Schuldenkrise in Griechenland: Was bedeutet das Hilfspaket für uns Verbraucher?

Die Euro-Finanzminister haben sich in der Nacht nach einem 12-stündigen Verhandlungsmarathon auf ein Hilfspaket für Griechenland geeinigt. Seit Wochen wartet die Welt auf die Entscheidung, nun wurde beschlossen, Griechenland einen neuen Hilfskredit zu gewähren. Das Paket umfasst 130 Milliarden Euro bestehend aus öffentlichen Hilfen und Garantien. Doch auch die privaten Gläubiger müssen nun auf mehr Geld verzichten als bislang angenommen.

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Guter Tag für die Griechen – schlechter Tag für uns Verbraucher?

Ein guter Tag für die Griechen. Das Hilfspaket für Griechenland aus der Euro-Gruppe ist endlich beschlossen und beträgt 130 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen und Garantien. 100 Milliarden gehen als Direkt-Hilfen an das angeschlagene Land, weitere 30 Milliarden sind staatliche Garantien für private Gläubiger, damit diese ihre Schuldtitel tauschen. Mit diesem Geld sollen die griechischen Staatsschulden bis zum Jahr 2020 auf 120,5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesenkt werden. Derzeit ist Griechenland mit über 160% des BIP verschuldet.

Neben diesen staatlichen Hilfen für Griechenland wurde auch eine Beteiligung privater Gläubiger beschlossen. Der private Sektor soll demnach auf 53,5% der Forderungen gegenüber dem griechischen Staat verzichten. Insgesamt belaufen sich die ausstehenden griechischen Staatsanleihen, die von privaten Anlegern gekauft wurden auf weitere 200 Milliarden Euro. Ursprünglich war maximal ein 50%iger Verzicht angenommen worden. Ein schwarzer Tag für Anleger?

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Es hätte schlimmer kommen können. Wäre Griechenland Ende März zahlungsunfähig geworden, wären griechische Staatsanleihen gar nicht mehr ausgezahlt worden. Auch darf nicht übersehen werden, dass viele der griechischen Staatsanleihen aus den letzten Jahren nur deshalb so extrem hoch verzinst waren, weil das Ausfallrisiko sehr hoch war. Wer auf hohe Zinsen spekuliert, musste damit rechnen auch Geld zu verlieren.

Was bedeutet neues Hilfspaket für Verbraucher in Deutschland?

Das neue Hilfspaket für Griechenland hat sowohl positive als auch negative Auswirkung für uns Verbraucher. Negativ ist in erster Linie, dass sich die deutschen Staatsschulden nun in einem Ausmaß weiter erhöhen werden, wie das nicht vorgesehen war. Auch Deutschland ist hochverschuldet. Die derzeitige Triple-A-Wertung der Rating-Agenturen ist immer stärker gefährdet, je mehr Schulden Deutschland macht. Sollten die Rating-Agenturen Deutschland die Top-Bewertung entziehen, wird es auch für unser Land teurer Schulden zu machen. Die Zinsen, die gezahlt werden müssen, würden dann stark steigen.

Doch soweit ist es noch nicht und soweit muss es auch nicht kommen, sagt VP-Wirtschaftsredakteur Tristan von Berg. „Das jetzige Hilfspaket hilft zunächst auch mal uns Deutschen“, so der Experte. „Zwar wird die vereinbarte Summe längst nicht ausreichen, um das Schuldenproblem tatsächlich zu lösen, aber das Spekulationsproblem wird entschärft. Auch der Euro wird an Wert hinzugewinnen und auch die Aktienkurse der DAX-Unternehmen dürften mittelfristig wieder steigen“. Das sind erfreuliche Nachrichten für alle, die in Euro-Aktien investiert haben. Aber auch andere profitieren. Zum Beispiel Verbraucher, die sich Importprodukte wie Elektrogeräte oder ähnliches anschaffen wollen oder außerhalb der Euro-Zone auf Reisen gehen wollen. Ein stärkerer Euro bedeutet auch eine höhere Außen-Kaufkraft. Auch Heizöl und Benzin werden mittelfristig wieder deutlich günstiger, wenn der Euro gegenüber dem Dollar an Wert zulegt, so von Berg. Insgesamt zieht der Experte aus Verbrauchersicht ein positives Fazit des neuen Hilfspakets.

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4 Kommentare

  1. Dann hoffen wir mal, dass das die letzte Hilfe war, die wir leisten mussten! Der Euro ist tatsächlich am Steigen – aber der DAX tut sich gerade schwer.

  2. Danke für die ausführlichen Informationen. Leider ist das Ende noch gar nicht ab zu sehen. Selbst wenn Griechenland aus der Pleite kommt, was ich nicht glaube – haben wir noch weitere Staaten die ebenfalls um Unterstützung betteln. Vielleicht nicht in den Dimensionen wie Griechenland, aber macht doch die Gesamtheit der Forderungen zusammen einen ähnlichen Suche.

    Stellen wir uns doch mal einen ganz andere Frage. Warum konnte Griechenland eigentlich in die EU, trotz der schlechten Wirtschaft die doch alle Politiker kannten. Waren Sie alle echt so blind, oder wollten Sie einfach nur so schnell wie möglich als Europäische Union wachsen, ohne Rücksicht auf Verluste?

    Ich denke ich kenne die Antwort und auch wenn Sie unbequem ist, sollte man dies einmal ansprechen. Das werde ich heute – spätestens morgen auf meinem Blog tun.

  3. Bitte teilt den Aufklärungslink gegen den ESM-Vertrag mit euren Freunden, Bekannten auf Facebook (an die Pinnwand des Freundes posten), per Mail und so weiter – die Zeit wird knapp, umso mehr sich darüber informieren, um was es sich bei diesem diktatorischen Ding handelt, umso besser!

    Hier der Link zu dem Video auf YouTube

    http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

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