Neuer Shell Winterdiesel: Bis minus 30 Grad frostsicher

Im letzten Winter blieben in Deutschland Tausende Autos stehen, weil der Dieselkraftstoff bei den hohen Minustemperaturen im Januar und Februar ausflockte. Das soll sich diesen Winter nicht mehr wiederholen, wenn es nach den Wissenschaftlern des niederländischen Mineralölkonzerns Shell geht. Sie haben nämlich einen Dieselkraftstoff entwickelt, der selbst bei tiefen Minusgraden von bis zu unter 30 Grad nicht einfriert und die volle Leistung bringt. Ab diesem Samstag wird er bundesweit verkauft.

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Diesel, der bis minus 30 Grad nicht mehr ausflockt

Der Mineralölkonzern Shell hat heute in Hamburg den neuen Shell V-Power Winterdiesel vorgestellt. Laut Shell ist dieser nach der nach CFPP Prüfnorm EN 116 bis minus 30 Grad kältefest ist. Der bisher sich auf dem Markt befindliche kältegeschützte Premiumdiesel ist kältefest bis minus 20 bis minus 24 Grad. Das entspricht auch den gesetzlichen Vorgaben: Diesel muss in Deutschland vom 15. November bis 28. Februar bis minus 20 Grad kältefest sein.

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„Während der intensiven Kälteperioden insbesondere zu Beginn dieses Jahres sind so viele Dieselfahrzeuge wie nie zuvor ausgefallen. Daher gab es ein hohes Interesse an einer verbesserten Winterfestigkeit“, so Jörg Wienke, Leiter des Geschäftsbereichs Tankstellen für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das bestätigt auch der ADAC. Der Kältemonat Februar 2012 war der zweitschlimmste Monat was liegengebliebene Fahrzeuge angeht, seit Bestehen des Automobilclubs.

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Shell verspricht volle Leistungsfähigkeit trotz erhöhtem Kälteschutz

Das Besondere am neuen Shell-Winterdiesel ist nicht die Temperatur, die er aushält. Der sogenannte Polardiesel hält Werten von weit unter minus 30 Grad aus. Dies allerdingsdurch kältefestere Additive wie Kerosin. Dadurch sinkt jedoch die  Energiedichte des Kraftstoffes. Die Kältefestigkeit und die Leistung eines Dieselkraftstoffs entwickeln sich normalerweise also gegenläufig. Nicht so beim neuen Winterdiesel: „Damit ist uns gewissermaßen die Quadratur des Kreises gelungen“, so der Kraftstoffforscher Dr. Andreas Schäfer.

Wenn der neue Kraftstoff wirklich hält was er verspricht, wäre das in der Tat ein Fortschritt. Allerdings wird nicht der komplette Winterdiesel von Shell dem neuen Standard entsprechen. Das tut nur der teuerste Diesel, sozusagen das Premiumprodukt, der Shell V-Power Diesel. Ab 1. Dezember können Kunden den verbesserten Kraftstoff an den rund 1800 Shell-Tankstellen tanken, die V-Power Diesel anbieten. Dies allerdings nur in Deutschland bis zum Ende der Winterdieselperiode Ende März 2013.

Normaler Diesel kristallisiert bei niedrigen Temperaturen

Ab einer Temperatur von minus 7 Grad bilden sich bei herkömmlichem Winterdiesel Paraffinkristalle, die den Kraftstoff eintrüben. Bei weiter sinkender  Temperatur wachsen die Kristalle und führen ab einer gewissen Größe zur Verstopfung des Kraftstofffilters. Man spricht wegen der Wölkchenbildung vom sogenannten Trübungspunkt oder „Cloud Point“.

Um die Kältefestigkeit von Diesel über die bisherige Qualität hinaus zu verbessern, war es also notwendig, den sogenannten Cloud Point zu senken, so Kraftstoffforscher Schäfer. Dies gelang mit einem neuen Kälteadditiv-Paket, das laut Shell nun zwar den Cloud Point deutlich senkt, dies aber nicht wie sonst üblich auf Kosten der Kraftstoffdichte, sprich der Leistung geht.

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