verbraucher-papst.de: Gasanbieterwechsel spart Geld

Massive Gaspreiserhöhung

In diesem Jahr haben deutlich mehr Gasversorger als noch im Vorjahr die Preise für die End-Verbraucher erhöht. Bis zum Jahresende werden 530 Anbieter ihre Preise anheben, so das Vergleichsportal check24. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Haushalt steigt der Preis um ungefähr 150 Euro pro Jahr, das entspricht im Schnitt 11 Prozent. Betroffen sind gut zwei Drittel der rund 20 Millionen Haushalte mit Gasversorgung. In den beiden letzten Monaten des Jahres, pünktlich zur kalten Jahreszeit, planen allein 51 Anbieter Preiserhöhungen beim Gas. Ein Anbieterwechsel spart oft bares Geld.

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So wehrt man sich gegen die Gaspreiserhöhung

Seit dieser Woche können Verbraucher sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden, wenn es Probleme mit dem Energieversorger gibt. Die Bundesregierung hofft, dass Verbrauchern künftig kostspielige und langwierige Gerichtsverfahren erspart bleiben. Bei der Schlichtungsstelle Energie können alle möglichen Probleme mit dem Versorger vorgebracht werde. Unstimmigkeiten bei der Rechnung, ausbleibende Bonuszahlungen beim Anbieterwechsel oder Schwierigkeiten mit der Kommunikation.

Unternehmen sind generell verpflichtet bei einer Beschwerde durch einen Verbraucher, innerhalb von vier Wochen schriftlich Stellung zu nehmen oder noch besser: das Problem zu beheben. Tun sie dies nicht, kann nun die Schlichtungsstelle eingeschaltet werden. Bislang blieb in diesem Fall nur der Rechtsweg.

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Wie funktioniert die Schlichtung?

Wenn man als Verbraucher Beschwerde gegen den Versorger bei der Schlichtungsstelle Energie eingelegt hat, nimmt ein unabhängiger Ombudsmann seine Arbeit auf. Dieser prüft anhand der Unterlagen, ob er den Fall übernehmen wird. Er benötigt möglichst alle Unterlagen: also den kompletten Schriftverkehr mit dem Unternehmen, den Vertrag, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Rechnungen, die Nummer des Gaszählers sowie die Kundennummer beim Versorger. Wichtig: Wurde schon der Rechtsweg eingeschlagen und der Konflikt ist bereits vor Gericht, darf die Schlichtungsstelle Energie den Fall nicht annehmen!

Nimmt der Ombudsmann den Fall an, so nimmt dieser Kontakt zum Energieversorger auf. Danach unterbreitet er beiden Seiten ein Schlichtungsangebot. Beide, also Versorger und Verbraucher, müssen dann innerhalb einer Frist von 4 Wochen mitteilen, ob sie dieses Schlichtungsangebot annehmen wollen oder nicht. Nehmen es beide Seiten nicht an, bleibt nur noch der Gang vor Gericht. Nimmt nur eine Seite das Angebot nicht an, bleibt ebenfalls nur noch der Gang vor ein Gericht. Allerdings ist das Schlichtungsangebot des Ombudsmanns dann mit Sicherheit Teil des Verfahrens. Daher sollte man sich gute Gründe überlegen, warum man das Angebot ausschlägt.

Der Ombudsmann kontaktiert dann das Unternehmen und unterbreitet aufgrund der Aktenlage einen Vorschlag zur Schlichtung. Beide Seiten müssen innerhalb von vier Wochen mitteilen, ob sie den Vorschlag annehmen. Wer den Vorschlag nicht akzeptieren möchte, kann immer noch vor Gericht ziehen. Das ganze Ombudsverfahren soll nicht länger als drei Monate dauern und für die Verbraucher kostenlos sein.

Wechseln lohnt sich meist

Eine weitere Möglichkeit, einer lästigen Preiserhöhung aus dem Weg zu gehen, ist der Wechsel des Anbieters. Der Verbraucher hat nämlich im Falle einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Auch sonst lohnt oft ein Vergleich, denn alte Verträge sind meist nicht die günstigsten. Das Problem ist hierbei nur der Überblick. In Deutschland gibt es mehr als 700 Gasanbieter – jeder mit nochmals zahllosen Tarifen. Mittlerweile gibt es diverse Vergleichsrechner im Internet, die einen Gaspreis-Vergleich kostenlos anbieten. Man sollte mehrere Rechner ausprobieren. Ist der günstige Tarif bei mehreren Vergleichsrechnern in der Top 10, dann hat man womöglich den günstigsten Tarif für sich gefunden. Vorsicht ist jedoch geboten: Einige Vergleichsrechner haben Verträge mit speziellen Energieversorgern getroffen und bieten so den Nutzern nur deren Tarife an. Man sollte daher darauf achten, dass der Vergleichsrechner vom TÜV geprüft wurde.

Beim Vergleichsrechner können Sie dann Ihre Postleitzahl eingeben, den Jahresbedarf, bzw. den letzten Jahresverbrauch laut der jährlichen Abrechnung und das Programm sucht automatisch die günstigsten Tarife, die in Ihrer Region angeboten werden. Bei manchen Rechnern wird noch in Kubikmetern gerechnet, was allerdings kein großes Problem darstellt. Multiplizieren sie einfach den Wert mit 9,2 und sie erhalten den Wert in Kilowattstunden (KWh).

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Vorsicht bei Bonus-Versprechungen

Einige Anbieter ködern Neukunden mit Boni. Zum Beispiel gibt es im ersten Jahr Gratis-Kilowattstunden oder einen Preisnachlass. Dies verzerrt bei einigen Vergleichsrechnern den Preisvergleich. Seriöse Gasrechner weisen solche extra Vergünstigungen, die nur zeitlich begrenzt gelten, gesondert aus. Ebenso gilt dies für Tarife mit Vorkasse. Diese sollten Sie meiden. Für ausschließliche Vorkasse gibt es oft einen Grund: Das Versorgungs-Unternehmen ist nicht sonderlich solvent. Bei einer Insolvenz hat man als Verbraucher dann nur Scherereien!

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Ein Kommentar

  1. Ich kann dem Artikel nur zustimmen, wechseln lohnt sich wirklich. Nicht nur dass man für mehr Wettbewerb unter den Anbietern sorgt, auch spart man schon (so wars bei mir) ab dem nächsten Jahr direkt Geld!

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