Sportwetten künftig auch durch private Anbieter

Das große Glückspiel-Poker ist endlich vorbei. Der neue Glückspielstaatsvertrag unter Dach und Fach. Allerdings haben nur 15 Bundesländer zugestimmt – Schleswig-Holstein geht einen Sonderweg. Der dortige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ließ sich auch heute nicht umstimmen, künftig wird es also zwei Glücksspielregelungen geben. Eine deutlich liberalere für Schleswig-Holstein und eine für das restliche Bundesgebiet. Vorausgesetzt die EU-Kommission stimmt noch zu, werden dann künftig in Deutschland auch private Sportwettenanbieter wieder erlaubt sein, wenn auch nur wenige.

Werbung

Staat weicht Monopol auf – künftig auch private Wettanbieter

Bundesweit werden künftig bis zu 20 Wettanbieter zugelassen sein. Private Anbieter sind im aktuell gültigen Staatsvertrag, der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft ist und zum Jahresende ausläuft, in Deutschland nicht zugelassen. Das führte dazu, dass private Wettanbieter sich ins Ausland verlagerten und von dort über das Internet Sportwetten auch in Deutschland anboten.

Für die Kunden ist dies seitdem mit einigen kleineren Schwierigkeiten verbunden, so wird gewonnenens Geld meist nicht auf das Girokonto überwiesen, sondern muss für zum Teil horrende Kosten nach Deutschland transferiert werden. Bei einer 100 Euro-Auszahlung blieben dann meist nur 80-90 Euro übrig, nach Abzug der Scheck-, Transfer- oder Überweisungsgebühren.

Werbung

Wenn es nun ab dem 1. Januar 2012 dann auch in Deutschland wieder privaten Anbietern erlaubt ist, tätig zu sein, so ist dies für Verbraucher ein Gewinn. Wenn auch nur ein kleiner, da nur 20 Anbietern eine Lizenz gegeben wird. Dafür müssen diese dann 5 Prozent des Wettumsatzes an den Staat abführen. Ein durchaus akzeptabler Preis, betrachtet man die großen Gewinnspannen der Wettanbieter.
100 Prozent bis zu 100 Euro1

Ungleichheit führt zu Ungerechtigkeit für Sportvereine

Mehrere 100 Millionen Euro Sponsorengelder fließen jedes Jahr von den Sportwetten-Anbieter in den deutschen Profi- und Breitensport. Seit 2008 hauptsächlich von den staatlichen Monopolisten der Oddset-, Lotto- und Toto-Anstalten (Deutscher Lotto- und Totoblock). Dieses Geld verteilt sich derzeit auf Vereine in allen 16 Bundesländern. Die Vereine in Schleswig-Holstein profitieren doppelt, da das Land bereits im Vorfeld eine deutliche liberalere Gesetzgebung beschlossen hat. Die dort ansässigen Vereine können seit 14. September dieses Jahres auch um weitere Sponsoren buhlen. Denn Schleswig-Holstein hat auch Casinospiele und Poker im Internet für private Anbieter legalisiert und erlaubt den Unternehmen auch Werbung. Eine nicht zu unterschätzende zusätzliche Einnahmequelle, die nur Sportvereinen in Schleswig-Holstein offensteht.

Denn laut Schätzungen entgingen dem deutschen Profisport bisher mehrere Hundert Millionen Euro Sponsorengelder, da private Wettanbieter seit 2008 nicht mehr auf Trikots und Banden werben durften. Auch für die Länder selbst geht es um einen riesen Batzen Geld. Allein die zusätzlichen Steuereinnahmen durch die jetzt getroffene Neuregelung werden auf knapp 8 Milliarden Euro geschätzt.

Werbung

Check Also

Sicheres Fahrradschloss

Fahrradschlösser-Test: Stiftung Warentest findet nur vier gute

Fahrradschlösser sind wichtig. Sie sollten sicher sein und nicht einfach geknackt werden können. Doch leider …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.