Schornsteinfeger-Monopol fällt 2013: Freie Wahl aber höhere Preise

Am 1. Januar 2013 fällt das Schornsteinfegermonopol. Von da an darf jeder Hausbesitzer den Kaminkehrer frei wählen. Das soll für mehr Wettbewerb und günstigere Preise sorgen. Doch oft ist das Gegenteil der Fall: Etliche Anbieter verlangen künftig sogar mehr für ihre Dienstleistungen oder sie zwingen ihre Kunden in Knebelverträge. Viele Verbraucher sind empört.

Werbung

Schornsteinfeger-Vertrag mit automatischer Preiserhöhung

In diesen Tagen bekommen Hausbesitzer vielerorts Post von ihren Schornsteinfegern. Oft handelt es sich hierbei um ein Vertragsangebot. Anlass hierfür: Wegen der Abschaffung des Kehrmonopols können sich Hausbesitzer ihren Schornsteinfeger künftig selbst aussuchen. Die Kaminkehrer versuchen indes, ihre bisherigen Kunden zu halten – zum Teil mit sehr fragwürdigen Methoden.

Das hat auch Herbert Dombrowski aus Bochum erlebt. Der Rentner bekam von seinem Bezirks-Schornsteinfeger ein Schreiben. Darin bot dieser seine Dienste auch für das nächste Jahr an. Doch der beigefügte Vertrag hat es in sich. Neben einer jährlichen automatischen Vertragsverlängerung sieht der Schornsteinfegervertrag auch automatische Preiserhöhungen vor: Die Gebühren sollen jedes Jahr in Höhe der Inflationsrate steigen. „Das ist eine Frechheit“, sagt Dombrowski. Er will sich nach einem neuen Schornsteinfeger umsehen. Doch das ist gar nicht so einfach.

Werbung

Stichprobe zeigt: Schornsteinfegerpreise steigen 2013

Eigentlich sollte das neue Schornsteinfeger-Gesetz für mehr Wettbewerb und günstigere Preise sorgen. So wollte es jedenfalls die EU, als sie das Kehrmonopol in Deutschland zu Fall brachte. Bislang hatte hierzulande jeder Bezirk seinen Schornsteinfeger. Dieser war in seinem Gebiet für saubere Kamine zuständig und kassierte bei den Hausbesitzern nach Gebührenordnung ab. Ab 2013 dürfen Schornsteinfeger ihre Preise selbst festlegen. Doch wie sich jetzt zeigt, wird die neue Wahl- und Preisfreiheit vielerorts nicht für sinkende Gebühren sorgen.

Denn offenbar waren die Gebührenordnungen in vielen Gemeinden bislang aber so knapp ausgelegt, dass sich kaum ein Anbieter leisten kann oder will, seine Dienste künftig billiger anzubieten. Im Gegenteil: Einige Schornsteinfeger nutzen die Gelegenheit, um ihre Gebühren anzuheben. Oder sie binden ihre Kunden mit 2-Jahres-Verträgen, die sich automatisch verlängern und fügen automatische Preiserhöhungsklauseln ein, wie im Fall von Herbert Dombrowski. Und da hilft auch kein freier Wettbewerb, wie der Rentner feststellen musste. Dombrowski hat die Konditionen von vier weiteren Schornsteinfegern in der Region angefragt. Die Antwort: Bei allen vier Wettbewerbern steigen die Gebühren im Jahr 2013 zwischen 5 und 10 Prozent. Und einen Vertrag ohne automatische Preiserhöhung lehnen alle ab.

Schornsteinfeger-Suche im Bafa-Register

Das Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) bietet auf seiner Internetseite ein Schornsteinfeger-Register an. Dort können alle zugelassenen Schornsteinfeger nach Postleitzahl gesucht werden. Besonders praktisch: Ersetzt man die letzten zwei oder drei Stellen der Postleitzahl durch ein Sternchen, findet die Suchmaschine auch Schornsteinfeger aus benachbarten Städten und Gemeinden. Leider sind in den Suchergebnissen nur die Namen und Adressen der registrierten Schornsteinfeger aufgeführt – die Telefonnummer muss man daher selbst, beispielsweise über die Telefonauskunft herausfinden. Wer sich nach einem neuen Schornsteinfeger umsieht, sollte vorher unbedingt in seine bisherigen Abrechnungen gucken, um Leistungen und Preise vergleichen zu können. Und: Wenn das Vertragsangebot kommt, unbedingt das Kleingedruckte lesen. Auf automatische Inflationsanpassungen wie bei Herbert Dombrowski sollte man sich auf gar keinen Fall einlassen.

Haben Sie die versteckten Links gefunden? Dann notieren Sie sich die beiden Gewinn-Buchstaben und machen Sie mit bei unserem Advents-Gewinnspiel 2012!

 

Werbung

Check Also

Olivenöl-Test Stiftung Warentest

Olivenöl-Test 2017 der Stiftung Warentest

Der Testsieger im neuen Olivenöl-Test kommt von Aldi Nord. Die Stiftung Warentest hat insgesamt 24 …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.