Reisepreisminderung bei Hotelwechsel

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Ein zweifacher unfreiwilliger Hotelwechsel innerhalb eines 8-tägigen Urlaubs berechtigt einen Verbraucher zwar zur Minderung des Reisepreises, stellt aber keine erhebliche Beeinträchtigung der Gesamtreise dar. Das entschied das Amtsgericht München.

Im verhandelten Fall hatte eine Frau für sich und ihre beiden Kinder eine 8-tägige Urlaubsreise ins marokkanische Marakech gebucht. Der Gesamtpreis für alle drei Personen im Doppelzimmer lag bei rund 2300,– Euro. Das Hotel war jedoch bei der Ankunft total überbucht, so dass die dreiköpfige Familie die erste Übernachtung in einem anderen Hotel der gleichen Kategorie verbringen musste. Danach bekamen die drei ihr Zimmer im ursprpnglich gebuchten Hotel. Bis zum vorletzten Tag, denn da musste die Familie erneut umziehen. Dieses Mal in ein besseres Hotel, allerdings nur für eine Nacht. Beide Ausweich-Hotels waren in unmittelbarer Nähe zum ursprünglich gebuchten Hotel und der Transport dorthin waren kostenlos und wurden vom Hotel organisiert.

Schadenersatzforderung nach Rückkehr

Nach der Rückkehr nach Deutschland verlangte die Frau vom Reiseveranstalter 1.314,84 Euro zurück. Ihrer Ansicht nach hätte sie für die beiden Umzugstage eine 100 prozentige Minderung zu gut. Außerdem verlangte die Frau Schadenersatz in Höhe der Summe, der zwei Urlaubstage. Insgesamt forderte die Frau also eine Summe zurück, die vier Urlaubstagen entsprach. Der Reiseveranstalter wollte aber nur für zwei Urlaubstage und auch nur eine teilweise Rückerstattung leisten. So landete der Fall vor dem Amtsgericht München.

Keine 100prozentige Minderung zulässig

Die zuständige Richterin am Amtsgericht in München gab der Klage der Frau nur zum Teil statt. Laut Gerichtsbeschluss, stellt der zweifache Umzug zwar grundsätzlich einen Mangel der Reise dar. Ein Anspruch auf Schadenersatz wegen verschwendeter Urlaubszeit wollte die Richterin indes nicht gewähren, da ein solcher eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise vorausgesetzt hätte.

Unstreitig sei die Frau die erste und die letzte Nacht in einem anderen Hotel untergebracht gewesen. Und dies stelle definitiv einen Reisemangel dar. Dennoch sei eine 100prozentige Minderung zu hoch gegriffen, da der Transport kurez und der Urlaubstag so nicht gänzlich verloren gewesen sei. Inklusive packen, Umzug und auspacken und dem damit verbundenen Ärger des Reisenden, sei eine 80prozentige Minderung angemessen, so die Richterin.

(AG München, Az.: 171 C 25962/10)

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