Magen-Darm-Epidemie: Noro-Virus wahrscheinlich

In Ostdeutschland grassiert eine große Magen-Darm-Epidemie. Sie weitet sich täglich aus. Erstmals sind nun auch Erwachsene betroffen. Die Gesundheitsämter suchen in diesen Stunden fieberhaft nach dem Grund. Zunächst muss alles andere ausgeschlossen werden, doch vieles spricht dafür, dass es sich bei dem Erreger um das berüchtigte Norovirus handelt. Noroviren sind hochansteckend und überleben auch auf Lebensmitteln und an Gegenständen. Eine gründliche Hygiene und das Benutzen von Desinfektionsmittel können schützen.

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Magen-Darm-Epidemie: Bereits ganz Ostdeutschland betroffen

Mehr als 7000 Kinder und Jugendliche aus Ostdeutschland sind bereits vom Margen-Darm-Infekt betroffen. Mittlerweile werden auch erste Fälle bei Erwachsenen gemeldet. Fieberhaft fahnden die Behörden nach dem Erreger. Der Verdacht, das gefährliche Norovirus könnte hinter der Magen-Darm-Epidemie stecken, erhärtet sich. In mehr als 30 Fällen in Sachsen und Thüringen ist das Virus bereits nachgewiesen. Fraglich ist noch, über welche Wege es sich so rasch verbreiten konnte. Vermutet wird nach wie vor, dass das Schulessen kontaminiert war. Alle betroffenen Schulen wurden vom selben Caterer beliefert.

Das Robert Koch-Institut (RKI) will bislang noch keine Stellungnahme zu der Magen-Darm-Epidemie abgeben. „Wir müssen nicht jedes Laborergebnis kommentieren“, so die Pressesprecherin des RKI Susanne Glasmacher heute in Berlin. Dabei sind nun auch die ersten Erwachsenen betroffen. Es betrifft bisher ausschließlich die Lehrer der Kinder, dafür aber in allen östlichen Bundesländern. Der gesicherte Nachweis, dass es sich wirklich um das Norovirus handelt, steht allerdings noch aus. Endgültige Ergebnisse werden am Montag erwartet.

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Wie gefährlich ist das Noro-Virus?

Das gefährliche am Norovirus ist seine hohe Ansteckungsgefahr. Die Inkubationszeit bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung beträgt zwischen einem halben Tag und zwei Tagen. Es nistet sich also äußerst schnell im Wirtskörper ein. Symptome sind eine heftige Gastroenteritis mit starken Schmerzen im Unterleib und Magenbereich, sowie starker unkontrollierter Durchfall und Erbrechen. Auch zu Fieberanfällen kann es kommen. Die Erkrankung dauert zwischen einem und drei Tagen. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit ohne größere Komplikationen. Nur wenige Patienten mussten stationär behandelt werden.

Wie kann man das Noro-Virus behandeln?

Da es keine Gegenmittel oder vorbeugende Medikamente gibt, besteht die Therapie lediglich aus der Zuführung von Flüssigkeit und Elektrolytlösungen, da bei den Durchfällen sehr viel Flüssigkeit verloren wird. Die körpereigene Immunabwehr bekämpft das Virus von sich aus, braucht aber einige Zeit bis es das sich äußerst schnell und aggressiv ausbreitende Norovirus im Körper in Schach halten kann. Tee, Wasser, Salzstangen sind zu empfehlen.

Noro-Viren: Wie kann man sich schützen?

Da Noroviren hochansteckend sind, sollte man sehr auf die Hygiene achten. Das Norovirus ist sehr langlebig und übersteht auch kalte und hohe Temperaturen auf Türklinken, Spielzeug, im Essen und vielem mehr. Vorbeugen kann man durch regelmäßiges Händewaschen mit Seife, mindestens nach jedem Toilettenbesuch. Im Umgang mit betroffenen Patienten ist ein Mund-Nasen-Schutz empfohlen, sowie Gummi-Handschuhe. Alle Oberflächen, mit denen der Erkrankte Kontakt hatte, sollten regelmäßig desinfiziert werden. Auch eine separate Toilette für den Erkrankten -sofern möglich- ist angebracht. Der Kontakt zu bereits Erkrankten sollte möglichst eingeschränkt werden.

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