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Steuern sparen und Zuschüsse sichern zum Jahresende: Was Sie 2011 noch erledigen sollten!

Mit der Steuererklärung 2011 können sich Verbraucher viel Geld vom Fiskus zurückholen. Wichtig dabei ist: Die beim Finanzamt eingereichten Rechnungen sollten aus dem Jahr 2011 stammen. Da kann es sich lohnen, noch vor dem Jahresende einige Zahlen zu prüfen und zu überlegen, ob man nicht noch schnell ein paar kleine Anschaffungen macht. Außerdem gilt es, einige Fristen einzuhalten. Hier die wichtigsten Tipps, was Sie vor Silvester noch tun können, um Steuern zu sparen.

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Steuertipp Nr. 1: Letzte Chance für Steuererklärung 2007 endet am 31.12.2011

Die meisten Arbeitnehmer sind nicht dazu verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen. Viele Angestellte sparen sich die Arbeit, weil sie denken, dass sich das nicht lohnt. Doch das ist ein Irrtum: Der Bund der Steuerzahler schätzt, dass deutsche Steuerzahler dem Fiskus jedes Jahr bis zu 1 Milliarde Euro schenken, weil sie keine Steuererklärung machen. Und: Mittlerweile gibt es eine Vielzahl guter und einfach zu bedienender PC-Steuerprogramme auf dem Markt, mit denen die Steuererklärung fast zum Kinderspiel wird. Und: Die Rechnung für die Steuersoftware kann man ebenfalls von der Steuer absetzen.

Daher empfiehlt der Lohnsteuerverein Neustadt a.d. Weinstraße aktuell, die Abgabefrist für die freiwillige Einkommensteuererklärung 2007 zu nutzen: „Mit einer Erstattung kann rechnen, wer im betreffenden Jahr hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hatte. Auch bei Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen oder bei schwankendem Arbeitslohn ergeben sich meist Erstattungen“, so der Lohnsteuerhilfeverein.

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Steuertipp Nr. 2: Anspruch auf Kindergeld sichern!

Wer Kinder hat, die unter 25 Jahre alt sind und sich in der Ausbildung befinden oder neben dem Studium jobben, sollte einen Blick auf die Lohnabrechnungen des Nachwuchses werfen. Hat das Kind im Jahr 2011 nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge, Sonderausgaben und Werbungskosten auch nur einen Euro mehr als 8004,- Euro verdient, wird die Kindergeldkasse das Kindergeld zurückfordern: Bei 184,- Euro Kindergeld monatlich wären das 2208,- Euro!

Gerade in diesen Fällen sollten Studenten und Auszubildende eine Einkommensteuererklärung machen, in denen sie Arbeitsmittel und andere Werbungskosten geltend machen. Das können beispielsweise regelmäßige Fahrten zu Lerngruppen sein, oder auch Fachliteratur, die für die Ausbildung notwendig ist.

Wenn sich herausstellt, dass die Verdienstgrenze trotz der bereits angegebenen Werbungskosten überschritten ist, kann es sich lohnen, die eine oder andere Anschaffung noch vor dem Jahresende zu machen, um doch noch unter die Grenze von 8004,- Euro zu kommen. Online ist die last minute Shoppingtour, um Steuern zu sparen, übrigens am bequemsten – gerade rund um die Feiertage.

Steuertipp Nr. 3: Kosten für Erststudium geltend machen und auf Bundesverfassungsgericht hoffen

Studenten können sich womöglich für die Zukunft Steuervorteile sichern. Ob das tatsächlich auch klappt, hängt vom Bundesverfassungsgericht ab. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat zwar in diesem Jahr entschieden, dass auch die Kosten eines Erststudiums (Studiengebühren, Fachliteratur usw.) sogenannte vorweggenommene Werbungskosten sind (Az. BFH VI R 38/10 und Az. BFH VI R 7/10). Allerdings hat die Bundesregierung das Urteil im November de Facto kassiert und in einem Gesetz festgelegt, dass solche Kosten steuerlich als Sonderausgaben zu werten seien.

Das klingt unspektakulär, hat aber erhebliche Auswirkungen: Denn im Gegensatz zu Werbungskosten können Sonderausgaben nur von Einkünften desselben Jahres abziehen. Da Studenten oft nur niedrige oder gar keine Einkünfte haben, würde der Vorteil also verpuffen. Werbungskosten hingegen können vorgetragen werden und sogar Jahre später mit dem ersten Gehalt verrechnet werden.

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Der Vorteil: Viele Berufseinsteiger müssten im ersten Jahr überhaupt keine Steuern zahlen. Um sich die Chance auf diesen Steuervorteil zu sichern, sollten Studierende unbedingt eine Steuererklärung einreichen und darin sämtliche Studienkosten als Werbungskosten geltend machen. Wenn ein abschlägiger Steuerbescheid ins Haus flattert, sollte man Einspruch einlegen – und darauf hoffen, dass das Bundesverfassungsgericht die Gesetzesänderung kassiert und die Rechtsprechung des BFH bestätigt.

Steuertipp Nr. 4: Rürup-Verträge zertifizieren

Bis zum Ende des Jahres können Versicherungskunden ihre Verträge zur Altersvorsorge an die staatlichen Zertifizierungskriterien anpassen lassen. Denn nur so können die Beiträge zur eigenen kapitalgedeckten Altersvorsorge bei der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Kunden mit Basisrenten-Verträgen sollten überprüfen, ob ihre Versicherungs-Police den Zertifizierungskriterien entspricht. Betroffen sind vor allem Rürup-Verträge, die bis zum 31. März 2010 abgeschlossen wurden, aber nicht den aktuellen Kriterien der Zertifizierungsstelle entsprechen. Wer bis zum Jahresende der Umstellung seines Rürup-Vertrages auf das zertifizierte Vertragsmuster zustimmt, kann auf diese Weise rückwirkend für das Jahr 2010 die Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug schaffen.

Wer generell über eine Rürup-Rente nachdenkt, kann hier die günstigsten Angebote vergleichen: tarifcheck24.de

Steuertipp Nr. 5: Höheren Pauschbetrag für Werbungskosten berücksichtigen

Seit der Verabschiedung des Steuervereinfachungsgesetzes wir der Pauschbetrag rückwirkend für das Jahr 2011 um 80 Euro angehoben: von bislang 920 Euro auf insgesamt 1000 EUR. Diese Erhöhung soll in der Dezemberabrechnung durch die Arbeitgeber berücksichtigt werden. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, der erreicht den Betrag von 1000 EUR bereits, wenn er einen täglichen Arbeitsweg von 15 km geltend macht.

In diesem Fall rechnen sich also alle Aufwendungen, die zur Überschreitung des Pauschbetrages führen. Sei es beispielsweise für Bewerbungskosten, Umzugs- oder Fortbildungskosten sowie Beiträge für Berufsverbände. Außerdem können auch noch Ausgaben für Berufskleidung, Aufwendungen für Arbeitsmittel, für einen privat angeschafften beruflich genutzten Computer oder auch für ein häusliches Arbeitszimmer als abzugsfähige Aufwendungen geltend gemacht werden. Wichtig: Nur Arbeitsmittel unter 487,90 Euro können auf einen Schlag abgesetzt werden. Alles, was teurer ist, muss über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Steuertipp Nr. 6: Wer riestern will, sollte sich jetzt entscheiden

Wer noch vor Jahresende einen Riester-Vertrag zur Altersvorsorge abschließt, für den lohnt sich das auch bei der Steuer. Denn das Finanzamt prüft über die Einkommensteuererklärung ob die staatliche Zulage oder ein Steuer sparender Sonderausgabenabzug mehr bringt.



Damit Sie den Steuerspareffekt optimal nutzen, müssen Sie beipsielsweise als lediger Steuerzahler vier Prozent von Ihrem Bruttoeinkommens des letzten Jahres abzüglich Zulage in einen Riester-Vertrag einzahlen. Gefördert werden maximal 2100 Euro. Den Steuervorteil sichert man sich aber nur, wenn man bis zum 31. Dezember 2011 eine Einmalzahlung geleistet hat.

Infos zur Altersvorsorge per Riester-Rente und einen großen Versicherungsvergleich finden Sie hier.

Steuertipp Nr. 7: Wohnungsbauprämie sichern

Bausparer, die in diesem Jahr Einkünfte bis 25.600 Euro (Alleinstehende) bzw. 51.200 Euro (Verheiratete) erzielt haben, können sich auf eine Wohnungsbauprämie freuen. Diese beträgt 8,8 Prozent auf alle Einzahlungen. Die Höchstgrenze liegt für Alleinstehende bei 512,- Euro und für Verheiratete bei 1024 Euro.

Um diese Höchstbeträge bei der Förderung auszuschöpfen, kann der Bausparvertrag noch bis Jahresende mit einer Sonderzahlung aufgefüllt werden. Das geht auch rückwirkend bis 2009. Aber: Der Antrag muss bis Silvester bei der Bausparkasse eingegangen sein!

Weitere Tipps und Preisvergleiche zur Baufinanzierung bietet das Vergleichsportal tarifcheck.24.

Steuertipp Nr. 8: Freistellungsaufträge überprüfen

Alleinstehende dürfen steuerfrei 801,- Euro mit Geldanlagen verdienen, bei Verheirateten sind es 1602 Euro. Zinsen und Kapitalerträge, die darüber hinausgehen, werden versteuert. 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer führt dann die Bank direkt ans Finanzamt ab.Wenn kein Freistellungsauftrag vorliegt, tut die Bank das schon bei Zinseinkünften ab dem ersten Euro.

Daher sollten Sparer jetzt noch schnell ihre Freistellungsaufträge überprüfen. Denn bei der Vielzahl an Spar- und Tagesgeldkonten, die man heutzutage hat, verliert mancher Verbraucher den Überblick darüber, ob die Freistellungsaufträge auch optimal auf die jeweiligen Zinseinkünfte angepasst sind. Andernfalls schenkt man dem Fiskus Geld, das man sich erst im kommenden Jahr mit der Steuererklärung zurückholen kann.

Bei einigen Banken lässt sich der Freistellungsauftrag auch jetzt noch rückwirkend für 2011 einrichten oder ändern. Nähere Informationen findet man in der Regel auf der Internetseite der jeweiligen Bank. Wichtig: Um den Freistellungsauftrag zu ändern, müssen Sie Ihre die Steuer-Identifikationsnummer angeben.

Steuertipp Nr. 9: PKV-Beiträge im Voraus bezahlen

Beiträge für den Basisschutz der privaten Krankenversicherung (ohne Komfortleistungen) und für die Pflegepflichtversicherung können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Doch oft überschreiten privat Versicherte schon damit die maximal abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen (für Angestellte und Beamte meist 1900 Euro pro Jahr, für Selbstständige 2800 Euro). Die übrigen Vorsorgeaufwendungen fallen dann steuerlich unter den Tisch.

Das können privat Krankenversicherte jedoch ändern, wenn sie ihre PKV-Beiträge im Voraus zahlen. Das Einkommensteuergesetz akzeptiert nämlich indirekt, dass Vorauszahlungen bis zum 2,5-Fachen des Jahresbeitrags sofort absetzbar sind – auch wenn damit die eigentlich geltenden Höchstbeträge überschritten werden. Die Versicherten profitieren, weil sie in den Folgejahren die Beiträge für ihre übrigen Vorsorgepolicen, die ansonsten unberücksichtigt geblieben wären, geltend machen können. Auf diese Weise können einige Tausend Euro Steuern gespart werden. So die Experten von wiwo.de.



Den privaten Krankenversicherern ist die Vorauszahlung meist ganz recht. Allerdings sollten Versicherte sicherheitshalber nur die auf Basisschutz und Pflegeversicherung entfallenden Beiträge im Voraus zahlen und nicht den kompletten PKV-Beitrag. Dann berücksichtigt das Finanzamt die Zahlungen im aktuellen Steuerjahr auch wirklich.

Steuertipp Nr. 10: Chance auf Grundsteuer-Erstattung sichern

Hausbesitzer und Wohnungseigentümer warten im kommenden Jahr gespannt auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, ob die Einheitswerte zur Bemessung der Grundsteuer verfassungswidrig sind. Im besten Fall gäbe es dann die falsch berechnete Grundsteuer zurück. Allerdings gilt auch hier: Nur wer bis zum 31.12.2011 handelt, kann sich das Grundsteuer-Schlupfloch offen halten.

Wie das genau geht und welche drei einfachen Schritte Sie dabei beachten sollten erfahren Sie hier.

Was sich im Neuen Jahr in Sachen Finanzen für Verbraucher alles ändert, erfahren Sie in unserer Jahresvorschau 2012: Das ändert sich 2012 bei Ihrem Geld

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