Rauchverbot am Strand – Schleswig-Holstein will Zigaretten verbannen

An den Nord- und Ostseestränden von Schleswig-Holstein könnte schon bald das Rauchen verboten sein. Das möchte zumindest der Vorsitzende des Sozialausschusses des Kieler Landtags, Peter Eichstädt (SPD). Wenn es nach ihm geht, sollen künftig die Kommunen selbst entscheiden dürfen, ob sie das Rauchen an ihren Stränden erlauben oder verbieten. Anlass ist die starke Verschmutzung der Strände mit achtlos liegengelassenen Kippenstummeln, sowie die Geruchsbelästigung anderer Strandbesucher. Da es für ein solches Rauchverbot unter freiem Himmel derzeit eher keine gesetzliche Grundlage gibt, möchte Eichstädt dafür sogar das Nichtraucherschutzgesetz des Landes ändern. Auch der schleswig-holsteinische Gemeindetag begrüßt den Vorstoß. Wird das Vorhaben umgesetzt, könnte es schon ab nächstem Jahr zu speziell ausgewiesenen Raucherbereichen oder sogar kompletten Rauchverboten an Stränden kommen.

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Schleswig-Holstein: Gibt es nächstes Jahr Rauchverbote an den Stränden?

Der Vorstoß des schleswig-holsteinischen SPD-Politikers Peter Eichstädt findet einige Unterstützung. So sagte Jörg Bülow vom Gemeindetag gegenüber den Kieler Nachrichten: „Es wäre zu begrüßen, die rechtlichen Möglichkeiten der Gemeinden so zu erweitern, dass sie die Strände in Nichtraucher- und Raucherzonen teilen können.“ Viele Gäste wünschten sich einen rauchfreien Strand, allerdings sei eine lückenlose Kontrolle nur schwer zu verwirklichen, so Bülow.

Die Kontrollmöglichkeit ist aber nicht das einzige Problem. Juristen zweifeln, ob der Vorstoß des Vorsitzenden des schleswig-holsteinischen Sozialausschusses Peter Eichstädt überhaupt rechtlich umsetzbar ist. Doch das ficht Eichstädt nicht an, er sieht kommunale Rauchverbote an den schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseestränden durch die Gemeindesatzungen gedeckt. Sollte eine juristische Prüfung aber ergeben, dass dem nicht der Fall ist, so werde man das Nichtraucherschutzgesetz des Landes entsprechend verändern. Ein eigenartiges Argument, bedenkt man, dass das Nichtraucherschutzgesetz dazu da ist, die Gesundheit von Nichtrauchern zu schützen. Bei Rauchen am Strand ist diese aber nur schwerlich gefährdet.

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Rauchverbot am Strand trifft auf gemischte Reaktionen

Gegenüber den Kieler Nachrichten begrüßte Werner Wulf vom Ordnungsamt Schönberg den Vorstoß zu Rauchverboten am Strand: „Wir sehen das Rauchen am Strand natürlich nicht gern. Sie können noch soviel harken und fegen, die Kippen kriegen Sie nicht weg“. Wenn die Gemeinde die Möglichkeit zum Rauchverbot erhalte, werde die Gemeindevertretung darüber entscheiden, so der Ordnungsdezernent.

Claudia Bentz aus Darmstadt, die mit ihrem Mann Philipp und ihren beiden Kindern Sascha (8) und Mike-Daniel (6) gerade in Schönberg ihren Sommerurlaub verbringt, kann einem möglichen Rauchverbot ebenfalls eine Menge abgewinnen. „Es schon ziemlich ekelig, wenn man hier sein Handtuch ausbreiten will und dann erst mal zehn Kippenstummel einsammeln muss“, so Bentz. Auch ihr Mann würde ein generelles Rauchverbot begrüßen: „Der Gestank ist schon eine Zumutung, wenn neben einem zwei Raucher liegen und auch für die Kinder ist es kein Spaß beim Spielen ständig Zigarettenstummel auszubuddeln“. Strandkorb-Nachbarin Helga Kleinschmitt aus Bottrop ergänzt: „Von mir aus können die überall das Rauchen verbieten, nicht nur am Strand. Die Geruchsbelästigung ist genauso schlimm sonstwo auf der Straße“.

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Doch es gibt auch andere Stimmen. Holger Potthoff aus Erfurt, selbst Nichtraucher, zum Beispiel: „Ich halte ein generelles Rauchverbot an Stränden für absoluten Quatsch. Wir sind doch hier unter freiem Himmel, wen soll denn bitte das bisschen Qualm schädigen“. Auch Birgit Holter aus Wiesbaden kann einem Rauchverbot am Strand wenig abgewinnen. „Wo wollen die das Rauchen denn noch überall verbieten? Wir dürfen doch fast schon nirgends mehr rauchen“. Und ihr Mann Hubert ergänzt: „Die Gesundheitsfanatiker von rot und grün wollen uns doch nur bevormunden. Ich bin aber 63 Jahre alt und habe keine Lust auf Erziehung. Was kommt als nächstes dran, der Alkohol, das fette Essen?“.

Rauchverbote nur schwer durchsetzbar

Der Bürgermeister des Ostseebades Hohwacht, Klaus-Dieter Dehn sagte gegenüber den Kieler Nachrichten: „Ich dachte erst an einen verspäteten Aprilscherz, als ich von der Initiative aus der Landespolitik hörte. Bei uns ist das kein Thema. Wir geben über die Strandkorbvermieter kleine Kippenschachteln aus, und die werden von unseren Gästen gut angenommen. Mir sind keine Klagen zu Ohren gekommen“, so Dehn weiter. Der Bürgermeister hält ein Rauchverbot auch für schwer durchsetzbar. Es fehle einfach die  Manpower ein Rauchverbot am Strand wirksam zu kontrollieren. Auch gibt es wenig Beschwerden bisher von Urlaubern.

So bleibt fraglich, ob der Vorstoß von Peter Eichstädt tatsächlich Aussicht auf Erfolg hat oder ob er nur das war, für das ihn der Kölner Urlauber Roland Maier am Strand von Schönberg bereits jetzt hält: Als humoristischer Beitrag Schleswig-Holsteins zum Stopfen des diesjährigen Sommerlochs.

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5 Kommentare

  1. Genervter Nichtraucher

    Recht so!!! Es gibt doch noch rechtsschaffende Politiker in diesem Suchti-Land!!!! Schleswig-Holsteion wird hiermit ein großes Vorbild sein für alle Welt, auf das der ekelhafte, tödliche Qualm endlich nicht mehr uns Nichtraucher überall vergiftet!

  2. So langsam aber sicher gehen mir die ganzen Nichtraucherfaschisten, Ökodödel und Gesundheitsapostel gehörig auf den Senkel! Eine Aktion bringt immer auch eine Reaktion, daran sollten Verbots-Politiker vopm Schlage eines Herrn Eichstädt denken. Nicht dass am Ende plötzlich ein Drittel der Gäste ausbleibt!!!

  3. Finde ich vollkommen richtig. Wie eklig ist das denn, wenn Raucher ihre Kippen am Strand liegen lassen und dort Kinder spielen, man sich dort hin setzen möchte etc.

  4. Ich finde es gut, dass das Rauchen durch die vielen Reglementierungen immer weiter beschränkt wird. So wird die schädliche Selbstverständlichkeit des Überall-Qualmens allmählich immer anstößiger. Raucher kommen immer mehr unter Rechtfertigungsdruck gegenüber den vielen, die das stört und werden so gezwungen, sich mit ihrem Laster auseinanderzusetzen. Zigaretten zu rauchen ist eben kein harmloses Hobby wie Tee trinken.

    In meiner Praxis bestätigt mir jeder aufhörwillige Raucher, dass die Verbote und Einschränkungen eine große Hilfe seien, das Rauchen endgültig zu beenden. Und da sieht man doch: „Der Zweck heiligt die Mittel!“

  5. Was gibt es für Dumme schöneres als Vorschriften?
    Die Gesetzgeber sollten einmal darüber nachdenken wer ihre Gehälter finanziert.
    So ganz langsam gibt es ohne Gesetze keine gegeseitige Rücksichtsnahme mehr, und der Mensch wird durch die ganzen unsinnigen Vorschriften zum Sklaven der Politik.
    Es gibt Autos und Industrie die durch Abgase sehr viel mehr Krankheiten erzeugen als Raucher es tun. Wann werde die Autos abgeschafft liebe Nichtraucher?

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