Lichterketten-Test: TÜV findet gravierende Mängel

Am Sonntag ist der erste Advent: Lichterketten erobern jetzt wieder die Wohnzimmer der Republik. Fast jeder Deutsche hat Lichterketten zu Hause und wird diese in den kommenden Tagen im Heim oder im Garten anbringen. Über Qualität und Sicherheit der Leuchtdekoration machen sich viele indes kaum Gedanken. Dabei kommt es jedes Jahr zu Hunderten Unfällen wegen defekter Lichterketten. Wie sicher Lichterketten sind, die sich derzeit im deutschen Einzelhandel befinden, das wollte der TÜV Rheinland wissen und hat 52 Lichterketten aus Supermärkten, Baumärkten und dem Internet getestet.

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Lichterketten als tödliche Falle: Stromschläge, Verbrennungen und Wohnungsbrände

Jahr für Jahr kommt es durch Lichterketten zu Verbrennungen, Stromschlägen und sogar Wohnungsbränden. Das Problem: Auf dem Markt sind zu viele billige Lichterketten aus Fernost, die selbst einfachsten Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Wie sicher aktuell im Handel befindliche Lichterketten sind, hat nun der TÜV Rheinland getestet, mit erschreckenden Ergebnissen.

Insgesamt wurden 52 Lichterketten aus  Baumärkten, Billigshops und aus dem Internet getestet. Die günstigste Lichterkette kostete gerade mal 99 Cent, die teuerste kam immerhin auf 16 Euro.

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Billig-Lichterketten: Hitzeentwicklung von bis zu 230 Grad

Der TÜV testete auch die Wärme- bzw. Hitzeentwicklung der Lichterketten. Dazu wurden im sogenannten Erwärmungstest einige Birnen zerstört, um zu sehen wie die Temperatur ansteigt. Das erschreckende Ergebnis: Bei 5 Lichterketten im Test, kam es zu Temperaturen von über 100 Grad. In einem Fall sogar von über 230 Grad Celsius. Hier besteht akute Verbrennungsgefahr.

Auch was die Materialbeschaffenheit der untersuchten Lichterketten anging, war der TÜV bei vielen Ketten nicht begeistert. Bei sieben Lichterketten wurde festgestellt, dass sie nicht der Norm entsprechen. Bei zwei Lichterketten sind die Leitungen während des Tests aus der Fassung herausgerissen. Beunruhigend, bedenkt man, dass es dadurch leicht zu Stromschlägen kommen kann.

Gravierende Sicherheitsmängel festgestellt

Sechzig Prozent der getesteten Lichterketten dürften laut TÜV gar nicht in Deutschland verkauft werden. Bei zehn Prozent der Lichterketten bestehen zudem gravierende Mängel, etwa Stromschlag-Gefahr. Bei jeder zehnten in Deutschland im Handel befindliche Lichterkette besteht also Lebensgefahr. Der TÜV hat seine Testergebnisse den zuständigen Sicherheitsbehörden übermittelt. Man kann hoffen, dass die gefährlichen Lichterketten alsbald aus dem Verkehr gezogen werden.

Sichere Lichterketten: Darauf sollte man achten

Leider bringt auch nicht immer ein höherer Preis die Gewissheit, dass die Weihnachtsdeko sicher ist. Im Test waren sowohl gute billige, als auch schlechte teure Lichterketten. Beim Kauf von Lichterketten sollte man unbedingt drauf achten, dass alle Aufschriften und Warnhinweise in deutscher Sprache sind. Am besten ist es, wenn auf der Lichterkette ein GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) ist. Nur dann entspricht die Lichterkette auch sicher deutschen Sicherheitsstandards. Ein weiterer Tipp des TÜV: Die Lichterkette möglichst in einem Geschäft kaufen, das auch einen Ruf zu verlieren hat. Von anonymen Quellen im Internet, rät der TÜV dringen ab.

Diese Lichterketten empfielt der TÜV Rheinland

Wer auf Nummer sicher gehen will, für den hat der TÜV folgende Empfehlungen:

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Stromfresser Weihnachtsbeleuchtung: TÜV rät zu LED-Lichterketten

Die herkömmlichen Lichterketten mit Birnen können wahre Stromfresser sein. Wer hier Geld sparen will, dem rät der TÜV zu einer neuen Lichterkette, die mit LED-Technik funktioniert. Die kleinen LED-Birnchen verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms, im Schnitt sind LED-Lichterketten um 90% effektiver. Zwar sind sie in der Anschaffung teurer, die Mehrkosten hat man aber bereits im ersten Weihnachtsjahr wieder drin.

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