Lufthansa-sicherste Airline

Lufthansa-Streik: Ihre Rechte als Passagier

Frankfurt, Berlin und gegen Mittag auch München werden heute bestreikt. Bereits seit letztem Freitag  sind die Flugbegleiter der Deutschen Lufthansa offiziell im Arbeitskampf. Bisher sind nur einzelne Flughäfen betroffen. Aber auch flächendeckende Streiks sind für die kommenden Tage im Gespräch. Die Tarifverhandlungen für der rund 19.000 Flugbegleiter und ihrer Gewerkschaft Ufo mit der Deutschen Lufthansa waren zuvor in der Nacht zu Dienstag gescheitert. Der Streik kommt für Verbraucher zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ausgerechnet jetzt zum Ende der Schulferien drohen zahllose Flugannullierungen, da ohne Flugbegleiter kein Flugzeug abheben darf. Besonders ärgerlich für Flugreisende ist das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe, das besagt, dass Passagieren im Falle eines Streiks keinerlei Entschädigungen zustehen. Dennoch haben Sie als Passagier viele Rechte, von denen viele nichts wissen. Der Lufthansa-Streik: Das müssen Sie wissen:

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Weitere Flugausfälle in der kommenden Woche erwartet

In den kommenden Tagen werden zahlreiche Streiks erwartet. Die Lufthansa hat zwar Notfallpläne ausgearbeitet, jedoch werden dennoch einige Verbindungen annulliert werden. In der Regel sind Langstreckenflüge nicht so häufig betroffen, außer es kommt wie letzten Freitag zu Überlastung der Flughäfen. Hauptsächlich betrifft es Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb Europas.

Wer bereits einen Flug gebucht hat und nicht weiß, ob dieser nun stattfindet oder nicht, für den gibt es Informationen zu Flugannullierungen und Störungen auf der Seite der Deutschen Lufthansa. Es gibt dort auch eine Liste mit den gestrichenen Flügen der Airline. Wer bei der Buchung seine Handynummer mitangegeben hat, der bekommt im Falle einer Verspätung oder Streichung des Flugs automatisch eine SMS auf sein Handy geschickt. Bei Pauschalreisen ist der jeweilige Reiseveranstalter verantwortlich.

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Am Flughafen gestrandet – was nun?

Gerade jetzt am Ende der Ferienzeit machen sich viele Sorgen um ihren Rückflug in die Heimat. Durch die nun beschlossenen Streiks kann es in der Tat dazu kommen, dass der Rückflug storniert wird und man am Urlaubsort festsitzt. Vor Ort ist es Aufgabe der Fluggesellschaft oder bei Pauschalreisen, die des Reiseveranstalters, sich um die gestrandeten Passagiere zu kümmern.

Trotz des BGH-Urteil der letzten Woche (siehe unten) stehen Pasagieren im Falle eines Flugstreiks weiterhin Leistungen nach der EU-Fluggastrechteverordnung zu. So erhalten gestrandete Passagiere Essen und Getränke. Dies geschieht meist über Gutscheine, die vor Ort am Flughafen in den Läden und Restaurants eingelöst werden können. Zudem dürfen Passagiere zwei kostenlose Anrufe tätigen. Die Airline ist verpflichtet, möglichst schnell einen Ersatzflug zu organisieren. Verschiebt sich der Flug auf den nächsten Tag, so muss die Airline für eine angemessene Übernachtungsmöglichkeit sorgen. Verzögert sich der Flug um mehr als einen Tag, so ist die Rechtslage derzeit unsicher. Gerichte haben bislang gestrandeten Passagieren lediglich zwei Übernachtungen auf Kosten der Airline, bzw. des Reiseveranstalters zugestanden.

Die Deutsche Lufthansa hat eine Hotline eingerichtet: 01805 805805

Hotlines verschiedener Reiseveranstalter

Die Anbieter von Pauschalreisen haben Hotlines, bei denen man sich über Flugausfälle informieren kann:

  • Alltours: 0203 – 3636360
  • Dertour: 01805 – 337666
  • FTI: 01805 – 384500
  • ITS: 01805 – 670130
  • Jahn Reisen: 01805 – 670120
  • L’tur: 0800 – 21212100
  • Neckermann Reisen: 01805 – 336681
  • Schauinsland Reisen: 0203 – 994050
  • Tjaereborg: 01805 – 670140
  • TUI: 01805 – 884266

BGH: Airlines müssen nicht haften bei Flugausfall durch Streik

In der letzten Woche gab es bereits einen schlechten Tag für Flugreisende. Der BGH hat im Falle eines Streiks der Lufthansa-Piloten entschieden, dass Airlines nicht für entstandene Schäden der Flugreisenden haften muss,  wenn diese durch einen Pilotenstreik entstanden sind. Passagiere haben demnach keinerlei Anspruch auf eine Entschädigung durch die Airline.

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Der BGH begründete seine Entscheidung damit, dass ein Pilotenstreik für eine Fluggesellschaft ein außergewöhnliches und unabwendbares Ereignis darstelle. Dadurch trage ein Unternehmen keine Schuld und sei auch nicht haftungspflichtig. Zumal die Entscheidung zum Streik einseitig von den Gewerkschaften, also der Arbeitnehmerseite getroffen würde, könne nicht die Arbeitgeberseite belangt werden. Ein Streik wirke laut BGH “von außen” auf das Unternehmen ein und sei deshalb nicht dem Unternehmen anzulasten. Passagiere bekommen also außer der Erstattung der Ticketkosten keine Entschädigung.

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