwiegend unter dem Begriff Energiesparlampen bekannt sind. LED-Lampen enthalten kein Quecksilber, weder in flüssiger noch gebundener Form. Sie sind somit schadstoffärmer und nicht gesundheitsgefährdend, wenn sie zerbrechen.

Außerdem entfalten LED ihre gesamte Leuchtleistung, sobald man sie einschaltet. Anders als Kompaktleuchtstofflampen benötigen sie keine Aufwärmzeit, um ihre volle Leuchtkraft zu entfalten. Der Grund: LED sind unabhängig von der Umgebungstemperatur und eignen sich daher überall dort, wo spontan und oft Licht gebraucht wird. Denn ein weiterer Vorteil der LED ist deren Schaltfestigkeit. Man kann sie so oft ein- und ausschalten, wie man will – im Gegensatz zu Kopaktleuchtstofflampen hat das keine Auswirkung auf die Lebensdauer der LED.

LED-Lampen sind wahre Energiesparwunder

Um deutlich zu machen, wie sparsam LED als Lichtquelle sind, kann man sie zunächst mit der klassischen Glühbirne vergleichen: Während eine herkömmliche 60-Watt-Glühbirne eine Lichtstärke von maximal 700 Lumen erzeugt, erzeugt eine entsprechende LED-Lampe dieselbe Lichtstärke mit nur 10 Watt. Und noch ein weiterer Vorteil liegt auf der Hand: Während bei der 60-Watt-Glühbirne in der Regel nach 1.000 Stunden Schluss ist, hält eine LED-Lampe locker 20.000 Stunden und mehr.

Auch den Vergleich zur Kompaktstofflampe braucht die LED nicht zu scheuen. Moderne Kompaktleuchtstofflampen verbrauchen ca. 18 Watt, um eine Lichtstärke von 700 Lumen zu erzeugen. Die Lebensdauer dieser Leuchten liegt mit ca. 10.000 Stunden zwar zehn mal so hoch wie die der alten Glühbirne – eine LED-Lampe hält jedoch in der Regel mehr als doppelt so lang.

Folgende Tabelle soll die Effizienz der verschiedenen Leuchtmittel verdeutlichen

Laut Umweltinstitut München lassen sich mit Energiesparlampen und LED-Lampen im Vergleich zur Glühbirne jährlich mehr als 100 Euro sparen:

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Stromverbrauch und Lebensdauer LED

GlühlampeKompaktleuchtstofflampeLED-Lampe
Leistung60 Watt18 Watt10 Watt
Lebensdauer1.00010.00020.000
Anschaffungskosten1 Euro8 Euro40 Euro
Stromkosten pro Jahr
(Brenndauer 1000 Std.
Strompreis 23 ct/kWh)
13,80 Euro4,14 Euro2,30 Euro
Gesamtkosten pro Jahr14,80 Euro4,94 Euro4,30 Euro
Quelle: Umweltinstitut München e.V.

Nachteile von LED-Lampen

Wie andere Energiesparlampen auch, haben viele LED-Lampen ein Problem mit Dimmern. Mittlerweile gibt es zwar einige dimmbare LED-Lampen auf dem Markt, sie sind aber – ähnlich wie dimmbare Kompaktleuchtstofflampen – verhältnismäßig teuer. Erkennbar sind sie am Dimmer-Symbol auf der Verpackung.

Ein weiterer Minuspunkt für die LED-Lampe ist die Leuchtfarbe selbst. Zwar bieten Hersteller inzwischen neben den bekannten hellweiß strahlenden LED-Leuchten auch sogenannte warmweiße LED-Birnen an, doch mit dem behaglichen Licht einer alten Glühbirne können diese, ähnlich wie Kompaktleuchtstofflampen, schwerlich mithalten. Vor allem bei Lampen, die einen direkten Blick auf die Lichtquelle bieten (z.B. Deckenlampen oder Kronleuchter) wird auch ein Laie sofort erkennen, dass es sich nicht um echte Glühbirnen handelt. Bedenken sollte man auch, dass die sog. warmweißen LED-Lampen für die gleiche Menge Licht mehr Strom verbrauchen als hellweiße LED-Lampen.

Reizthema Elektrosmog: Wie sicher sind LED?

Zunehmend wird in den Medien über Elektrosmog in Zusammenhang mit Energiesparlampen berichtet. Gerade elektrosensiblen Verbrauchern ist dieses Thema sehr wichtig. Tatsächlich verursachen LED-Lampen deutlich mehr Elektrosmog als etwa herkömmliche Glühbirnen. Das stellte bereits im November 2011 die Zeitschrift Öko-Test heraus. Laut Öko-Test lag die Elektrosmog-Emission über den empfohlenen Grenzwerten, die beispielsweise für PC-Bildschirme gelten.

Um die Elektrosmog-Belastung zu reduzieren, sollte man sich daher an folgende Empfehlungen halten: Zum einen sollte man einen Abstand von ein bis zwei Metern zur LED-Lampe einhalten, wenn man die Wirkung des Feldes deutlich senken möchte. Außerdem sollte man bei seinen Lampen darauf achten, dass sie mittels dreipoligem Stecker geerdet sind und idealerweise einen Metallschirm haben. Auch dieser kann einen großen Teil des Elektrosmogs reduzieren.

Hat die Lampe nur einen flachen, zweipoligen Stromstecker, empfiehlt es sich, den Stecker in der sogenannten feldarmen Position in die Steckdose zu stecken. Bei zweipoligen Kabeln mit Schalter kann man durch die richtige Position des Steckers nämlich das elektrische Feld deutlich reduzieren. Wichtig dabei ist, dass die Phase geschaltet wird. So liegt keine Spannung auf der gesamten Leuchte, sondern nur bis zum Stecker. Am besten fragt man einen Elektriker, um die Phase zu ermitteln und so die optimale Position des Steckers herauszufinden. Das gilt übrigens für alle Elektrogeräte, die ans Stromnetz angeschlossen sind.

Sind LED umweltfreundlicher als andere Leuchtmittel?

Im Vergleich zu Kompaktstoffleuchten kann man diese Frage durchaus bejahen. Allerdings hat auch die LED unter Öko-Aspekten gewisse Nachteile.

Für den Bau von LED werden seltene Gallium-Minerale verwendet. Das Vorkommen des Elements Gallium ist weltweit begrenzt und wird nur an wenigen Stellen abgebaut. Wenn der Boom der LED sich fortsetzt, könnte dieser Rohstoff in Zukunft knapp werden. Dennoch sagt man den LED eine positive Ökobilanz nach. Laut einer Hersteller-Studie liegt die Effizienz in Bezug auf die Energie bei der Produktion bei 98 Prozent. Das wäre sehr hoch. Allerdings gibt es bislang keine neutralen Studien, die dies belegen. Aufgrund der Rohstoffproblematik sollten defekte LED-Leuchten im Wertstoffhof entsorgt werden – im Hausmüll haben sie nichts zu suchen.

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