Milliarden-Überschuss: Techniker Krankenkasse zahlt 2013 bis zu 120 Euro an Versicherte zurück

Die Techniker Krankenkasse sitzt dank guter Konjunktur auf Milliarden-Überschüssen. Einen Teil davon möchte die gesetzliche Krankenkasse 2013 an ihre Mitglieder zurückzahlen: Zwischen 60 und 120 Euro Prämie soll jeder Versicherte der Techniker Krankenkasse erstattet bekommen. Das gilt auch für Neukunden. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sowie die Aufsichtsbehörden hatten beanstandet, dass die Krankenkasse Milliarden an Beiträgen hortet. Außerdem fordern sie eine Abschaffung der Praxisgebühr – doch davon hängt ab, ob und in welchem Umfang die Rückzahlung erfolgen wird.

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Lange Zeit hat sich die Techniker Krankenkasse (TK) gegen eine Rückzahlung der Beiträge gesperrt. Jetzt hat die Kasse eingelenkt und will 2013 ihren Mitgliedern zwischen 60 und 120 Euro zurückzahlen. Kleiner Wermutstropfen: Dieses Geld müsste von den Versicherten versteuert werden. Wie hoch die Erstattung tatsächlich ausfallen wird, ist noch nicht sicher, sagt ein Sprecher der TK. Die Krankenkasse macht die Rückzahlung davon abhängig, ob die Praxisgebühr abgeschafft wird – und das ist fraglich. Denn die CSU wehrt sich gegen eine Abschaffung der Praxisgebühr. Der Verwaltungsrat der TK wird am 12.10.2012 über die Verteilung der gehorteten Milliarden entscheiden.

Bekommen auch neue Versicherte Geld zurück?

Die 5,9 Millionen zahlenden Versicherten der TK sollen die erwähnte Rückzahlung als Prämie erhalten. Medienberichten zufolge soll das ohne Antrag erfolgen. Keine Prämie erhalten die 2,3 Millionen mitversicherten Partner und Kinder, die keine Beiträge zahlen. Und: Die Prämie gilt auch für Versicherte, die sich erst jetzt für die TK entscheiden und ab dem 1. Januar 2013 dort versichert sind. Wer also von der geplanten Prämie profitieren möchte, sollte sich einen Wechsel zur TK überlegen.

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Seit Monaten fordert das Bundesversicherungsamt die TK, die IKK gesund plus sowie die Hanseatische Krankenkasse dazu auf, ihren Mitgliedern einen Teil der Beiträge zu erstatten. Der Grund: Die Versicherungen haben mehr Überschuss erwirtschaftet als erlaubt. Eine gesetzliche Krankenkasse darf nämlich höchstens das 1,5-fache einer Monatsausgabe als Reserve horten. Im Falle der TK war das Finanzpolster zum Jahreswechsel auf rund drei Milliarden Euro angewachsen.

Werden auch andere Krankenkassen Prämien zahlen?

Bereits jetzt zahlen einige kleine Kassen Prämien an ihre Versicherten zurück. Andere Krankenkassen wiederum versuchen, mit den Reserven neue Leistungen zu finanzieren. Etwa über einen Zuschuss für die professionelle Zahnreinigung oder die Kostenübernahme bestimmter Arzneimittel. Gesundheitsexperten halten dies nicht für zweckmäßig. So ist auch Gesundheitsminister Bahr der Ansicht, dass die Überschüsse das Geld der Versicherten und Patienten seien und daher daran teilhaben sollten. Es gilt also als wahrscheinlich, dass auch andere Kassen dem Beispiel der TK folgen werden und Prämien an ihre Versicherten auszahlen werden.

Viele Krankenkassen bunkern weiter Beiträge

Längst nicht alle Krankenkassen können sich mit den Forderungen des Gesundheitsministers anfreunden und möchten weiterhin ihre Überschüsse auf die hohe Kante legen oder in neue Angebote investieren. So etwa die Barmer GEK gegenüber dem Online-Portal der WAZ derwesten.de: „Uns ist ein attraktives Leistungsportfolio wichtiger als eine verhältnismäßig geringe Prämienausschüttung, die die Versicherten auch noch versteuern müssten“, sagte ein Sprecher der Barmer GEK. Bei der KKH Allianz stünden derzeit ebenfalls keine Prämien zur Debatte, so das Online-Magazin – ebensowenig wie bei der DAK.

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