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Reiserücktritt: BGH stärkt Rechte von Reisenden

Reiserücktritt bei höherer Gewalt muss ohne Stornogebühren möglich sein. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) heute in Karlsruhe. Verbraucher haben demnach ein Kündigungsrecht, wenn eine Kreuzfahrtreise wegen eines behördlichen Flugverbots nicht angetreten werden kann. Ein Ehepaar hatte geklagt, weil es wegen des Vulkanausbruchs 2010 auf Island den Flug nicht antreten konnte und somit die gebuchte Karibik-Kreuzfahrt kurzfristig stornieren musste.

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Reisebüro verlangte 90 Prozent Stornogebühren

Am 23. August 2008 buchte ein Ehepaar über das nun beklagte Reisebüro eine Karibikkreuzfahrt bei einem Kreuzfahrtunternehmen, die im April 2010 stattfinden sollte. Da die Kreuzfahrt in Fort Lauderdale in Florida starten und enden sollte, buchte das Ehepaar neben weiteren Leistungen im Zusammenhang mit der Reise auch ihre Lufthansa-Flüge nach und von Fort Lauderdale.

Kurz vor Beginn der Reise brach in Island der Vulkan Eyjafjallajökull aus und die Behörden verhängten wegen der riesigen Aschewolke ein Flugverbot. Damit konnte das Ehepaar sein Kreuzfahrtschiff nicht erreichen. Es kündigte daher einen Tag vor Reisebeginn den Vertrag über die Kreuzfahrt. Dadurch fielen Stornogebühren in Höhe von 90 Prozent des Reisepreises an. Das Reisebüro erstattete dem Kreuzfahrt-Veranstalter die Gebühr und behielt 90 Prozent des bereits gezahlten Reisepreises ein.

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Das wollte sich das Ehepaar nicht gefallen lassen und klagte sich durch die Instanzen, bis nun heute der Bundesgerichtshof höchstrichterlich entschied.

BGH erkennt Reiserücktritt bei höherer Gewalt an

Der BGH entschied nun heute in letzter Instanz, dass die Kündigung wirksam war und kein Anspruch auf Zahlung einer Stornogebühr bestehe. Denn die Teilnahme an der Reise sei offensichtlich nicht möglich gewesen, so die Richter. Demnach können Reisende den Vertrag über eine Kreuzfahrt kündigen, wenn die Flüge zum Startpunkt wegen eines behördlichen Flugverbots gestrichen werden. In so einem Fall kann der Reisevertrag auch kurzfristig wegen höherer Gewalt gekündigt werden, so die Richter in ihrer Begründung.

Infolge der wirksamen Kündigung durch das Ehepaar hat der Reiseveranstalter den Storno-Anspruch auf den vertraglich vereinbarten Reisepreis verloren. Das Reisebüro kann deshalb vom Ehepaar keine Erstattung des an die Reiseveranstalter gezahlten Betrages verlangen. Einen Anspruch auf Erstattung der Anzahlung kann das Ehepaar jedoch nicht gegen das beklagte Reisebüro geltend machen, sondern nur gegen den Reiseveranstalter.

(Aktenzeichen: Bundesgerichtshof X ZR 2/12)

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