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Studie belegt Abzocke bei Dispo-Zinsen

Knietief im Dispo mit insgesamt 40 Milliarden Euro sind wir Deutschen. Pro Kopf sind das zwar nur knapp 500 Euro, aber aus denen können ganz schnell mehr werden, gerade wenn die Dispozinsen unverschämt hoch sind. Und genau das sind sie in Deutschland – das belegt jetzt eine Studie  des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung und des Instituts für Finanzdienstleistungen im Auftrag von Verbraucherschutzministerin Aigner. Das Ergebnis, das heute in Berlin vorgestellt wird: Die Banken zocken ihre Kunden in Deutschland ab!

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Dispo-Zinsen sind völlig überzogen

Als im letzten Jahr ein Artikel der Stiftung Warentest zu Dispozinsen in Deutschland erschien, war die Aufregung groß. Die Verbraucherschützer prangerten die vielerorts überzogenen Dispozinsen der Banken an. Der traurige Spitzenreiter damals die Volksbank Randerath-Immendorf in Nordrhein-Westfalen. Sie knöpfte ihren Kunden saftige 18,25 Prozent Zinsen für den Dispokredit ab. Im Bundesdurchschnitt lagen die Dispozinsen laut Stiftung Warentest damals bei immer noch viel zu hohen 12,4 Prozent.

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Der Bericht löste deutschlandweit eine Welle der Empörung aus. Das Verbraucherschutzministerium in Berlin war alarmiert. Ministerin Ilse Aigner (CSU) gab daraufhin bei den eine Studie beim Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung und beim Instituts für Finanzdienstleistungen in Auftrag. Ziel der Studie war es Transparenz zu schaffen und herauszufinden, ob die Banken in Deutschland tatsächlich zu hohe Zinsen für ihre Dispokredite verlangen.

Studie belegt: Dispozinsen in Deutschland sind viel zu hoch

Nun hat es Frau Aigner schriftlich und ganz offiziell: Die Banken nehmen nach Ansicht der Experten, die die Studie ausgearbeitet haben, viel zu hohe Zinsen für die Dispokredite. Dies gerade auch vor dem Hintergrund, dass sich die Banken derzeit so günstig wie nie Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können. Der „Dispozins“ für die Banken dort: Gerade einmal lächerliche 0,75 Prozent. Ein gewaltiger Unterschied zu den durchschnittlich 12,4 Prozent Zins, zu denen die Banken das Geld via Dispokredit an ihre Kunden weiterverleihen.

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Heute wird Ilse Aigner die Studie in Berlin präsentieren. Vorab wurde schon bekannt, dass die Banken zuviel kassieren, aber auch, dass die Ministerin gesetzliche Eingriffe für nicht sinnvoll hält, so die Süddeutsche Zeitung (SZ) in ihrer heutigen Ausgabe.

Argumente der Banken in der Studie widerlegt

Die Süddeutsche Zeitung (SZ), der die Studie bereits vorliegt, schreibt weiter, dass die Argumente der Banken für die hohen Dispozinsen in der Studie entkräftet werden. Die Banken machen die hohen Kosten für die Abwicklung der kleinen Dispositions-Kredite und das angeblich hohe Ausfallrisiko für die ihrerseits erhobenen hohen Zinsen verantwortlich.

Laut SZ belegt aber nun genau die vom Verbraucherschutzministerium in Auftrag gegebene Studie, dass beide Argumente so nicht stimmen. Laut den Forschern betrage die Ausfallquote gerade einmal 0,3 Prozent und wäre damit äußerst niedrig im Vergleich zu anderen Kreditformen wie zum Beispiel Konsumkrediten. Auch der angeblich hohe Verwaltungsaufwand sei relativ und habe sich über die letzten Jahre nicht erhöht.

Laut der Studie seien Dispozinsen von bis zu 10 Prozent angemessen und für die Banken rentabel. Die SZ zitiert die Experten der Studie weiter, „dass die Erträge aus dem Dispokreditgeschäft die Kosten, die dem Kreditinstitut für dieses einzelne Produkt entstehen, deutlich übersteigen“. Das Extra-Geld werde „zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet“, so die Zeitung. Damit scheint das belegt, was die Stiftung Warentest bereits im letzten Jahr feststellte: Viele Banken zocken ihre Kunden beim Dispokredit ab.

Uns Verbrauchern bleibt nur der Vergleich der Konditionen. Immerhin belegte die Untersuchung der Stiftung Warentest auch, dass es eine Reihe von Banken in Deutschland gibt, die äußerst faire Disozinsen anbieten.

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