Mehrere Orkane gefährden Deutschland

In der Spitze mit bis zu 118 Stundenkilometern peitschte heute das Orkantief „Ulli“ über Deutschland und hinterließ eine Spur der Verwüstung. LKW wurden einfach umgeweht, Häuser abgedeckt und Bäume umgeknickt. In der Nähe von Hannover kollidierte sogar ein ICE mit einem umgestürzten Baum. Doch es kommt noch schlimmer: Bereits am Donnerstag wird der Orkan „Andrea“ in Deutschland erwartet, der laut der Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes mit deutlich höheren Geschwindigkeiten dann noch weitaus größere Verwüstungen verursachen wird.

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„Ulli“ und „Andrea“ halten Deutschland in Atem

Das Orkantief „Ulli“ hat heute in weiten Teilen Deutschlands für Verwüstungen gesorgt. Polizei und Feuerwehr mussten vor allem in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und den Küstenregionen mehrfach ausrücken. Bäume knickten um und versperrten Straßen und Gleise, Lastwagen wurden einfach umgeweht und Dächer abgedeckt. Doch damit nicht genug. Am Donnerstag erwarten die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bereits das nächste Orkantief – es wird „Andrea“ heißen.

„Andrea“ wird, so die Meteorologen, noch deutlich verheerender ausfallen als „Ulli“ heute. Das Orkantief am Donnerstag wird zusätzlich zu Windgeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern auch ordentlich Gewitter und Regenfälle mitbringen. Die Wasserstände der großen Flüsse Rhein und Ruhr sind derzeit bereits angespannt. Am Rheinufer in Köln wurden bereits erste Hochwasser-Schutzmaßnahmen getroffen, so die Rheinische Post heute. Der Rheinpegel in Köln stand am Abend bei 5,61 Metern. Er steigt derzeit um 4-5 cm pro Stunde an. Am Freitag könnten nach Schätzungen der Stadtentwässerungsbetriebe Köln ein Stand von 7 Metern und mehr erreicht werden. Ab dann wird eine große Hochwasserschutzzentrale eingerichtet. Allerdings ist der Rhein dann noch deutlich von seinem historischen Höchststand entfernt. Beim Jahrhunderthochwasser 1995 stieg das Wasser über die 10-Meter-Marke.

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Auf der Internetseite von Meteomedia sind seit heute Sturmwarnungen für ganz Deutschland ausgegeben worden. Von orkanartigen Unwettern sind derzeit noch der äußerste Süden Deutschlands, sowie die Nordseeküste betroffen

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden an Immobilien?

Für Sturmschäden am eigenen Haus oder der Eigentumswohnung kommt ab einem sogenannten „stürmischen Wind“ der Windstärke 8 (ab 62 km/h) in der Regel die Wohngebäudeversicherung auf. Bei den aktuellen Sturmtiefs „Ulli“ und „Andrea“ handelt es sich um Orkane der Windstärke 12. Die Wohngebäudeversicherung muss also zahlen.

Bei Hauseigentümern ist sie ein absolutes Muss, Eigentümer einen Wohnung sind in der Regel über die Wohngebäudeversicherung der Eigentümergemeinschaft abgesichert. Abgesichert sind neben Sturmschäden auch Schäden durch Feuer, Blitzeinschlag und Hagel sowie Leitungswasser. Bei Hochwasser gehen die Versicherungsnehmer leider leer aus – es sei denn, sie haben zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen. Diese ist allerdings verhältnismäßig teuer und kann nicht überall abgeschlossen werden. Gerade in den typischen Hochwassergebieten können sie in der Regel nicht abgeschlossen werden.

Top-Wohngebäudeversicherungen zu Sparpreisen!

Mieter sind bei Sturmschäden an der Wohnung auf ihren Vermieter angewiesen. Der ist zwar nicht gesetzlich dazu verpflichtet, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen, allerdings haben die meisten Vermieter eine solche Versicherung abgeschlossen. Mieter können leicht erkennen, ob eine solche Versicherung abgeschlossen wurde, da der Vermieter diese in der Regel über die Nebenkosten abrechnet.

Wer haftet bei Schäden am Hausrat?

Für Schäden am Hausrat kommt die Hausratversicherung auf. Auch sie gehört zu den elementaren und wichtigsten Versicherungen, die jeder abschließen sollte. Immerhin kommt diese Versicherung auch bei Wohnungseinbrüchen und oft sogar bei Diebstahl auf Reisen im Hotelzimmer auf. Auch gegen die mit Orkantief „Andrea“ erwarteten Gewitter wäre man abgesichert. Ihre durch einen Blitzeinschlag beschädigten Elektrogeräte können Sie bei der Hausratversicherung geltend machen.

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Wichtig hierbei: Erstellen Sie möglichst bald nach dem eingetroffenen Schaden eine Liste aller beschädigter und zerstörter Gegenstände. Entsorgen Sie auf keinen Fall ihr zerstörtes Mobiliar bis die Versicherung grünes Licht hierfür gibt, da es eine Beweispflicht gibt. Wenn Sie keine Möglichkeit zur Lagerung der zerstörten Sachwerte haben, dann machen Sie unbedingt Fotos oder Videos vom beschädigten Inventar. Einkaufsbelege können die Erstattung beschleunigen, also immer aufbewahren!

Übrigens: Die Hausratversicherung kommt für den Neuwert der beschädigten und zerstörten Gegenstände auf, nicht nur für deren Zeitwert. Achten Sie darauf, in Ihrer Auflistung nichts zu vergessen. Gerade in der Küche und im Kleiderschrank schlummert oft ein kleines Vermögen.

Nur Kaskoversicherungen decken Schäden am eigenen Auto

Die KFZ-Kaskoversicherung springt bei Sturmschäden wie beispielsweise herabfallenden Ästen oder umstürzenden Bäumen ebenfalls erst ab Windstärke 8 ein. Das sind Windgeschwindigkeiten ab 62 km/h. Fällt beispielsweise ein entwurzelter Baum auf Ihr Fahrzeug, können Sie die Teilkasko in die Pflicht nehmen. Wenn Sie während des Sturms oder kurz danach gegen einen umgestürzten Baum fahren, gilt das als Unfall und die Vollkasko springt ein, wenn man eine hat. Wer nur eine KFZ-Haftpflicht hat, geht im Falle von Sturmschäden leer aus.

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Orkan ab Windstärke 12 – dann wirds sehr gefährlich

Von einem Orkan oder Orkantief spricht man erst ab Windstärke 12. Das entspricht mindestens einer Windgeschwindigkeit von 118 Stundenkilometern. Ab dann wird es sehr gefährlich für Mensch, sowie Hab und Gut. Es kommt zu schwerstemn Verwüstungen, abgedeckten Häusern und entwurzelten Bäumen. Ein Orkan kommt an der Küste einige Male im Jahr vor – im Landesinneren ist er jedoch äußerst selten. Dass wie aktuell gleich zwei Orkantiefs in einer Woche Deutschland in Atem halten, ist daher sehr ungewöhnlich. Die höchste Windgeschwindigkeit, die je in Deutschland  gemessen wurde, lag bei 335 km/h. Das war am 12. Juni 1985 – allerdings nicht im Flachland, sondern auf der Zugspitze.

  • Windstärke 0: Windstille, unter 1 Kilometer pro Stunde
  • Windstärke 1: leiser Zug, 1 bis 5 Kilometer pro Stunde
  • Windstärke 2: leichte Brise, bis 11 km/h, Blätter bewegen sich
  • Windstärke 3: schwache Brise, bis 19 km/h, Wind bewegt dünne Zweige
  • Windstärke 4: mäßiger Wind, bis 28 km/h, Wind hebt loses Papier
  • Windstärke 5: frische Brise, bis 38 km/h, Bäume beginnen zu schwanken
  • Windstärke 6: starker Wind, bis 49 km/h, Schirme nur schwer zu halten
  • Windstärke 7: steifer Wind, bis 61 km/h, ganze Bäume bewegen sich
  • Windstärke 8: stürmischer Wind, bis 74 km/h, Zweige brechen
  • Windstärke 9: Sturm, bis 88 km/h, Dachziegel werden abgehoben
  • Windstärke 10: schwerer Sturm, bis 102 km/h, größere Häuserschäden
  • Windstärke 11: orkanartiger Sturm, bis 117 km/h, entwurzelte Bäume
  • Windstärke 12: Orkan, ab 118 km/h, schwere Verwüstungen, sehr selten im Landesinneren

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Ein Kommentar

  1. Wichtig ist nur, dass dann die Versicherung entsprechend zahlt.

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