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Steigende Strompreise: Verbraucher als Melkkühe der Stromkonzerne

Die hohen Strompreise 2012 werden vor allem auf Privathaushalte abgewälzt. Das ergibt eine aktuelle Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen. Demnach werden von den Energiekonzernen vorrangig die Verbraucher zur Kasse gebeten, während die Stromkosten für Unternehmen fallen. Laut Untersuchung kassieren die Stromunternehmen bei Privathaushalten im Jahr 2012 drei Milliarden Euro zu viel.

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Die Steuergeschenke der Regierung an energieintensive Unternehmen werden schon seit längerem von Verbraucherschützern und Oppositionspolitikern kritisiert. Ihre These: Die Lasten der Energiewende werden von den Verbrauchern getragen, während die Wirtschaft von günstigen Förderungen und Ausnahmeregelungen beispielsweise bei den Netzentgelten profitiert. Energieexperte Gunnar Harms bestätigt diese Vermutung in der aktuellen Studie: Allein 2012 zahlen deutsche Verbraucher bis zu drei Millarden Euro zu viel, so die Saarbrücker Zeitung.

Strom ist für die Industrie billiger geworden

Laut Studie habe der Atomausstieg „nicht zu den befürchteten Preissteigerungen geführt“. Im Gegenteil: Die Preise für den Stromeinkauf sind 2011 sogar gefallen: um 10 bis 20 Prozent. Eigentlich, so das Ergebnis der Studie, müsse der aktuelle Strompreis pro Kilowattstunde um zwei Cent niedriger liegen, wenn die Energieversorger die gesunkenen Einkaufspreise an die Verbraucher weitergegeben hätten, so Harms. Preissteigerungen am Energiemarkt seien indes „stets unverzüglich weitergegeben“ worden. Seit 2008 sei der Strompreis für Haushaltskunden um rund 20 Prozent gestiegen. Die Preise für Industriekunden sind hingegen in den letzten Jahren um drei Prozent gesunken.

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Industrie profitiert von Ausnahmeregelungen

Die Grünen sehen die Hauptschuld an den steigenden Strompreisen bei den zahlreichen Ausnahmen für energieintensive Unternehmen – so etwa bei den Netzentgelten sowie den Kosten zur Förderung erneuerbaren Energien. Die Mehrkosten hierfür würden hauptsächlich von den Verbrauchern geschultert. Bärbel Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, sagte gegenüber der Saarbrücker Zeitung, dass letztlich auch die Bundesregierung für den unaufhaltsamen Anstieg der Strompreise verantwortlich sei. Sie lade die Kosten der Energiewende bei den Verbrauchern ab, indem sie die Unternehmen umfassend entlaste.

Umweltminister Altmeier: Strompreise werden weiter steigen

Währenddessen sagt Bundesumweltminister Peter Altmaier einen weiteren Anstieg der Strompreise voraus. Im Gespräch mit der Rheinischen Post sagt Altmeier: „Die Preise legt die Energiewirtschaft fest“, sagte der Umweltminister. Und: „Experten erwarten aber fünf Prozent.“ Außerdem möchte Altmaier die Förderung der Solarenergie womöglich früher als geplant beenden: „Die Förderung des Solarstroms wird ganz auslaufen, wenn wir das Ziel von 52 Gigawatt an Leistungskapazität erreicht haben. Das ist für 2020 vorgesehen. Falls wir das Ziel früher schaffen, läuft die Förderung entsprechend früher aus“, so Altmeier.

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Ein Kommentar

  1. Deshalb fordern Verbraucherschützer auch eine Staatliche Förderung der Strompreise. Das halte ich auch für eine gute Idee. Einige Vorschläge zur Entlastung stehen im Raum. Es geht um Strom-Steuersenkungen und oder um den verbilligten Mehrwertsteuersatz von 7% statt den üblichen 19%. Das hätte eine enorme Einsparung zur Folge.

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